Montag, 23. April 2012

Christus ist der Herr der Kirche (Teil VII)


P. Eugen Mederlet OFM

In dieses Reich können nach seinem klar ausgesprochenen Willen nur Kinder eintreten;
Unmündige, die nicht mit dem eigenen kritischen Urteil die Offenbarungen Gottes prüfen, sondern glaubend sich durch die Kirche in Geheimnisse einführen und mit Gnaden beschenken lassen, die alles menschliche Vermögen übersteigen. Durch diesen Glaubensgehorsam werden sie immer tiefer von der göttlichen Weisheit geformt und vom Heiligen Geist bis zur Heiligkeit der ganzen Fülle Gottes geführt. So sind sie dem Gebote Jesu gemäß vor Gott Unmündige wie die kleinen Kinder, die auch nur zum vollen Menschsein heranreifen, indem sie sich von den Eltern formen lassen. Wie sollen sie beurteilen, ob die Worte stimmen, die sie lallen lernen? Sagt nicht Jesus mit diesem Wort vom Kindsein, dass nur zu Weisen gewordene Unmündige vom Heiligen Geist mit dem Charisma der Theologie betraut werden können? Lasst euch nicht täuschen: Jene, die Jesus, im Gegensatz zu den Unmündigen die „Weisen und Klugen“ nennt, verstehen nach seinen Worten nichts von der göttlichen Weisheit; sie bleibt ihnen verborgen, weil sie die Offenbarung Gottes ihrem menschlichen Verstandesurteil unterwerfen. Darum verstehen sie nur, was ihr Stolz und ihre Begehrlichkeit wünschen und finden so in der Offenbarung Gottes nur menschliche Zusammenhänge. In dieser Umdeutung suchen sie aus, was ihre Ideologie stützt. Sie anerkennen die Theokratie der Kirche nicht und empfangen den Glauben nicht aus ihr. Wer aber nicht aus der Theokratie der Kirche lebt, der weiß nicht, woher er die Heilige Schrift hat und ob sie Gottes Wort ist. Es bleibt ja nichts übrig als der Mensch, so wie er ist. Darum sagen sie ja auch, offen oder versteckt, dass Jesus und Maria nicht anders waren als wir.

Fortsetzung folgt.

Kommentare:

  1. "Darum verstehen sie nur, was ihr Stolz und ihre Begehrlichkeit wünschen und finden so in der Offenbarung Gottes nur menschliche Zusammenhänge.(...)Es bleibt ja nichts übrig als der Mensch, so wie er ist. Darum sagen sie ja auch, offen oder versteckt, dass Jesus und Maria nicht anders waren als wir."

    Eine glasklare und treffende Analyse des Grundes,warum heute Theologie und Verkündigung oft so dürftig und elend ist.

    AntwortenLöschen