P. Eugen Mederlet OFM
In dieses Reich können nach seinem klar ausgesprochenen
Willen nur Kinder eintreten;
Unmündige, die nicht mit dem eigenen kritischen Urteil die
Offenbarungen Gottes prüfen, sondern glaubend sich durch die Kirche in
Geheimnisse einführen und mit Gnaden beschenken lassen, die alles menschliche
Vermögen übersteigen. Durch diesen Glaubensgehorsam werden sie immer tiefer von
der göttlichen Weisheit geformt und vom Heiligen Geist bis zur Heiligkeit der
ganzen Fülle Gottes geführt. So sind sie dem Gebote Jesu gemäß vor Gott
Unmündige wie die kleinen Kinder, die auch nur zum vollen Menschsein
heranreifen, indem sie sich von den Eltern formen lassen. Wie sollen sie
beurteilen, ob die Worte stimmen, die sie lallen lernen? Sagt nicht Jesus mit
diesem Wort vom Kindsein, dass nur zu Weisen gewordene Unmündige vom Heiligen
Geist mit dem Charisma der Theologie betraut werden können? Lasst euch nicht
täuschen: Jene, die Jesus, im Gegensatz zu den Unmündigen die „Weisen und
Klugen“ nennt, verstehen nach seinen Worten nichts von der göttlichen Weisheit;
sie bleibt ihnen verborgen, weil sie die Offenbarung Gottes ihrem menschlichen
Verstandesurteil unterwerfen. Darum verstehen sie nur, was ihr Stolz und ihre
Begehrlichkeit wünschen und finden so in der Offenbarung Gottes nur menschliche
Zusammenhänge. In dieser Umdeutung suchen sie aus, was ihre Ideologie stützt. Sie
anerkennen die Theokratie der Kirche nicht und empfangen den Glauben nicht aus
ihr. Wer aber nicht aus der Theokratie der Kirche lebt, der weiß nicht, woher
er die Heilige Schrift hat und ob sie Gottes Wort ist. Es bleibt ja nichts
übrig als der Mensch, so wie er ist. Darum sagen sie ja auch, offen oder
versteckt, dass Jesus und Maria nicht anders waren als wir.
"Darum verstehen sie nur, was ihr Stolz und ihre Begehrlichkeit wünschen und finden so in der Offenbarung Gottes nur menschliche Zusammenhänge.(...)Es bleibt ja nichts übrig als der Mensch, so wie er ist. Darum sagen sie ja auch, offen oder versteckt, dass Jesus und Maria nicht anders waren als wir."
AntwortenLöschenEine glasklare und treffende Analyse des Grundes,warum heute Theologie und Verkündigung oft so dürftig und elend ist.
Ja, so ist es! Danke!
AntwortenLöschen