Dienstag, 24. April 2012

Das Konzil und seine Unschärfe

Hier findet sich ein selten guter Beitrag zum Konzil.
Der Titel lautet "Konzilskritik, des Kaisers neue Kleider"
Es schließt sich eine gute Diskussion an über "Warum nur hatte das so verheerende Auswirkungen" und "War das Absicht oder nicht"
Ich muss hier gestehen, dass ich mich zwar treu und brav durch sämtliche Enzykliken Johannes Paul des IIten gequält haben, aber mir das mit den Konzilstexten echt zu heavy ist.
Aber es hat sich durch die Lektüre der Sekundärliteratur bei mir die Überzeugung, die ja auch Kardinal Ratzinger immer wieder äußert, gefestigt, dass man das Konzil durchaus in der Hermeneutik der Kontinuität lesen kann, aber eben nicht muss.
Heute in der Messe hat der Pfarrer unfreiwillig ein Beispiel für das ganze nachkonziliare Drama gegeben.



Heute ist nämlich Fidelis von Sigmaringen und der Mönch mit dem netten Namen, ist als Märtyrer gestorben.
Nun wurde er nicht von irgendwelchen Heiden, oder irregeleiteten Anhängern anderer hochstehender Religionen massakriert, nein von unseren christlichen Brüdern und Schwestern, mit denen wir heute schunkelnd auf Ökumene machen.
Nun, man verstehe mich nicht falsch, ich finde schunkeln auch besser, als sich die Köpfe einzuschlagen, das steht außer Frage.
Nun fühlte sich der Priester gerufen, uns die Sache zu erklären und da verstieg er sich zu folgendem Satz:
"Fidelis war so eifrig beim Missionieren, weil er, wie die ganze Kirche bis zum 2ten Vatikanum der Ansicht war, dass nur der in den Himmel komme, der auch zur katholischen Kirche gehört. Das 2te Vatikanum hat allerdings erkannt, dass auch der gerettet werden kann, der aufrichtig seinem Gewissen folgt"
Das ist so typisch für das Konzil und sein produziertes weltanschauliches Chaos.

Erstens redet das Konzil über die, die ohne eigene Schuld von Christus und seiner Kirche nichts wissen und damit sind bestimmt auch die gemeint, die Kirche so vorgelebt kriegen, dass sie da einfach keinen Zugang zu finden.
Es soll ja Leute geben, die in Türen stehen, selber nicht hineingehen und andere dadurch auch nicht hinein lassen. (Matth 23,13)
Dann impliziert der Satz, unter katholischen Bedingungen gelesen, dass so ein Gewissen was anderes ist, als eine einfache Meinung.
Der anständig kathechierte Katholik weiß, dass das Gewissen gebildet werden muss!, durch die Ausrichtung am Lehramt der Kirche.
Er weiß, dass das selbst für einen Katholiken nicht einfach ist und kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Kirche eine wichtige und gute Hilfe dafür ist.
Dass der Versuch, ohne Kirche den rechten Weg zu finden, dem gleicht, ohne Karte, Navi, oder google maps und mit verdreckten Schildern den Weg von Steinheim  (welches? sag doch in wenigstens in welchem Bundesland!?!) nach Katzenellenbogen (wo, liegt denn das???) zu finden und einem Dritten zu beschreiben.
Sorum gesehen kann der Katholik das Wirken des Heiligen Geistes preisen und anerkennen, dass der Heilige Geist auch dem sein Ziel suchenden Mitmenschen,  mit den verkehrten Karten, immer wieder nette wegweisende Leute über den Weg schickt.
Doch weiß der Katholik, wie jeder Autofahrer, dass eine gute Karte echt viel wert ist.
Im modernen Kontext gelesen sagt der Satz:
Soll jeder machen, was er will, Ist doch egal google maps oder ADAC Routenplaner, oder normales Kartenmaterial, die teuren von Falk, oder die billigen, geschenkten vom ADAC, oder ein Navi, und wer will kann sich auch mittels GPS lenken lassen.
Dabei vergisst diese Art des Denkens, dass wir gar nicht sooo genau wissen, um im Bild zu bleiben, welches der vielen Steinheims unser Ziel ist.
Und das ist vielleicht das eigentliche Drama, dass uns vor lauter Diskutieren über Fahrrad oder Bahn,  Auto oder Mofa, Autobahn oder Feldweg, Brücke oder Tunnel, die eigentlich  wichtige Frage abhanden gekommen ist, die da lautet "Wo gehen wir denn hin?"



Keine Kommentare:

Kommentar posten

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.