Samstag, 7. Juli 2012

Es gibt keine Kirche von unten

"Mehr Schöpfung und weniger Welt - die Botschaft des Papstes an Staat und Kirche"

war des Thema der gestrigen Katechese, die der Salzburger Weihbischof Laun in unserer Stadtpfarrkirche St.Peter hielt.

Trotz einer ekelhaften Sommergrippe bin ich doch nach St.Peter, weil ich einfach den Weihbischof Laun hören musste. Und es hat sich gelohnt. 
Der Mann hat ja echt Feuer!

Er ging in seiner Katechese auf die Bundestagsrede des Papstes ein und hat sie in seinen sehr deftigen und deutlichen Worten rekapituliert, interpretiert und erklärt. Zu Beginn stellte er klar, dass es keine "Kirche von unten" geben kann, weil es eben nicht eine Kirche der Menschen ist, sondern die Kirche Gottes und die Kirche Christi.


Natürlich bekamen auch die in Berlin nicht-anwesenden Politiker ihr Fett weg. Bischof Laun wiederholte sich immer wieder in seiner Aussage, dass der Staat nicht das Recht habe, alles zu tun- oder besser, dass nicht alles, was der Staat tut, Recht ist. Weil - und das sagte der Papst ja bereits in Berlin - es ein Recht über dem Recht des Staates gibt: das Recht Gottes. Ein Staat kann die Gebote nicht einfach außer Kraft setzen. Das sei das Missverständnis, das in derzeitigen westlichen Rechtsstaaten zu absurden Gesetzen führen würde. Gottes Gebote bleiben gültig - auch wenn man sie ignoriert. Hart, aber herzlich hat er dann einige Beispiele herausgegriffen, z.B. dass eine Homoehe eben keine Ehe ist, oder dass eine Abtreibung Mord ist, egal wie man es umschreibt. Ein weiteres schönes Beispiel war die Aussage, dass es Tierschutzgesetze gibt, die eine "artgerechte Haltung" strikt vorschreibt, man aber dem Menschen diese "artgerechte Lebensweise" verweigert. Bischof Laun führte hier die "Kinderverwahranstalten" an, da es doch eher artgerecht sei, wenn Kinder von ihren Eltern großgezogen würden, wobei jedes Elternteil eine ihm bestimmte Aufgabe hat. 
Hinzu kommt, dass Weihbischof Laun frei referiert hat, sehr temperamentvoll und mitreißend. Man konnte aus jedem Wort seine Begeisterung für den Glauben und die Kirche hören - und natürlich seine Liebe und Treue zu unserem Papst.
Schön an diesem Abend war außerdem, dass Weihbischof Laun es sich nicht hat nehmen lassen, das vor der Katechese stattfindende Herz-Jesu-Amt zu zelebrieren. Eine zusätzliche freudige Überraschung für alle, die schon zur Feier der Heiligen Messe in die Kirche kamen. Es war eine wunderschön heilige Messe - ganz ohne Orgel und wir haben à capella gesungen. Weihbischof Laun erfreute uns sogar noch mit einer kurzen Predigt, weil - wie er sagte - die Lesungen eine wichtige Hinführung auf die erste Enzyklika Papst Benedikts, "Deus Caritas Est" sei.
Es war wirklich eine große Freude Weihbischof Laun zu erleben und es ist schade, dass es im deutschsprachigen Raum nicht mehr solcher Bischöfe gibt, die so offen und ungeschminkt Klartext reden. 
Auch die Zuhörer waren sichtlich angetan von seinem Vortrag. Man bekommt immer mehr den Eindruck, dass die Menschen genau solche deutlichen Worte innerhalb unserer Kirche vermissen und dass sie froh sind, wenn ein Bischof einmal eine so deutliche Sprache benutzt.

Leider habe ich im Moment noch keine Information, ob diese Katechese von Radio Horeb aufgezeichnet wurde... es wäre schön, deshalb bleibe ich am Ball.



3 Kommentare:

  1. Weihbischof Laun ist wirklich ein guter Mann. Aber leider ist er auch ein »einsamer Rufer in der Wüste« und wird oft mißverstanden und bewußt falsch zitiert. Schön, daß er in München so gut angekommen ist.
    Mit samstäglichem Gruß aus Salzburg

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Noch mal von vorn:
    Nein, es kann keine "Kirche" von unten geben. Schon bei dieser Namenswahl fragt man sich, wie weit unten? Ganz unten ?
    Das wäre ja dann die Kirche des Widersachers und die kann eigentlich keiner wollen, nicht mal die gleichheitsversessensten, weichgespültesten Zeitgeistkonformsten, die eine selbstgestrickte Kirche mit selbstgebastelter Liturgie, selbst"komponierten", von blockflötespielenden Selbstsucherinnen begleiteten Liedern und die geschiedene wiederverheiratete Priesterinnen ( mit Doppelnamen) am Altar wünschen.

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