Mittwoch, 5. September 2012

Gender, Brecht und der Augenschein

es geistert durch die Blogozese und auch  hier hat man sich des Themas angenommen.
Tja, kann ich da nur sagen, ich weiß das schon seit ungefähr 25 Jahren.
Ich komme zwar aus dem politisch linken, feministischen Umfeld und bin, wie so viele andere auch,  nach langem 'Schweinehüten bei den Hegelianern',  wieder nach Hause gekommen, und ich gehöre eigentlich zu den Mädchen, die lieber mit Lego, als mit Puppen spielten und habe auch  ein typisches Männerstudium (wir waren im ersten Semester gerade mal  2 Mädchen) erfolgreich, mit cum laude, abgeschlossen.
Aber trotzdem halte ich von der ganzen Quoterei und Genderei Nullkomma garnix.

 Um mal versuchsweise zu erklären warum, plaudere ich mal aus meinem Nähkästchen.
Als ich noch auf dem Weg zur Eroberung der Männerwelt war,  geschah  etwas, das  ich nie erwartet hätte, ich wurde schwanger!
 und damals, als der Gender noch nicht wirklich in den Hirnen der Öffentlichkeit angekommen war, kursierte an den Unis ein Buch, das den Titel trug "Wie kommt das Salz ins Meer?" Untertitel "Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht!"
Alle Welt wies mich  darauf hin, dass ich ja nur nicht geschlechtsspezifisch erziehen solle.
Irgendwie war's mir egal, auch wenn Freunde und Bekannte ihren Jungs mit Gewalt Puppenwagen aufdrängten und sauer waren, das die Jungs selbige zerlegten und die Mädchen bis zum Kindergarten ausschließlich in Hosen herumliefen und nur Autos geschenkt bekamen, dann aber doch an  Fasching, zum Entsetzen der Eltern,  partout Prinzessin sein wollten.




Aber als mein  Kind auf die Welt kam, war der einfach männlich, absolut männlich!
Ich war echt beeindruckt.
Der Kurze konnte kaum krabbeln, da lagen ihm die Mädchen original zu Füßen.
Malen wollte er auch nicht und Blumen waren ihm egal. Jeder Stock war ein Gewehr und die Kindergärtnerin verbrachte endlose Stunden, diesen raufenden Klumpen Jungs (ist halt schon ne Weile her, heutzutage würde wahrscheinlich ein Psychologe zugezogen) zu sortieren.
Sein Sparringspartner aus dem Kindergarten (Zitat: Ihr Sohn  hat meinen Sohn in den Sand geschmissen und guggen Sie jetzt das T-Shirt, ganz verrissen!),  ist nebenbei bemerkt, immer noch sein bester Freund.
Kindergeburtstage des Filus' sind in meinem Kopf immer noch, mit der Erinnerung an leichten Horror abgespeichert. Horden schreiender, tobender Jungs, die beständig davon abgehalten werden müssen, sich zu verprügeln und beständig Action erfordern. Es ist völlig erstaunlich wie schnell eine Bande kleiner Jungs einen ausgesuchten Parcour für Schnitzeljagd absolvieren kann!

Dachte ich damals irgendwie (was dem ganzen Feminismus ja unausgesprochen zugrunde liegt,  dass alle Menschen männlich sind ) "naja so sind se  halt die Kinder!"

Kündigte sich dann das nächste Kind an. Diesmal eine Tochter!
Die  war nun von Geburt an absolut weiblich und zickig.
Lächelte ich früher nur überlegen (dabei mir selber auf die Schulter klopfend und es auf mein Konto verbuchend) wenn andere Mütter sich drüber beklagten, dass die Tochter nur diesen Brei und nicht jenen essen würde. Hatte ich nun genau dasselbe Problem! Fräulein Tochter präferierte die linke Brust, die rechte war ihr nicht genehm. 
Dann kam der erste Kindergeburtstag, mitten im Winter, ich panike, denke: "um Himmelswillen! 6 Mädchen innendrin beschäftigen, das überleb ich nicht".
Es wurde dann ein ganz entspannter Geburtstag, die Mädchen hockten alle um einen Tisch und spielten irgendeines der geschenkten Spiele und bastelten vor sich hin.
Es hat mich damals, selber, die ich in der Sache einfach unentschieden war, überrascht. Seitdem halte ich dieses ganze Gender Zeug für absoluten Quatsch.

Was die Sache m.E. so schwierig macht, klar kann ich besser rechnen als mancher Mann und es gibt Unmengen von Männern die besser ausländisch können, als ich.

Aber Frauen sind keine Männer und auch nicht dazu gerufen die Dinge besser hinzukriegen, als die Herren der Schöpfung.
Nein helfen sollen sie und das können sie gut! Wirklich gut!
Wer das nicht glaubt, der lese die ersten Kapitel des Buches Genesis.
So war Einstein verheiratet und seine Frau hat ihm seine ganzen Formeln nachgerechnet, überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
Kardinal Ratzinger sagt irgendwo, dass in dem Maß wie die inneren Wüsten zunehmen, auch die äußeren zunehmen und das meint er nicht nur ökologisch.
Je nun, wenn die designierten Hüterinnen des Inneren sich eben zu sehr um das äußere kümmern!
Und er sagt in Salz der Erde auch, dass die Krise der Frau sich am deutlichsten an der Ordensfrau zeigt.

Es ist ein ungeheuer emotional besetzten Thema und ich weiß auch, dass es kleine Jungs gibt, die kaum was essen, kann aber aus Erfahrung sagen mein jüngster Sohn, der von dem, was er schlußendlich zu sich nimmt, mindestens genauso schlimm ist, wie seine Schwester, zickt einfach auf eine komplett andere Art beim Essen  herum.
Es gibt wahnsinnig sprachbegabte Männer. Ich habe einen Bekannten der ist 3 Tage in einem Ausland und dann fängt er an zu radebrechen und nach 3 Wochen führt er politische Diskussionen in der Landessprache.
Es ist schwer mit oberflächlichen Beispielen zu argumentieren, weil die Verschiedenheit was Inneres ist.
Innere Dinge kann man nicht mit äußeren Maßstäben messen, das gleicht dem Versuch die  Inhalte eines Kuchens anhand äußerer Kriterien festzustellen.
Sowas ist nicht hundertprozentig verkehrt, aber nicht wirklich hilfreich.
Um der Sache den letzten Schliff zu geben so war ich grad einkaufen:

Da stand so ein LKW vom Gartenbaubetrieb herum und die junge Dame im grünen Arbeitsdress hatte brutale Schwierigkeiten, von außen sich so auf die Aufbauten zu stellen, dass sie in der Lage war das Dielenbrett herunterzuziehn.
Sie hat geschlagene 5 Minuten gebraucht und dann das falsche Brett gebracht!
Ihr Kollege (gleich alt) hat das in 30 Sekunden erledigt!.

Was das Ganze mit Brecht zu tun hat?
Je nun in seinem tendenziösen Agit Prop Werk "Galilei Galileo" das so tut, als habe man damals selbstverständlich gewusst, das Luft Gewicht hat und die Gravitation kein Medium braucht um wirken zu können, kommt eine sehr suggestive Szene vor. 
Und zwar fordert Galilei den Kardinal und den kleinen Mönch auf, durchs Fernglas zu guggen, dann würden sie schon die Jupitermonde sehen und damit einsehen, dass er recht hat.
Nun finde und fand ich schon immer, das es sich Brecht zu einfach macht, mir den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, aber der Trick im Buch ist, der Kardinal und der Mönch weigern sich zu guggen.
Beim Gender ist es noch einen Tick schlimmer, sie sehen und weigern sich wahrzunehmen,
Es gilt immer noch Christian Morgenstern's "..........und darauf schließt er messerscharf, das nicht sein kann, was nicht sein darf
Wahrhaftig sie sehen und sehen doch nicht.
Ach und weil's so schön ist, und ich es mir wie Alpius und andere nicht verkneifen konnte, hier noch folgende Meldung:













2 Kommentare:

  1. Wenn man die unterschiedlichen Gehirnstrukturen und die dortigen Verschaltungen in Jungen ud Mädchen betrachtet erkennt man eine optimale gegenseitige Ergänzung: Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann sich
    zu mehr ergänzen (Siehe Vwergwaltigung der menschlichen Identität, über die Irrtümer der gender-Ideologie

    AntwortenLöschen
  2. Danke! Halte mich für abgeklärt. Habe als Mädchen darunter gelitten, Röcke tragen zu müssen. Aber das war was Persönliches. Ich habe drei Kinder zweierlei Geschlechts, denen ich rollen,- gender- oder sonstwiemäßig nie zu nahe trat: Weder habe ich "rollengemäße" Dinge unterstützt, noch verboten, und siehe da: Die Damen praktizierten Rosa und Malerei, der Herr Fußbälle und Autos.
    Ist so. Und es ergänzt sich, wie ich finde: Das Salz in der Suppe der Zwischenmenschlichkeit, irgendwie.

    AntwortenLöschen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.