Sonntag, 19. Mai 2013

Über das Geschwätz, oder wo Papst Franziskus, Luther und die Arbeiterbewegung, sowie A. Püttmann einer Meinung sind

Papst Franziskus hat heute bei seiner täglichen Heiligen Messe über das Geschwätz referiert. Hier der Bericht bei kath.net und hier von Radio Vatikan.
Interessant ist, dass er laut dem kath.net Bericht wörtlich sagt ...........Wenn ein Mensch wirklich einen Mangel hat, etwas Schlimmes angestellt hat, dann wird das erzählt, und man ‚macht den Journalisten’....
Es erinnerte mich sofort an den Vortrag von Andreas Püttman beim Bloggertreffen , wo er die Berichterstattung  über die katholische Kirche unter den Stichworten „Marginalisierung, Banalisierung, Moralisierung, Skandalisierung“ zusammenfasste. Jedoch seinen wir ehrlich, ist doch die Skandalisierung und Moralisierung, auch bei andern Themen, das Kennzeichen des Journalismus, frei nach dem altbekannten Motto "good news are no news".


Man möchte natürlich sofort einwenden, insbesondere wenn plakativ zusammengefasst wird, "Papst Franziskus will, dass man sich nicht ins Leben der anderen einmischt"; dass das ja der Nächstenliebe widerspricht und doch eigentlich Lehrer, Ausbilder, Eltern,  Ärzte, Polizisten und  Therapeuten doch genau solche sind, die sich sozusagen von Berufs wegen, ins Leben der anderen einmischen müssen.
Sorum meint der Papst es aber nicht,sondern es geht ihm um die Motivation, warum man sich um den anderen kümmert und wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, so spricht er mir damit so richtig aus dem Herzen; habe ich doch oft bei vielen, die vollmundig das Elend in der Welt beklagten das Gefühl, es geht nach dem Motto "Brot für die Welt aber die Wurscht bleibt hier" oder noch schlimmer, man gugt auf das Elend des Nachbarn, informiert sich akribisch über das warum und wieso und fühlt sich dann richtig gut, weil es einem selber ja sooooo schlecht nun nicht geht und man selber ja nie auf die Idee käme, diesen oder jenen Fehler des Nachbarn zu begehen.
Auch die selige Mutter Theresa, die ja den Titel Engel der Armen zu Recht trägt, hat gesagt, es wäre um einiges besser in der Welt, wenn jeder sich um seine eigenen Fehler kümmern würde.
Ja wahre, reine Nächstenliebe, die nicht nach dem Subtext ortsüblicher Fürbitten (Lieber Gott, ich bin ja so gut und toll. Nun gibt es welche denen geht es nicht so gut, schick denen Hilfe (aber bitte nicht mich) Und vergiss nicht, das ich dich um Helfe gebeten habe, weil deshalb bin ich ja richtig gut, viel besser als andere ) gestrickt ist, die hat wohl nur Jesus Christus gekonnt, weil er wirklich geliebt hat bis ans Kreuz.
Lege ich die Predigt von Papst Franziskus über das Geschwätz unter die  ortsübliche Rederitis im Gottesdienst so muss ich sagen "Ach wenn sie doch auf Papst Franziskus hören möchten." Hat der Pfarrer seinen guten, schlechten Tag so erfreut er die Gemeinde mit einer Rede zur Eröffnung, einer Erklärung vor der Lesung, einer Erklärung vor dem Evangelium, der Predigt, deutenden Worten zu den Fürbitten, der Verkündigung am Schluß und wenn es dann ganz knüppeldick kommt, so redet am Ende noch der PGR Vorsitzende oder jemand verließt noch einen, mehr oder minder gelungenen, meditativen Text. Hat man dann noch die Kraft nach der fehlenden 2ten Lesung und den herumhüpfenden Kommunionhelfern und dem zugehörigen pastoralen Notstand   zu fragen heißt es "Ja man wollte die Messe nicht zulange werden lassen!.

Mir fällt dann immer nur das alte Arbeiterkampflied ein wo es heißt "...es macht ihn kein  Geschwätz nicht satt..........."oder eben die Übersetzung des 90ten Psalm von Luther ein, wo er den 9ten Vers übersetzt mit:
Wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz.......... in anderen Übersetzung heißt es an der Stelle "unsere Jahre fliegen vorbei" auch eine Mahnung die Zeit zu nutzen.

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