Mittwoch, 31. Juli 2013

Wie dick ist ein Blatt Papier?

Zum Tag des heiligen Ignatius: Die Jesuiten in Südamerika


Wir hatten das Thema ja letztens schon mal in einer längeren Diskussion in unserem Beitrag zum Eröffnungs-Gottesdienst der Münchner Opernfestspiele. Es gab eine Diskussion über die europäische Kultur und es ging darum, dass die Jesuiten diese Kultur nach Südamerika gebracht haben. Es ging aber auch darum, dass es den Jesuiten gelungen ist, mit Hilfe von Geigen und schöner Musik die Indios in die Gottesdienste zu "locken" und sie damit dazu beitrugen, dass sich die indigenen Völker zum Christentum bekehrten.
Kurze Zeit später gab es in ZeitOnline einen sehr guten lesenswerten Artikel über das Wirken der Jesuiten in Südamerika. Der Artikel beschreibt den Alltag im  Jesuitenstaat in Paraguay, ein "einzigartiges Refugium für die Indios vor Ausbeutung und Versklavung..."

Von 1609 an zogen die Jesuiten aus den Städten an "die Peripherie", gründeten Missionsstationen, aus denen Siedlungen erwuchsen. Sie verfassten Wörterbücher und Grammatiken. In jeder Siedlung gab es eine Schule, wo die Kinder lesen und schreiben lernten. Um sie zur Arbeit anzuregen, setzten die Missionare Musik ein.
So schnell wie die Priester die Sprache der Indios lernten, lernten die Ureinwohner, europäische Vespern und Messen aufzuführen. So wurden aus Lehmsiedlungen steinerne Barock-Städte mit Kirchen, Straßen und Gewerbebetrieben. Der Artikel ist wirklich sehr beeindruckend und räumt mit vielen Vorurteilen auf. Er führt hin zum jesuitischen Wirken bis in unsere Zeit und hier steht wohl das bemerkenswerteste. Es geht um den Krieg der Lateinamerikanischen Diktaturen gegen die Kirche und es geht um Jon Sobrino, einem Jesuitenpater und Vertreter der Befreiungstheologie, der wegen einer Auslandsreise ein Massaker überlebte.
Quellen: Wolken = Photodisc Vol.1
Papierberg = Eiskönig@Fotolia.com
#21801136
Jobrino verfasste ein paar Jahre später und hier jetzt der Originaltext aus Zeit Online ".... zwei theologische Standardwerke, in denen er sich gegen eine Sicht wandte, die Jesus als einen rein "fürsorglichen",  barmherzigen Christus versteht: "In Jesus aber hat Gott den Christus, den Träger messianischer Hoffnung, mit der Befreiung der Unterdrückten  verbunden." 2007 wurde der Jesuit als erster Theologe unter Papst Benedikt XVI. deswegen abgemahnt. Der Vorwurf: Sobrino mache nicht den Glauben der Kirche zum Ausgangspunkt der theologischen Reflexion, sondern die "Kirche der Armen"..

Und ich stehe jetzt etwas hilflos da und frage mich, wieviel ist ein Blatt Papier?






Kommentare:

  1. Meine Kinder hatten mal so einen dieser "Lernkästen" zur Papierherstellung
    Das ergab ganz schön dickes Papier! http://www.ebay.de/itm/Kosmos-659066-Mitbring-Experimentierkasten-Papier-Schopfen-/111091364662
    Man kann auch ein großes, normaldünnes Papier, z.B A1 Format, ziemlich oft falten, dann ist es immer noch nur ein Blatt Papier, jedoch ziemlich dick.
    Ja, ja mit sophistischen Spitzfindigkeiten lässt sich vieles verbal retten.

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  2. Man kann die Schlussfrage auch etwas konkreter beantworten. Ein Blatt Papier ist, dass Benedikt, wäre er noch Papst, den Herrn Bergoglio, wäre der noch Kardinal, disziplinieren würde. Weil der nicht den Glauben der Kirche, sondern die "Kirche der Armen" zum Ausgangspunkt macht.

    Ist das in der Vergangenheit was versäumt worden?? Eine "Kirche der Armen" gibgt es übrigens gar nicht. So wenig wie eine Kirche der Reichen.

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