Montag, 5. August 2013

Guardini, das Ende der Neuzeit, die Liebe und ein Versuch zu verstehen

Ich kann es einfach nicht lassen, ich versuch immer wieder  geistlich zu verstehen, was so schwer zu verstehen ist, nämlich die Lage der Kirche.
Man erwartet irgendwie, dass die massive Übertretung von Gottes Gebot, Folgen haben müsste, es hat auch Folgen die Leut sind unglücklich, obwohl sie alles haben und sie weigern sich das Leben weiterzugeben und wenn einer doch sich zu einem Kind durchringt, so ist sein dringendstes Problem "Wo stell ich das nur ab?"
Es liesse sich viel dazu schreiben, aber scheinbar geht es uns doch immer besser, je weiter der Weg nach unten geht.
Nun, so im Nachdenken auch über diesen Beitrag wo es darum geht, dass man die kirchliche Lehre nicht beständig ventilieren müsse, weil sie ja eh jeder kennt.
Wobei ich sagen muss, das seh ich nicht so, kennen tut die kirchliche Lehre, jeder nur in der Verzerrung "die müssen" die dürfen nicht" die haben ja keine Ahnung".......... und mir immer wieder jene Postkarte Hans Urs von Balthasars, an den jungen Theologieprofessor Josef Ratzinger einfällt, die ermahnt "den Glauben nicht vorauszusetzen, sondern vorzusetzen" was selbiger Josef Ratzinger ja sein Leben lang beherzigt hat,
in Verbindung mit dem Bericht über den Gottesdienst in der Theatinerkirche, von Mitbloggerin Cinderella,  bin  ich mal wieder auf Guardini gestoßen, der in "das Ende der Neuzeit" folgendes schreibt:
Wenn wir die eschatologischen Texte der Heiligen Schrift richtig verstehen, werden Vertrauen und Tapferkeit überhaupt den Charakter der Endzeit bilden. Was umgebende christliche Kultur und bestätigende Tradition heißt, wird an Kraft verlieren. Das wird zu jener Gefahr des Ärgernisses gehören, von welcher gesagt ist, daß ihr, »wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten erliegen würden« (Mt 24,24). Die Einsamkeit im Glauben wird furchtbar sein.


 Die Liebe wird aus der allgemeinen Welthaltung verschwinden (Mt 24,12). Sie wird nicht mehr verstanden noch gekonnt sein. Um so kostbarer wird sie werden, wenn sie vom Einsamen zum Einsamen geht; Tapferkeit des Herzens aus der Unmittelbarkeit zur Liebe Gottes, wie sie in Christus kund geworden ist. Vielleicht wird man diese Liebe ganz neu erfahren: die Souveränität ihrer Ursprünglichkeit, ihre Unabhängigkeit von der Welt, das Geheimnis ihres letzten Warum. Vielleicht wird die Liebe eine Innigkeit des Einvernehmens gewinnen, die noch nicht war. Etwas von dem, was in den Schlüsselworten für das Verständnis der Vorsehungsbotschaft Jesu liegt: daß um den Menschen, der Gottes Willen über Sein Reich zu seiner ersten Sorge macht, die Dinge sich wandeln (Mt 6,33).
Dieser eschatologische Charakter wird sich, scheint mir, in der kommenden religiösen Haltung anzeigen. Damit soll keine wohlfeile Apokalyptik verkündet werden.

Niemand hat das Recht zu sagen, das Ende komme, wenn Christus selbst erklärt hat, die Dinge des Endes wisse der Vater allein (Mt 24,36). Wird also hier von einer Nähe des Endes gesprochen, dann ist das nicht zeithaft, sondern wesensmäßig gemeint - daß unsere Existenz in die Nähe der absoluten Entscheidung und ihrer Konsequenzen gelangt; der höchsten Möglichkeiten wie der äußersten Gefahren.

Ich finde Guardini immer wohltuend, obwohl er keinen billigen "frommen"  Optimismus verkündet und auch keine im Schrecken suhlende Weltuntergangstimmung verbreiten, nein er sieht klar, erschreckend klar, plagte sich wohl auch selber mit schwermütigen Gedanken, der junge Kardinal  Ratzinger erzählt in Salz der Erde , wie sein Pfarrer, bei seiner ersten Kaplanstelle von einem Treffen mit Guardini wiederkam, wo der sagte dass der Glaube mit zunehmenden Alter nicht leichter würde.
Im Prinzip sagt Guardini, das was, die Muttergottes in Lourdes der Bernadette gesagt hat "Glücklich werden  Sie erst im kommenden Leben werden" und wenn wir uns beschweren wollen, so sagt er "Lest die Schrift, da steht alles drin"
 

Kommentare:

  1. Liebe Ester,

    sehr schöner Post und sehr bedenkenswerte Worte von Guardini. Vielen Dank.

    Vielleicht darf ich zu meinem Post, den Du verlinkt hast, anmerken, dass es dabei nicht darum ging, nicht beständig "die kirchliche Lehre" ventilieren zu müssen. Ich bin überzeugt, Papst Franziskus hat das in allen seinen Ansprachen sehr wohl getan.

    Aber: der Glaube und die kirchliche Lehre besteht nicht nur aus den sogenannten "Reizthemen" (die der Kirche von den Medien aufgezwungen werden)- konkret ging es hier um die Frage der Journalistin an den Papst, warum er nicht über Abtreibung und "Homo-Ehe" zu den Jugendlichen gesprochen habe. Also: die Botschaft war: außer den Reizthemen gibt es noch andere und zwar wesentlichere Aspekte des Glaubens. Und die darf man der Reizthemen wegen nicht vernachlässigen.

    LG FW

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    1. "der Glaube und die kirchliche Lehre besteht nicht nur aus den sogenannten "Reizthemen" " nein- und er besteht auch nicht nur aus der Armutsfrage.
      Ob Abtreibung & Homo-Ehe nur Reizthemen der Medien und nicht vielmehr geradezu fundamentale Probleme der Kirche und des Glaubens sind, darüber kann man vielleicht streiten.
      Und noch eine Frage: wer ( und zudem welcher Papst der letzten Jahrzehnte) hätte denn die "wesentlicheren Aspekte" des Glaubens wg. der "Reizthemen" vernachlässigt?
      Es sind eben nicht Abtreibung und HS-Ehe, die die medialen Reizthemen bilden sondern die Abschaffung des Zölibats, die Frauenordination und die wiederverheirateten Geschiedenen.

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    2. Nochmals: Es ging in meinem Post um die Journalistin, die Papst Fanziskus gefragt hat, warum er zu dem Jugendlichen nicht über Abtreibung und "Homo-Ehe" gesprochen hat. Der Papst hat darauf geantwortet, er hätte dazu keine Notwendigkeit gesehen - und ich wage zu behaupten, nicht deswegen, weil er diese Themen für unwichtig hält, sondern weil er weiß, dass die Jugendlichen (nämlich die, die zum Weltjugendtag gekommen sind, und die alle aus einem mehr oder weniger katholischen Umfeld kommen) schon gehört haben und wissen, wie die Kirche zu diesen Themen steht.
      Als die Journalistin ihn fragt, wie denn SEINE Haltung zu diesen Themen sei - was nur in der Absicht geschehen sein kann, dem Papst eine Formulierung zu entlocken, die nicht dem Kurs der Kirche entspricht, bekannte Papst Franziskus, dass seine Position keine andere als die der Kirche ist. Womit er jegliche Hoffnung irgendwelcher reformwütiger Leute zunichte gemacht haben dürfte (weshalb diese Antwort auch so gut wie in keinem Medium beachtet wird).

      Wenn man die Ansprachen und Predigten des Papstes liest, merkt man, dass das Themenspektrum durchaus über die Armutsfrage hinausgeht. Es wäre unfair, den Papst auf dieses eine Thema festlegen zu wollen.

      Der Papst sieht Fragen wie Abtreibung (bzw. Lebensschutz) und "Homo-Ehe" übrigens tatsächlich nicht als "fundamentale Probleme der Kirche und des Glaubens", also nicht als religiöse Fragen, sondern als "wissenschaftlich moralische Frage(n)" (vgl Buch: El Jesuita, S. 102), die die Würde des Menschen betriffen.

      Du fragst:
      "Und noch eine Frage: wer ( und zudem welcher Papst der letzten Jahrzehnte) hätte denn die "wesentlicheren Aspekte" des Glaubens wg. der "Reizthemen" vernachlässigt?"
      Die Frage verstehe ich in dem Zusammenhang nicht. Auch Papst Benedikt oder JPII. haben auf Weltjugendtagen nicht notwendigerweise von Abtreibung und "Homo-Ehe" gesprochen, oder?

      Der Papst mag Schwächen haben, wie seine Vorgänger und er hat auch Stärken - wie seine Vorgänger -, die manchem vielleicht noch nicht so bewusst sind, aber ich halte es nicht für zielführend, ständig auf seinen Schwächen und Unverständnis ihm gegenüber herumzureiten, ich halte es nicht nur für unangebracht sondern - gerade auch im Hinblick auf die, die sich "konservativ" nennen und für die "gute Sache" kontraproduktiv. Ich bitte, dieses offene Wort nicht übelzunehmen.

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    3. Wir nehmen das offene Wort nicht übel, nehmen aber für uns in Anspruch eine eigene Meinung zu haben, auch wenn sie von der Mehrheit-besonders den Jubelchören in den mainstream-Medien abweicht. Papst Franziskus ist keiner, der verteidigt werden muß, weil er von allen Seiten angegriffen und niedergemacht würde, im Gegenteil die allgemeinen Hosiannagesänge sind so laut, daß ein bißchen Kritik an seltsamen Entscheidungen, Worten oder Gesten sicher ertragen werden kann. Ihnen bleibt die Kritiklosigkeit unbenommen- aber noch gibt es auch in der blogozoese die Meimnungsfreiheit.
      Und eines ist nicht zu leugnen, sowohl Papst Johannes Paul II als auch Benedikt XVI haben Essentielles, Unbequemes und Schwieriges auch bei den WJTs thematisiert.

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  2. Liebe Frischer WInd ich wünschte du hättest recht, aber was ist denn die wesentliche Botschaft des Glaubens?
    Doch die Erlösung von den Sünden und zwar die Erlösung durch den Kreuzestod Christi!
    Und das kapiert in Gutmenschenzeiten doch keiner mehr.
    Man misst die Kirche an von außen aufgedrückten Ansprüchen erwartet von jedem Frommen ein sozialer, geduldiger, liebenswerter Supermann zu sein, der all denen die im modernen Wettlauf, wo der Schnelle den Schnelleren überholt, ausgepowert oder sich selber ruiniert habend, mit der Trias Sex and drugs and Rock n' roll; also all denen die fertig am Wegrand liegen soll der Christ aufhelfen, damit sie weiter im Gleichschritt mittaumelen können.

    Im übrigen ist Abtreibung keine einfaches Reizthema, sondern eines der Themen, wo es um Leben oder Tod geht und die Frage des Lebens, des ewigen Lebens ist in der Tat das eigentliche Thema des Glaubens, nur ist halt die Vorraussetzung des ewigen Lebens das zeitliche Leben.

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    1. Wenn das keiner mehr kapiert, wird es eben Zeit, die Dinge wieder zu erklären - den Menschen guten Willens. Und das tut doch der Papst, oder?

      Zum Thema Abtreibung siehe oben in der Antwort an Damasus.
      Die wesentliche Botschaft des Glaubens nennst Du ganz richtig. Deshalb spricht Papst Franziskus beim WJT auch über so wesentliche Sachen wie Gebet, Sakramente, tätige Nächstenliebe, vom Auferbauen der Kirche aus lebendigen Steinen, die die Jugendlichen (und natürlich wir alle) sein sollen usw. Es reicht nicht, nicht abzutreiben, oder die "Homo-Ehe" zu verhindern oder selbst keine "einzugehen". Es reicht nicht, keine Kinder zu verhüten und es reicht nicht, vor der Ehe enthaltsam zu leben. Wesentlich ist das Leben aus der Gnade und wie das geht, das versucht Franziskus zu vermitteln. (Und daraus ergibt sich das andere dann von selbst.)

      Stell Dir vor einer der Jugendlichen wird morgen bei einer Schießerei in einer Favela erschossen. Es ist unwesentlich, dass er Argumente gegen Abtreibung kannte oder gegen vorehelichen Sex war, was zählt ist, ob er im Stande der Gnade war, ob er eine "Beziehung" zu Christus hatte: Gebet, Sakramente, werktätiger Glaube...

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    2. Jetzt versuchen Sie unsere Worte dahingehend zu verdrehen, daß JP II und B16 nur über Abtreibung und HS-Ehe geprochen und das Seelenheil der Jugendlichen vernachlässigt hätten. das ist rhetorisch unredlich und erübrigt jede weitere Diskussion.
      Das wissen Sie aber sicher auch selber-wenn sie die Messen bei den entsprechenden WJTs mitverfolgt haben.

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    3. Menschen guten Willens? In einem Presseartikel habe ich letztens mal gelesen, dass viele Kinder "Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb" für ein Gebet halten. Das entspricht in etwa dem, was ich gestern in einer Predigt gehört habe: Die christlichen Glaubenskerne werden banalisiert. Und der Papst wirkt im Moment kräftig daran mit. Vielleicht - ohne, dass er es will (das weiß ich nicht), aber die Medien reagieren auf seine Worte und Gesten, deuten sie in ihrem Sinne um und "verkaufen" dies, als ob das genau die Kirche sei, die sie sich schon immer gewünscht haben. Dadurch werden Glaube und Kirche immer mehr in Richtung Sozialverein marginalisiert, das Papsttum wird derzeit auf Aktentaschen, schwarze Schuhe und Kleinwagen reduziert. Vor dem Abdriften in einen Sozialverein hat der Papst kurz nach seinem Amtsantritt mehrfach gewarnt ... jetzt wird es durch die Medien beschleunigt. Und wir lassen es zu und jubeln mit? Warum? Das ist es doch gar nicht, was der Papst von uns erwartet. Ich habe gerade das Flugzeuginterview gelesen, da steht u.a. drin, dass er die schöne alte Liturgie der Orthodoxen liebt und dass er es gut findet, dass sie das über die Jahrhunderte bewahrt haben. Warum sollte dann die Frage nicht erlaubt sein, wieso er die katholische Liturgie banalisiert, da ihm alles zu prächtig ist? Soll man da wirklich laut "Oh wie toll" rufen? Das ist gar nicht im Sinne des Papstes, denn er hat im gleichen Interview gesagt: "Es gefällt mir zum Beispiel, wenn jemand zu mir sagt: ,Ich bin nicht einverstanden‘ … Das ist ein wirklicher Mitarbeiter."

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    4. Sehr geehrte Frau Damasus,
      entschuldigen Sie, dass ich Sie geduzt habe, wir kennen uns ja (noch) nicht... ;-)

      Also, hier haben Sie vielleicht nicht ganz genau gelesen: Ich schrieb oben:
      "Auch Papst Benedikt oder JPII. haben auf Weltjugendtagen nicht notwendigerweise von Abtreibung und "Homo-Ehe" gesprochen, oder?"
      Wie Sie jetzt auf die Unterstellung kommen, ich würde Ihre Worte verdrehen und behaupten, "JP II und B16 (hätten) nur über Abtreibung und HS-Ehe geprochen und das Seelenheil der Jugendlichen vernachlässigt", ist mir ein Rätsel und finde ich gleichfalls "rhetorisch unredlich". Schade.

      Ihre eigene Meinung sei Ihnen unbenommen...

      http://www.youtube.com/watch?v=0gVFIqp0tjA :-)

      Pax et bonum!

      FW

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    5. Ich bin davon überzeugt, wenn ich morgen erschossen werde, dann hilft mir ausschließlich, wenn ich vor Gott in die Knie falle, in seiner Liebe, den Blick auf mich aushalte und wie es so altmodisch heißt "Mich von seinem Blut reinwaschen lasse".
      Ich halte das übrigens, so leicht wie es sich anhört, für eine extrem schwierige Sache, die dem Stolz des Menschen, diametralst entgegensteht.
      Nichtsdsdotrotz hat der Herr aus seiner Seitenwunde die Kirche hervorgehen lassen, deren Prunk, Pracht, Vorschriften, Ämter und Verbote einen einzigen Sinn haben, dem Menschen zu helfen in der für ihn alles entscheidenden Stunde (das ist die eigene Todesstunde) nicht zu versagen, oder besser ausgedrückt in dieser Stunde einsehen zu können, das man nix war als ein unnützer Sklave, egal ob man zur Ehre Gottes Dome gebaut oder Kartoffeln geschält hat.
      Du siehst es geht um das geistige, das metaphysische, das göttliche, und nicht, wie es in Deutschland allenthalben seit Jahren verkündet wird, um reine Innerweltlichkeit. Und ich schreib es jetzt mal einfach so, wie es mir vorkommt, diese geistige, metaphysische, transzendierende, übersteigende Dimension seh ich aktuell fast nirgendwo mehr, auch nicht in den Äußerungen unseres Pontifex maximus.
      Dabei hat doch sein Ordensgründer immer gesagt, es geht um "magis" um mehr.
      MÖglicherweise hat Gott uns gegeben, was wir verdient haben, als Menschen die immer nur das innerweltliche gesehen und propagiert haben (wie wurde in den letzten Jahren jede Idee von Opfer, ertragen und aufopfern in der Nachfolge Mariens, zugunsten der Emanzipation, der ex manu capere aus der Hand des (römischen Haus) Vaters sich ziehen, bzw entlassen Werdens, lächerlich gemacht?) haben wir nun einen Papst der nur noch innerweltliches Gutsein und anderen Gutes tun, sieht und zulässt.
      Ich sag es mal so, und da möchte ich wieder auf den Guardini Text oben verweisen, ja vor unseren Augen vollzieht sich der Niedergang und es ist nirgendwo in Sicht, wie sich, von Inseln abgesehen, der große Plan der Neuevangelisation Europas realisiert.
      Das alles ist kein Grund zu verzweifeln, angefangen hat das ganze unterm Kreuz, an der einen Seite die demütige, ihr Leben lang geplagte Maria aus Nazareth, auf der anderen Seite, der jüngste der JÜnger, dazu noch ein paar andere komische Frauen.
      Mag sein das es am Ende wieder so ist. Oder noch anders, Mann, Frau, ein verborgenes Kind, ein paar fertige Gestalten die doch mal was großes waren (die HIrten) ich weiß es nicht, es spricht einiges dafür.
      Jedoch bedeutet christlicher Optimismus nicht, die Dinge nicht zu sehen.
      Ich hoffe das wir, wie es halt das Wesen des kurzen, hingeschriebenen Wortes ist, nur aneinander vorbeireden.
      Aber bleiben wir beharrlich im Gebet verbunden!

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  3. Landpfarrer06.08.13, 16:55

    @Cinderella:
    "das Papsttum wird derzeit auf Aktentaschen, schwarze Schuhe und Kleinwagen reduziert."

    Das ist das Spiel der Medien, die von der Fixierung auf Äusserliches leben. Müssen wir uns von den Medien da beeindrucken lassen?? Nein. Niemand von uns muss sich das Papsttum auf diese Dinge reduzieren lassen (und tut es ja auch nicht).
    Früher wurde von denselben Medien das Papsttum auf rote Schuhe, höfischen liturgischen Prunk und panzerglasfeste Papamobile reduziert. Genauso albern.

    Wobei mir persönlich schwarze Schuhe, Aktentasche und Kleinwagen da sympathischer sind. Aber das sind äusserliche Geschmacksfragen, zu denen jeder seine eigene Meinung haben kann.

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    1. Der Papst ist ja nicht nur der Hirte für 1,2 Mrd. Katholiken, sondern er ist auch Staatsoberhaupt im Vatikan. Er empfängt dort Regierungsvertreter und die Vertreter anderer Religionen. Was denken die aber, wenn sie das Oberhaupt der Katholiken in einem Kleinwagen sehen? Was haben die denn für einen Gott, der ihrem Führer nur einen Kleinwagen gönnt? So ticken die Leute in Asien und so ticken die Leute in Arabien ... Ist das gut für uns? Ich denke eher nein. Ich habe erst kürzlich wieder in einer Predigt gehört, dass Gott auf den Menschen schaut und nicht auf das drumherum. Für ihn sind Reichtum und Armut zunächst wertfrei, denn ein Reicher kann ein guter Mensch sein, ein Armer ein Böser. Warum also diese "Anbetung" und "Glorifizierung" der Armut? Was will er damit erreichen? Dass die milliardenschweren Katholiken ihr Geld abgeben und damit den anderen das Feld überlassen? Hat sich der Papst einmal darüber informiert, was die M. Gates Stiftung mit ihrem Reichtum macht? Ist das in seinem Sinne?

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  4. Landpfarrer06.08.13, 18:06

    Dass der Papst die Armut "glorifiziert", ist eine bestimmte - sehr kritisch gefärbte - Sichtweise, die zurzeit "en vogue" ist bei Katholiken, die sich mit Franziskus sehr schwer tun. Man kann das auch anders sehen, und der Papst selber würde sicherlich niemals sich sagen lassen, dass er etwas so Schreckliches wie Armut glorifiziert.

    Ich meine, er macht einfach Ernst mit dem, was die Kirche seit mehreren Jahrzehnten "Option für die Armen" nennt. Das klingt zwar nach "Befreiungstheologie", ist es aber nicht, wie jeder lateinamerikanische Bischof bestätigen kann. Es ist schlicht und einfach die bündige Konsequenz aus dem Evangelium. Denn der Weg Jesu - ob es uns gefällt oder nicht - hat nun einmal einen unübersehbaren Zug "nach unten" hin. Zu denen, die nach dem Geist dieser Welt die Zukurzgekommenen sind.

    "Passt euch nicht dem Schema dieser Welt an", sagt der Hl. Paulus in Römer 12. Weil das so ist, überzeugt mich Ihr Argument "Was werden denn die Staatsgäste des Papstes zu seinem Kleinwagen denken?" nicht. Sollen Sie doch indigniert sei darüber, dann macht es der Papst gerade richtig. Als Vicarius Christi steht er für das "radikal Andere" gegenüber all dem, was innerweltlich mächtig und plausibel ist.

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    1. Dann kopiere ich hier jetzt einfach einmal einen Text hier rein aus meinem Beitrag "Wie dick ist ein Blatt Papier". Der enthält diese Aussage:
      ".... 2007 wurde der Jesuit Sobrino als erster Theologe unter Papst Benedikt XVI. deswegen abgemahnt. Der Vorwurf: Sobrino mache nicht den Glauben der Kirche zum Ausgangspunkt der theologischen Reflexion, sondern die "Kirche der Armen ..."
      Ich denke damit ist alles gesagt und jede weitere Diskussion überflüssig. Denn wir drehen uns dann nur noch im Kreis. Ich bin eingetreten, als Benedikt Papst war, weil seine Theologie mich zum Glauben geführt hat. Jetzt kommt ein anderer und sagt genau das Gegenteil. Und ich fange an mich zu fragen, bin ich in eine spirituelle Gemeinschaft eingetreten oder in einen Sozialverein? Und wenn der Landpfarrer den Sozialverein vorzieht, erschreckt mich das eher. ... und ich bin froh, dass ich hier in München (immer noch) mit den Füßen abstimmen kann.

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  5. Landpfarrer06.08.13, 18:55

    Wieso meinen Sie, ich würde aus dem mystischen Leib Christi einen "Sozialverein" machen, bloss weil ich den Terminus "Option für die Armen" böserweise verwendet habe?? Das ist mir rätselhaft. Wenn Sie wegen Benedikt katholisch geworden sind, wissen Sie bestimmt, wie oft auch Benedikt/Ratzinger in seinen Schriften von der "Option für die Armen" spricht.

    Wo sehen Sie Franziskus "genau das Gegenteil" sagen gegenüber Benedikt?

    Aber damit wir uns tatsächlich nicht im Kreis drehen, mal ein grundsätzlicherer Gedanke. Wir sind doch hoffentlich alle der Überzeugung gewesen vor dem Konklave, dass es da nicht um eine "Mehrheitswahl" geht, sondern dass der Hl. Geist den wählenden Kardinälen sozusagen den Stift führt, wenn die ihr Kreuzchen machen. Oder mit Augustinus gesagt: In confusione hominum providentia Dei! Wir selber haben vorher dem Hl. Geist schon ein bisschen in die Speichen gegriffen, weil wir alle überzeugt waren, es könne nur ein "Ratzingerianer" werden. Dolan, Scola, Scherer und wie die "Papabili" alle hiessen.
    Dann haben wir uns am 13. März die Augen gerieben, weil es einer "vom Ende der Welt" wurde, den wir alle nicht auf der geistlichen Rechnung hatten. Das hat bei manchen Katholiken, die sich als "konservativ" bezeichnen, von vornherein Misstrauen gegen Franziskus aufgebracht, bloss weil er nicht als "Ratzingerianer" galt. Und so geht es seither weiter.

    Ich frage mich immer wieder, wenn ich bei Ihnen und anderswo in der "Blogozoese" herumlese: warum ist seither nicht mehr die Rede davon, dass das Konklave keine demokratische Wahl war, sondern dass Gottes Geist die "Wahl" entschieden hat? Wenn Gott Kardinal Bergoglio das Schifflein Petri anvertrauen wollte, dann wird er gewusst haben, warum. Auch wenn es uns schwer fallen mag das zu begreifen. Aber es ist doch GOTTES Entscheidung gewesen. Warum dann die dauernde Kritik?

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    1. Sie haben doch selbst geschrieben "Ich meine, er macht einfach Ernst mit dem, was die Kirche seit mehreren Jahrzehnten "Option für die Armen" nennt."
      Seit mehreren Jahrzehnten ... Genau!!
      Die Kirche ist aber 2000 Jahre alt. Es hat viele Kirchenlehrer gegeben, die in diesen 2000 Jahren gelehrt haben. Papst Benedikt hat diese Lehre in seinen Predigten und Schriften diese Wahrheiten vermittelt - und nicht das, was seit mehreren Jahrzehnten in diese Lehre hineininterpretiert wird.
      Ich denke, wir drehen uns im Kreis in dieser Diskussion. Deshalb sollten wir sie beenden.

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  6. ElizaBerlin06.08.13, 19:34

    @Landpfarrer
    "Denn der Weg Jesu - ob es uns gefällt oder nicht - hat nun einmal einen unübersehbaren Zug "nach unten" hin."??????

    Das habe ich dann wohl vollkommen falsch verstanden. Ich dachte immer, der Weg Jesu führt direkt in den Himmel.
    Ist ja erschreckend, was die Linken aus der Kirche gemacht haben ...

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