Freitag, 24. Januar 2014

Gehorsam gegenüber unmöglichen Oberen, die Trennung von Amt und Person oder die klassiche Antwort in der Lesung von Heute

Ohne das ausweiten zu wollen, aber als rosenkranzzählender, liturgiefixierter, die Frage der Abtreibung beständig im Hinterkopf habender Pelaganier habe ich so meine Schwierigkeiten mit Papst Franziskus und habe mir dafür in sowohl im real - als auch in virtuellen life, den einen oder anderen Rüffel eingefangen.
Ich fand mich aber dennoch immer ganz okay katholisch, weil ja eben der Gehorsam dem Papst gegenüber nur in lehramtlichen Fragen und da, sogar streng genommen, nur dann, wenn er ex cathedra spricht geschuldet ist.
In Angelegenheiten, die nicht dogmatisiert (ex cathedra verkündet) sind, habe ich mein Gewissen zwar an den lehramtlichen Äußerungen (Enzykliken) zu schärfen, kann also nicht sagen "so ein Käse. mach ich nicht" sondern habe zu prüfen, ernsthaftestens!, ob die Schuld nicht bei mir liegt, wenn ich z.B unbedingt die Pille nehmen will u.ä.
Hier im Kommentarbereich ist eine erhellende Diskussion zum Thema Gewissen .
Sorum gesehen, muss ich mir um Papst Franziskus keinen Kopf machen, hat er doch noch nichts lehramtliches geschrieben und wird es wohl auch nicht tun.
Die Vorrede sollte erklären, dass ich längst nicht in der Lage des jungen Davids bin, dem von Seiten des Königs Saul nach dem Leben getrachtet wird; jedoch  in der David Saul Geschichte, das alte und immer neue Thema "von Gott gesetzte Autorität  und der schuldige Gehorsam gegenüber der Autorität (weil sie ja von Gott gesetzt, wenn auch von Menschen gewählt oder erzwungen ist) gerade dann, wenn es eigentlich gar nicht einzusehen ist, unter Berücksichtigung, dass auch der unter der Autorität leidende, kein Engelsche ist" erzählt wird.



Pikant an der Sache ist, David weiß, er ist der nächste König, Saul wusste das wohl auch, verheiratete ihn deshalb mit seiner Tochter Michal.
Gut, die Sache selber geht kompliziert weiter, nachdem Saul den David dazu gebracht hat, die Michal zu heiraten und sie ihn gerne hat, kriegt Saul wieder die Krise und wendet sich gegen David, der flieht mit Michals Hilfe, Saul kriegt nochmal den Zorn verheiratet Michal erneut...(nachzulesen ab 1 Sam, 18).
Die Sache geht weiter bis zur Stelle die heute in der Lesung dran war.(1 Sam 24 3-21) .
Saul verfolgt David, der versteckt sich in einer Höhle, Saul betritt die Höhle, David schneidet ihm einen Zipfel seines Mantels ab und erklärt dann anschließend dem Saul, dass er ihn locker habe umbringen können, es aber nicht getan habe, weil er Saul (trotz all seiner Wirrköpfigkeit, um es vornehm auszudrücken) der Gesalbte des Herrn ist.
Sowohl David als auch der Chronist wissen, dass Saul ne Menge Probleme hat und macht, das wird nicht geleugnet und nicht schön geredet, jedoch ist er, oh unergründlicher Ratschluß Gottes, möchte man seufzen, der Gesalbte des Herrn.
Wie gesagt, ich finde und fand schon immer diese Stelle sehr hilfreich im Umgang mit den Ober- und
Unterhirten die mir so "vor Ort" vorgesetzt wurden.
So lehrt einem die Schrift, das war schon immer so und auch interessant, das "Problem" mit David und Saul findet im Grunde keine Lösung, auch David geht seinen Weg genau nicht als strahlender Held, der trotz wüster Umstände heroisch anständig bleibt. Alle leiden mit und unter der ungeklärten, unguten Situation und der Herr löst diese mitnichten auf, sondern, - fast erinnert man sich an die Evangeliumsstelle wo es heißt "man soll das Unkraut und den Weizen wachsen lassen - er lässt das Unrecht Frucht bringen, jedoch und so ist Gott nun doch, sorgt er dafür dass es nicht alles Gute erstickt, sondern sich in allem Unfug und Ungenügen Heilsgeschichte ereignen kann und so sind wir, mal wieder, bei meiner Lieblingsbibelstelle angelangt, die da lautet: Ich suchte und fand, sieht es gibt nichts Neues unter der Sonne! (Kohelet)

Ich bin übrigens der Ansicht dass die Kirche genau aus diesem Grund so Dinge wie Capa magna, Soutanen in diversen Farben, Messgewänder, Rauchmäntel, Stolen und  wie die klerikalen Kleidungstücke sonst noch heißen, hat. Damit klar ist, ich knie vor dem Amt!

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