Sonntag, 30. November 2014

Eine Verbeugung reicht nicht...

Heute kommentiert Sandro Magister den Besuch des Papstes beim Ökumenischen Patriarchen  von Konstantinopel, Bartholomäus im Phanar     klicken

 Il papa e il patriarca. Un inchino non basta a fare unità
"Der Papst und der Patriarch. Eine Verbeugung genügt nicht, um die Einheit herzustellen." inchino


Der neueste und originellste Moment der Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel war sicher nicht die Verbeugung von Papst Franziksus vor Bartholomäus, mit der Bitte für ihn zu beten.

Für Jorge Mario Bergoglio ist das eine übliche Geste. Das macht er bei allen. Er hat er mehr als einmal mit der Menge gemacht, am Ende seines ersten Erscheinens aös Papstauf dem Petersplatz. Er hat es am vergangenen 1. Juni im mit Tausenden von Katholiken und Protestanten gefüllten Olympiastadion in Rom getan. Er hat es 2006 im Luna-Park von Buenos Aires getan, wo er sich auf der Tribüne hinkniete, um den Segen eines Pfingstkirchlers zu empfangen.

Der springende Punkt war eher der Augenblick der Begegnung von Petrus und Andreas-wie die beiden sich gern symbolisch gegenseitig nennen, es war ein Austausch von Versprechungen der Einheit zwischen den Kirchen am Ende der "Göttlichen Liturgie" -die in der St. Georgskirche im Phanar am Festtag des Hl. Apostels Andreas zelebriert wurde.

Patriarch Bartholomäus hat dem Oberhaupt der Römischen Kirche zuerkannt, "auf eine fortgesetzte Annäherung hoffen zu lassen, zwischen unseren beiden großen antiken Kirchen, auf den soliden Fundamenten unserer gemeinsamen Tradition, die für den Körper der Kirche immer einen Primat der Liebe, der Ehre und des Dienstes-im Rahmen der Synodalität -anerkannt hat, damit sie mit einem Mund und einem Herzen den Dreieinigen Gott bekenne und ihre Liebe in der Welt verbreite."

Gutes aus Freiburg, Hirtenbrief zum Advent

Heute wurde in der Messe der Hirtenbrief des Freiburger Bischofs verlesen, ich muss sagen es ist der erste Hirtenbrief, den ich in meinem nunmehr schon einige jahrzehntelangem katholischen Leben (Kindheit und Jugend eingeschlossen) mit regelmäßigem Gottesdienstbesuch gehört habe, wo ich nicht dachte "Jo mei, das soll ein Bischof sein, der das schreibt??? Könnte auch in der atheistischen Bäckerblumenversion stehen!"

Es ging um Christus, und nicht so, dass man den Eindruck hatte, das hat der nur hingeschrieben, weil ihm sein Unternehmensberater gesagt hat, dass er das ab und an mal schreiben muss, damit die Stammklientel, aus der Zeit früher auch beruhigt ist: sondern so, wie das halt ein Bischof zu tun hat, dessen Aufgabe es ja ist "Künder und Hüter des Glaubens zu sein", wie, man glaubt es kaum, das 2. Vatikanum kurz und knapp erklärt.

SO erklärt der Bischof dass es darum ginge: Christus selber im Herzen zu haben und ihn in die Herzen der Menschen zu bringen, und das man deshalb sich mühen solle,. weil und das finde ich nun echt genial formuliert, es um die Erlösung (wann habe ich das das letzte Mal in der Kirche gehört???) ginge. Wörtlich heißt es
Erlösung, das ist kein Wort fürs
Museum, sondern ein Wort, das in unseren Alltag übersetzt
werden will: Gott will uns erlösen. Er will uns lösen
und frei machen von allem, was uns abhängig werden
lässt, was unser Leben einengt und kleinkariert macht.



1, Advent. He´s on his way.

                                           Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
                                           es kommt der Herr der Herrlichkeit,
                                           ein König aller Königreich,
                                           ein Heiland aller Welt zugleich,
                                           der Heil und Leben mit sich bringt,
                                           derhalben jauchzt, mit Freuden singt.
                                           Gelobet sei mein Gott,
                                           mein Schöpfer reich an Rat.


                                     

Weil es immer wieder wunderschön ist:

Gesegneten 1. Advent!


Samstag, 29. November 2014

Bilder sprechen

Wenn zwei das Gleiche tun.....







Für was braucht die Welt Priester???

In Anbetracht der Predigt aus dem Raum der Stille über den Priester, kam mir die aufmüpfige Frage  in den Sinn "Für was braucht die Welt denn eigentlich Priester?".
Die Predigt versucht die Frage zu beantworten, sehr tief und gut, und besser als ich das kann.
Jedoch seien hier die Wege die meine Gedanken nahmen auch einfach mal hingeschrieben:

Die Antwort auf diese Frage lautet katholisch und orthodox "um gerettet zu werden",
Die Antwort auf diese Frage lautet evangelisch und islamisch "gar nicht!"
Die Antwort auf diese Frage lautet heidnisch "um die Götter, die Geister gnädig zu stimmen"
Die Antwort auf diese Frage lauter buddhistisch streng "gar nicht"
und nicht streng "ja um Weihrauchopfer darzubringen,  und stellvertretend zu beten"
und in den Formen wo der Buddhismus schwer heidnisch daher kommt, siehe bei den Heiden.
Wobei es witzigerweise bei den Anthroposophen auch Priester gibt, die sich sogar selber als Sakramentspender verstehen, wobei wenn ich das richtig verstanden habe, die die Notwenigkeit von Priestern wohl so beantworten wie die nicht strengen Buddhisten.

Die Antwort der Welt lautet heutzutage ebenfalls "gar nicht",  nur aus anderen Gründen als das evangelische und islamische  "gar nicht", eher aus Gründen wie das streng buddhistische "gar nicht"; weil es nämlich, nach beiderlei Ansicht, außerhalb des bisschen Lebens nur einfach nichts gibt. Nichts, gar nichts und schon gar keinen Gott mit einem Himmel, oder ein Paradies,  ist der Buddhismus doch so ne Art streng religiöser Atheismus, der das versucht, was der Moderne noch nicht gelungen ist, die Leute zu disziplinieren, und dazu anzuleiten, ihre Triebe in den Griff zu kriegen, während der moderne westliche Atheismus, die Leute versucht dazu anzuleiten, ihre Triebe auszutoben, aber darum geht es grad nicht.

Freitag, 28. November 2014

"Ich könnte ihn beim Wickel packen" oder die postsynodalen Befindlichkeiten deutscher Kardinäle."

Matthias Matussek hat einigen deutschen Kardinälen seine Aufwartung gemacht, z.B. Kardinal Cordes, der ihn zum Kaffeetrinken ins Sant´ Uffizio einlud und Kardinal Brandmüller, und mit ihnen über das ein oder andere Kirchen-Thema geplaudert. Natürlich kam die Sprache auch auf die Oktober-Synode
Da kamen dann auch merkwürdige Vorkommnisse um die Synode herum zur Sprache, wie z.B. daß ein Buch, das konservative Kardinäle an die Synodalen verschicken wollten, in der Vatican-Post konfisziert wurde.
Titel seines Artikels vom 23.11. in der WamS :  "Kampf um Rom"
Hier einige Ausschnitte  und hier geht´s zum Text:    klicken

"Kardinal Brandmüller über den Kollegen Kasper: "Ich bin ihm im Konsistorium fast an den Wickel gegangen."

Matussek weiter:
"Die Synode hat ihn mitgenommen. Man stelle sich vor, wie der 83 Jährige Kirchenhistoriker den 85-jährigen Kurienkardinal beim Wickel packt. Beide sind so um die 1,60. In diesen Tagen der Synode wurde eine lebenslange Feindschaft begründet. Theologisch.

Es ist vormittags. ein samtblauer, warmer Herbsthimmel über Rom und der kleine Kardinal bebt. Es war sein an die Synodalen gerichtetes Buch, das nicht durch die Vatican-Poststelle kam. Der Inhalt: ein konservativer Leitfaden zur Scheidungsdiskussion. Walter Brandmüller schaut nun traurig, winkt in sein Studierzimmer. Erstmal einen Kaffee.

                                    

Weihnachtskripperl basteln - Fangt scho mal an

Es stimmt zwar ned alles, was die Kathi sagt, denn wenn die Krippe fertig ist, kommt das Kind noch nicht rein ... das kommt erst am Heiligen Abend in die Krippe. Und es geht mit den Tieren los ... dann die Hirten, dann Josef und Maria ... und die Heiligen 3 Könige erst wenn das Kind in der Krippe liegt.



Aber der Aufbau wird sowieso einige Zeit in Anspruch nehmen und das Steinesammeln dauert wohl am längsten.

Der hier hat schon im Oktober angefangen ... Wer das nachmachen will, sollte sich also sputen:


Magister: "Vaticanische Weltpolitik. Wenn Petrus der UNO seine Schlüssel übergibt"

Zur Pressekonferenz auf dem Rückflug von Straßburg und den von Papst Franziskus zum Terrorismus und seiner Bekämpfung abgegebenen statements, hat Sandro Magister sich auf seinem blog " il settimo cielo" Gedanken gemacht.   Hier geht´s  zum Original:  :klicken

        "Die Vaticanischen Weltpolitik. Wenn Petrus der UNO seine Schlüssel übergibt."

von Sandro Magister
"Am 25. November, auf dem Rückflug von Straßburg, hat sich Papst Franziskus -von Journalisten befragt- wieder dazu geäußert, wie man dem von der ISIS entfesselten Aggressionskrieg begegnen könne.

"Es ist wahr. Es gibt die Bedrohung durch diese Terroristen. Aber es gibt auch eine andere Bedrohung, das ist der Staatsterrorismus, wenn die Dinge sich aufschaukeln und jeder Staat glaubt, auf eigene Faust das Recht zu haben, die Terroristen zu massakrieren, und mit den Terroristen fallen so viele, die unschuldig sind. Das ist Anarchie auf hohem Niveau und sehr gefährlich. Gegen den Terrorismus muß man kämpfen, aber ich wiederhole das, was ich bei meiner vorigen Reise gesagt habe, wenn man den ungerechten Angreifer aufhalten will, muß man das mit internationaler Zustimmung tun.

Bei seiner "vorigen Reise", auf dem Rückflug von Korea hatte der Papst gesagt:
"Wo es eine ungerecht Aggression gibt, kann man nur sagen, daß es legitim ist, diesen A
ggressor aufzuhalten. Ich unterstreiche das Wort aufhalten. Ich sage nicht bombardieren, Krieg machen: ihn aufhalten!
Die Mittel, mit denen ich ihn aufhalten kann, müssen bewertet werden.
Den ungerechten Aggressor aufzuhalten, ist legitim. Aber wir müssen uns auch erinnern. Wie oft haben sich mit dieser Entschuldigung, einen ungerechten Aggressor aufzuhalten, Mächte der Völker bemächtigt und einen wahren Eroberungskrieg geführt. Eine einzelne Nation darf nicht beurteilen, wie man einen ungerechten Aggressor aufhält.

"Nach dem 2. Weltkrieg ist die Idee der Vereinten Nationen entstanden: da muß man diskutieren, da muß man sagen "Ist das ein ungerechter Aggressor? Sieht so aus. Was tun wir, um ihn aufzuhalten? Nur das- nicht mehr."
Im Hinblick auf die früheren Positionen der vaticanischen Weltpolitik finden sich in dieser Antwort des Papstes zwei neue Elemente.

Donnerstag, 27. November 2014

Der Franziskus-Effekt, wie Francesco Colafemmina ihn sieht.

Francesco Colafemmina, Philologe und Schriftsteller aus Apulien, blogger von "Fides et Forma", ( wo er seiner Leidenschaft für die sakrale Kunst Ausdruck verleiht) äußerte sich in einem Interview zum "Franziskus-Effekt" :  hier geht´s zum Original    klicken
   
Frage: 
"Sprechen wir über den Bergoglio-Effekt : seine Worte, seine Handlungen (auch wenn viele davon einer augenblicklichen Situation entspringen) stellen einen lebenden Widerspruch zur klar formulierten Katholischen Verkündigung dar, sie rufen häufig den Eindruck von Mehrdeutigkeit und Verwirrung hervor, als erlebe man das klassische "einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück". Resultat: eine Kirche, die Beute von Verwirrung und Desorientierung ist, mit dem  Effekt, alles, was in den letzten Jahrhunderten aufgebaut wurde, zu zerstören. Wie denken Sie darüber?"

Antwort Colafemmina:
"Ich glaube ganz einfach, dass das Pontifikat Bergoglios mit einem sehr klar erkennbaren Projekt zusammentrifft: die Kirche in die Realität der sogenannten neuen Weltordnung zu führen.
Ich will nicht einer Paranoia folgend- behaupten, daß es irgendeine Art von Komplott gäbe, als vielmehr eine politische oder geopolitische Notwendigkeit. Wir leben in einer Welt, die immer mehr von Finanzeliten und technischem Know-how dominiert wird, die die klassische Kultur abgeschafft hat, die sich nicht mehr auf die kulturellen Wurzeln Europas stützt, sondern auf das Diktat einer amorphen kulturellen und moralischen Indifferenz. 
Die Kirche hat zwei Möglichkeiten: entweder aus der dominierenden Kultur verjagt zu enden, oder zu versuchen, zu überleben. Und um das zu tun, müßte sie in einer Art Mimikry die gleichen Charakteristika annehmen:  die Widersprüchlichkeit, Vorläufigkeit, Entropie, gerade die Letztere (die Entropie) ist nach der Überzeugung des großen Soziologen Zygmunt Baumann der Schlüssel zur Kultur der Finanzeliten. Die Entropie, das Chaos, die Unvorhersehbarkeit sind das Geschäft der Finanzhändler. Deshalb geht der Diskurs innerhalb der Kirche um sehr viel mehr als um den alten Zwist zwischen Traditionalisten und Progressisten. 

Glauben Sie, daß die Katholische Kirche mit all ihrem Eigentum, ihre Botschaften in der Welt, der Diffusion der eigenen Diener in die ganze Welt von den Mächtigen dieser Welt unterschätzt werden könnte? Sicher nicht. Die Kirche wird weiter verfolgt, wenn sie fortfährt, Ethik und Logik der "alten Weltordnung" vorzugeben, aber sie erhält nur dann Beifall, wenn sie sich auf die Hegelsche Logik stützt, wenn sie sich selbst in Frage stellt, indem sie den Abgrund ihrer Geschichte öffnet : über die objektive und unveränderliche Wahrheit, die Natur von Gut und Böse.

Bergoglio ist nichts weiter als der Repräsentant einer großen Gruppe von Kardinälen, Bischöfen, und vor allem Diplomaten, die am Ende des Pontifikates von Johannes Paul II verstanden haben, daß die Kirche um zu überleben, keine andere Option habe, als einen "dezenten Kompromiss" mit der Welt zu finden- zu welchem Preis auch immer-, nach der kontroversen.aber prophetischen Definition des Jesuiten Malachi Martin."




Sandro Magister sichtet Lob und Kritik, Teil 2

2. Der Soziologe
Luca Diotallevi unterrichtet Soziologie an der Römischen Universität III. Aber er war auch jahrelang der beratende Soziologe der Italienischen Bischofskonferenz. Er war 2006 in Verona Sprecher der nationalen Kirchenkonferenz mit Papst Benedikt XVI und Kardinal Camillo Ruini und er ist Vizepräsident des Organisationskomitees der "Sozialen Wochen" für Italienische Katholiken.
Am vergangenen 12. November hielt er vor der Generalversammlung der CEI, bei ihrem Treffen in Assisi, einen Vortrag zum Thema: "Die aktuelle Transformation im Katholischen Klerus. Ein soziologischer Beitrag zur Situation in Italien."
Im Schlussteil seiner Präsentation lenkte Professor Diotallevi die Aufmerksamkeit der Bischöfe auf die Veränderung im Katholizismus, die nicht nur in Italien stattfindet- hin zur Form einer "Religion mit geringer Intensität."

Das ist eine Religion, "die an Sichtbarkeit gewinnt, aber an Bedeutung verliert."

Unter den Bischöfen waren einige, die hierin einen deutlichen Bezug zum "Erfolg" Papst Franziskus´ sahen.

In eben dieser Versammlung verwarfen die Bischöfe bei der Wahl der 3 Vizepräsidenten "schallend" den vom Papst gewünschten Kandidaten, den Theologen und Erzbischof Bruno Forte, den vom Papst persönlich ernannten Spezialsekretär der Familien-Synode. Forte kratzte 60 Stimmen zusammen-gegen die 140, mit denen der Bischof von Fiesole, Mario Meini, gewählt wurde.

Hier folgen Passagen aus dem Vortrag Diotavellis.

Mittwoch, 26. November 2014

Sandro Magister sichtet Lob und Kritik

naja, eher Kritik... hier geht´s zum Original   klicken

Die Linsen des Kardinals, des Soziologen und der Journalisten- alle auf Franziskus ausgerichtet. Um zu verstehen, wer er ist und wohin er will. In der Kirche -auf allen Ebenen- Kritik am Papst, die nicht länger zum Schweigen gebracht wird. Sie wird offen geäußert. Unter den Kardinälen am ausdrücklichsten von Kardinal Francis George.

Die stürmische Familien-Synode im Oktober, die Ernennung des neuen Erzbischofs von Chicago, die Demontage Kardinal Raymond Burkes waren ein Wendepunkt im Pontifikat von Papst Franziskus.
Die Unruhe, die Zweifel, die kritischen Urteile kommen immer mehr ans Tageslicht und werden ausdrücklicher und begründeter.
Auf allen Ebenen des Gottesvolkes. Unter Kardinälen, Religionssoziologen, auf den Vatican spezialisierten Journalisten.
3 Zeugnisse des neuen Klimas:

1. Der Kardinal 
Francis George ist nicht irgendein Kardinal, bis vor wenigen Wochen Erzbischof von Chicago und Vorsitzender der US-Bischofskonferenz von 2007- 2010, ist er derjenige, der den neuen Kurs der Katholischen Kirche Amerikas während des Pontifikates Benedikts XVI-in perfekter Harmonie mit ihm- einleitete.


Indem er als seinen Nachfolger in Chicago einen Bischof mit entgegengesetztem Profil, Blase Cupich, einsetzte, hat Papst Franziskus ein unmißverständliches Signal gesandt, daß er mit dem Standpunkt der US-Bischofskonferenz nicht einverstanden ist. 
Diese hat im Gegenzug bekräftigt, daß sie nicht die Absicht habe, vom Kurs, den sie eingeschlagen hat, abzuweichen.
In der Tat hat die Bischofskonferenz, als sie ihre 4 Repräsentanten für die zweite Runde der Familien-Synode benannte-ihre Stimmen außer auf  Joseph Kurtz und Daniel DiNardo, Präsident und Vizepräsident der Bischofskonferenz, auf Charles Chaput, Erzbischof von Philadelphia und José Gomez, Erzbischof von Los Angeles, beides Repräsentanten des Ratzinger-Kurses, konzentriert.

Kasper, der Mann für alle Fälle?

Nein, es handelt sich nicht um den Programmzettel der "Stuttgarter Puppenkiste" und neue Abenteuer ihres Helden Kaschperle...

Im Nachgang des in Italien zum Bestseller avancierten " Non e Francisco" von A. Socci, in dem auf einige Regelwidrigkeiten bei einem der Wahlgänge im Konklave, aus dem der Kardinal aus Buenos Aires als Papst hervorging, hingewiesen wird, hat sich nun auch ein englischer Autor in einem Buch Gedanken zu diesem Thema gemacht.
Austen Ivereigh  schrieb: "The great reformer. Francis and the making of a radical Pope."

Der, wie Damian Thompson schreibt " Exzellente Kirchenredakteur" der englischen Tageszeitung "The Telegraph", John Bingham, veröffentlichte die Story und landete damit einen Coup.

Ivereigh beschreibt in seinem Buch, wie eine Gruppe "reformistischer Kardinäle" ("Lobby") -von denen einige bereits beim Konklave von 2005 versucht hatten, den Argentinier auf die Cathedra Petri zu bugsieren, im Vorfeld und während des 2013- Konklaves-zwar diskret aber sehr organisiert und zielgerichtet auf die Wahl Bergoglios hin gearbeitet haben.
Federführend sei dabei der aus Altersgründen nicht mehr wahlberechtigte Kardinal Murphy-O´Connor, der emeritierte Erzbischof von Westminster, gewesen, zusammen mit Kardinal Walter Kasper, der innerhalb des Konklaves eine Schlüsselrolle bei dieser Lobbyarbeit spielte.
Ivereigh beschreibt dann ihr weiteres Vorgehen. Kardinal Bergoglio habe ihnen versichert, im Falle eines Falles die Wahl anzunehmen ("in diesem Augenblick der Krise der Kirche, kann ein Purpurträger sich nicht weigern") was sie in ihren Plänen bestärkte.
Kardinal O´Connor hat in einem, von seinem Sekretär geschriebenen Brief an den Telegraph dementiert und-wie Thompson bemerkt, sich darin, was das timing der Lobby-Arbeit angeht, sehr vage und verschwommen ausgedrückt.

Dialog? Oder doch eher Monolog?

Die Dialogpartner von der ISIS haben ihre Gesprächsbereitschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Damit die Welt nicht vergißt, daß es sich bei den Söldnern des IS um wahre Barbaren handelt, haben sie eines der uralten Klöster in Mossul gesprengt. Dialog mit Dynamit.  So ist das, wenn man keine Argumente für das Erstrebenswerte an der Religion des Friedens hat. Warum nur hat man den Eindruck , daß die ISIS-Mörderhorden die Zivilisation gerade dort, wo sie ihren Ursprung nahm-ungeschehen machen, sie ausradieren wollen?

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                  Fotos stammen aus einem Tweet von A.Gisotti -Dank dafür!


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Wie wäre es mit einem Rhetorikkurs? Und vielleicht der Einübung von Fähigkeiten, die der Mensch (Homo Sapiens Sapiens) seit den Zeiten des Homo Erectus erworben hat?
Man wird ja noch träumen dürfen........

                                                       Christus nobiscum state



Dienstag, 25. November 2014

Heute vor 33 Jahren


Zum 33. Jahrestag der Berufung Kardinal Ratzingers
Nach den Turbulenzen der Synode und der zeitlich überraschenden Veröffentlichung des neuesten Bandes der opera omnia des Emeritus, passt es gut, daran zu erinnern, was heute vor 33 Jahren geschah.
Am 25. November 1981 ernannte Papst Johannes Paul II, der Gutes erkennen konnte, wenn er es sah, Joseph Kardinal Ratzinger, Erzbischof von München und Freising, zum Präfekten der Glaubenskongregation, zum Präsidenten der Bibelkommission und zum Präsidenten der Internationalen Theologenkommission.

Premiere in Straßburg

Wie Jean-Marie Guénois, der Korrespondent des Figaro aus Straßburg twitterte,  gab es beim heutigen Papstbesuch in Straßburg eine Premiere, etwas, was nie zu vor, bei keinem der Vorgänger-Päpste so geschehen ist.
Der Pontifex, oberster Hirte der katholischen Christenheit besucht einen Ort, hat aber keine Zeit für ein Treffen mit den Gläubigen oder den Besuch im Münster, dem Haus Gottes ( cirka 2,9 km vom Parlamentsgebäude entfernt).
Schon morgens hatte Guénois staunend festgestellt, daß die Straßen vom Flughafen zum Europaparlament fast menschenleer waren, so gut wie keiner gekommen war, um den Papst zu begrüßen. Die Elsässer, so berichtete er, seien sehr enttäuscht, dass Papst Franziskus für sie und das Münster, das 2015 sein 1000-jähriges Gründungsjubiläum feiert,  keine Zeit hatte.

"Jamais vu : personne ou presque dans les rues de Strabourg pour accueillir le pape Francois entre l'aéroport et le parlement..."

"Nie gesehen: kein Mensch oder fast keiner auf den Straßen in Straßburg um Papst Franziskus zwischen Flughafen und Parlament  zu empfangen,"


Das blieb dann auch so.
Hier die beiden letzten Tweets:

"Strasbourg vide ... Le pape n'a pas voulu voir les Alsaciens. Les Alsaciens n'ont pas voulu voir le Pape. Visite aussi courte que... triste"

Montag, 24. November 2014

Antonio Socci: der deutsche Episkopat und seine Entscheidungen zur Kirchensteuer...

Die tönende Verurteilung (Schande!) angeblichen Sakramentenverkaufs durch nicht näher genannte Pfarrer in nicht näher genannten Kirchen: Päpstliche Nebenkriegsschauplätze, die als Ausflucht dienen könnten, z.B. nicht über die von ISIS ermordeten, vertrieben, verfolgten Christen und den Islamismus sprechen zu müssen?
Antonio Socci jedenfalls überschreibt seinen Artikel in seinem blog "Lo Straniero" so:
( hier geht´s zum Original:   klicken)

" Lieber Papst Franziskus, treten Sie den beunruhigenden Entscheidungen der deutschen Bischöfe entgegen (wie es Ratzinger tat), anstatt unsere Pfarrer zu denunzieren. Sie (die Entscheidungen) sind die wahre Schande!"

"Die heutige Verdammung des "Skandals des Handels im Tempel" durch Papst Bergoglio hat  Aufsehen erregt.
"Ich denke an den Skandal, den sie (die Priester) bei den zu uns gehörenden Leuten machen können" unterstreicht Papst Franziskus " mit unseren nichtpriesterlichen Gewohnheiten im Tempel:  wie oft sehen wir, wenn wir eine Kirche betreten, auch heute noch eine Preisliste "für die Taufe, den Segen, Messeintentionen."
"Und das Volk regt sich auf."

Ich weiß nicht, wie es in Argentinien ist, aber in Italien habe ich ganz klar nie eine Preisliste in einer Kirche gesehen.
Gerade erst heute nachmittag hat Kardinal Bagnasco erklärt, daß man die Sakramente nicht kaufen kann, daß es in italienischen Kirchen keine Tarife gibt, daß die freiwilligen Spenden der Gläubigen dazu dienen, die Kirche materiell zu unterstützen. Wie es richtig ist und sein soll.
Sicher, die Anklage des Papstes betont eine echte Frage (die Unentgeltlichkeit der Gnade und der Sakramente) aber bei diesen Worten besteht die Gefahr, daß sie wie eine Verleumdung der armen Pfarrer klingen.....
Ich würde dem Papst eher raten, sich mit einem sehr viel beunruhigenderen Fall einer schlechten Beziehung zwischen Sakramenten und Bezahlung -der die deutsche Kirche betrifft-zu beschäftigen.

Ein neuer Präfekt

Wie das Presseamt des Hl. Stuhls bekannt gab, ist Kardinal Robert Sarah- bis jetzt Präsident des päpstlichen Rates Cor Unum- von Papst Franziskus zum Präfekten der Liturgiekongregation ernannt worden. Dieses Amt war vakant geworden, weil Kardinal Canizares nach Spanien zurück beordert wurde.

Der 69 jährige, in Guinea in einer katholischen Familie geborene Robert Sarah, wurde 1969 für die Diözese Conakry zum Priester geweiht, studierte an der Gregoriana in Rom Theologie und im Franziscanum in Jerusalem die Heilige Schrift. 1979 ernannte der Hl. Johannes Paul II den erst 34-Jährigen zum Erzbischof von Conakry. Er wurde von Kardinal Benelli, dem Erzbischof von Florenz, damals Nuntius im Senegal, geweiht. 1995 wurde er zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz Guineas gewählt.

Im Oktober 2001 wurde Erzbischof Sarah nach Rom gerufen: Papst Wojtyla ernannte ihn zum Sekretär von Propaganda Fide, neun Jahre später, im Oktober 2010, vertraute ihm Benedikt XVI die Präsidentschaft von Cor Unum an und verlieh ihm 2 Monate später den Kardinalspurpur. Sarah ist der erste Kardinal aus Guinea-Bissao.

                       Eingebetteter Bild-Link

Mit seiner heutigen Ernennung wird wieder ein Afrikaner Leiter dieses Dikasteriums. Von 2002 bis 2008 war Kardinal Arinze aus Nigeria Präfekt der Liturgiekongregation gewesen, von 1984-1998 Kardinal Bernadin Gantin aus dem Benin.

"Für mich ist das eine unverdiente Güte des Herrn" sagte Sarah damals beim Konsistorium, und es ist der Ruf, Gott noch mehr zu lieben und für ihn, das Evangelium , für die Rettung der Welt zu sterben." Ich möchte dem Hl. Vater danken, dass er entschieden hat, mir diese Ehre zuteil werden zu lassen. aber ich verstehe diesen Ruf auch als von Gott kommend: zu einem priesterlicheren, christlicheren Leben. Ich denke, daß die Welt heute "Männer Gottes" braucht, Männer die ihr Leben so leben, als sei Gott körperlich in der Welt abwesend."

Magister:" Der Papst weiß es noch nicht, aber in Bose bereiten sie das Ende des Papsttums vor."

Sandro Magister fragt sich, ob Papst Franziskus weiß, daß sein Konsultor, Enzo Bianchi, sein Amt abschaffen will. Hier geht´ s zum Original:       klicken 


"Il papa non lo sa, ma a Bose preparano la sua fine"


bianchi

"Der Ökumenismus: neu geschrieben von Enzo Bianchi und Alberto MeIloni"   
Ein zu diesem Thema veröffentlichter Text hat zu Irritationen bei Bianchi geführt, war aber auch Denkanstoß für das spezielle Ökumeneprojekt des Priors von Bose, eben dieses Enzo Bianchis, dem gerade frisch ernanntem päpstlichen Konsultor im Rat für die Einheit der Christen

Der Autor des folgenden Textes ist Priester in der Diözese von Bari , Liturgiedozent und Konsultor der Liturgiekongregation und der Heiligsprechungskongregation, Don Nicola Bux.

"DER NICHTKATHOLISCHE ÖKUMENISMUS DES ENZO BIANCHI"
von Nicola Bux

"Die "Destruktion des Papsttums in seiner aktuellen Form"- wie Sandro Magister berichtete- ist dem Prior von Bose wichtig. Man könne nicht mehr auf die Einheit zwischen den "großen traditionellen Kirchen" hoffen, weil Ursache ihrer Trennung der Primat des Papstes sei, der die Einheit der Christen von heute verhindere:
"Im Evangelium steht geschrieben, daß die Jünger begannen sich zu streiten, wer unter ihnen der Erste sei. Mir scheint, daß dieser Streit sich durch die Geschichte der Kirche fortgesetzt hat und noch heute einen der zentralen Knoten in der Einheitsfrage bildet. Man ignorierte, daß jede Tradition begrenzt und speziell ist und es nur allen gemeinsam möglich ist, die volle Wahrheit zu erreichen." (Bianchi, "Ricominciare", Genua 1999)

In Wirklichkeit beendet Jesus die vorösterliche Diskusssion der Jünger, indem er den Primat des Simon Petrus bestätigt. Außerdem weiß der, der wirklich katholisch ist, daß es keine " großen traditionellen Kirchen" gibt sondern nur die eine Kirche, daß in ihr die Christen zwischen dem ersten und dem zweiten Millenium autonome Kirchen und Gemeinschaften bildeten, gemeinsam mit Rom in der apostolischen und von Rom besiegelten Tradition.

Sonntag, 23. November 2014

Merkwürdiges und Seltsames, oder die alte Frage, "sind die echt so naiv unsere Bischöfe?"

Also, als das Konzil zu Ende war, verwandelten sich die Tischgespräche oft in besorgte Anfragen, und ängstliche Gespräche, über all das, was sich änderte und definitiv nicht richtig war.
Man hatte Kinder, die zum Besten gaben, was der ExPriester,  die habitlose Nonne, oder der engagierte Laie, in ihrer Funktion als Religionslehrer so von sich gaben, und was alles war, nur nicht katholisch.
Man las, (waren noch andere Zeiten) akribisch das Bistumsblättchen und regte sich auf!
Man hatte nun in der Familie einige Herren und Damen, bistumsmäßig wichtig, vorzuweisen, die auch ab und an mal vorbeikamen.
Diese wurden dann erst recht mit Klagen überschüttet und ich erinnere mich noch an die tröstenden Antwortversuche, die gegeben wurden.
Zunächst wurde die merkwürdige Postion verteidigt, von wegen Rahner, und was der so verbraten habe, wenn das nicht half, wurde auf den unheiligen Augustinus verwiesen und wenn dann klargestellt wurde, dass der sich ja genau davon bekehrt habe, wurde die Stimme verschwörerisch gesenkt und gesagt  "Ja weißt du, wir können diese Leute nicht entlassen, weil die dann sofort vor's Arbeitsgericht ziehen und dort Recht bekommen!"

Man mag die Argumentationsketten im einzelnen zerpflücken und die Sache mit dem Entlassen hat man doch nie richtig durchexerziert, außer manchmal, und es ist dann immer gegangen.

Ich fand schon immer diese Art der Argumentation blödsinnig, weil, (es waren echt andere Zeiten) man nicht einerseits den Kindern erzählen kann, wie toll sich die eigene Familie im dritten Reich behauptet habe, und sich genau nicht um staatliche Anordnungen gekümmert habe und dabei Leib, Leben, und Zukunft der Kinder riskiert habe (will das gar nicht gering reden, es muss damals schon mutig gewesen sein, verbotenerweise in der Ordenstracht seines aufgelösten Ordens herumzulaufen, oder das Mutterkreuz zu verweigern und dergl mehr) und dann gleichzeitig Angst vor einem Prozess vorm Arbeitsgericht zu haben!
Hic Rhodos, hic salta! dacht ich mir schon damals, wenn ihr im 3. Reich wirklich so mutig gewesen seid, warum kneift ihr jetzt?

Diese alte Kinderfrage ist mir bei der Lektüre hier wieder in den Sinn gekommen.

Neu entdeckte Tugenden ?


Ein bekannter & weiser Geistlicher schreibt unter dem "nom de plume" don Pio Pace diesen Artikel, den weiterzugeben und zu lesen, sich lohnt.
Wir haben ihn bei rorate caeli gefunden.  klicken  Dank dafür!

"Gehorsam" ? "Respekt"?  Wir dulden keine Lektionen von denen, die Benedikt XVI moralisch ermordeten.

               
                                 The Great Fear of the Conformists:
    We Take no Lessons from Those Who Morally Assassinated Benedict XVI!


"Seit einiger Zeit wettern Modernisten, Liberale, oder selbsternannte "Moderate" und sogar "leicht konservative"  Zeitungen gegen den "erbarmungslosen Krieg", den Orthodoxe Katholiken gegen Papst Franziskus und seine Richtung führen.
Da sind wir mitten in der Parabel vom Splitter und dem Balken. Haben sie nicht pausenlos Johannes Paul II und seinen Versuch einer kleinen "Restauration" kritisiert, diese guten Seelen, die jetzt Lektionen erteilen wollen? Haben sie nicht Benedikt XVI bis zu einen Grad zerstört, den man nur moralischen Mord nennen kann? 
Benedikt XVI, über den die Liberalen einen Tag nach seiner Wahl unter sich sagten: "Das wird nicht mehr als ein paar Jahre dauern" Benedikt XVI, dessen Feinden Erzbischof Piero Marini offen den Schlachtruf vorgab: "Resistere! Resistere! Resistere!"
Sie möchten uns also Lektionen erteilen, sie, die durch ununterbrochene und brutale Angriffe auf Benedikt XVI  in Katholischen- oder Mainstreammedien, durch Dokumentenverrat, finanziellen Druck, wegen dem, was er tat und dem, was er nicht tat, was er sagte oder was er nicht sagte, zwangen, seinen Rücktritt einzureichen."

Predigt Benedikts XVI am Christkönigsfest 2010 - anläßlich des Konsistoriums

Konsistorium November 2010  :  Predigt Benedikts XVI     klicken
Der ein oder andere Purpurträger scheint diese Worte leider vergessen zu haben. So könnte sich beispielsweise Kardinal W. Kasper daran erinnern, daß er zuallererst ein Diener Gottes ist und nicht durchsetzungswilliger Verkünder eigener Lehren oder Oberzensor über göttliche Gebote.

                         

ein Ausschnitt:

 :   "Zunächst »rief Jesus sie zu sich«: Durch die Geste der ursprünglichen Berufung lädt er sie ein, zu dieser zurückzukehren. Diese Bezugnahme auf das grundlegende Moment der Berufung der Zwölf, darauf, daß Jesus sie »bei sich haben« will, um sie dann auszusenden, ist sehr bedeutsam. Es ruft ganz klar in Erinnerung, daß jeder kirchliche Dienst stets eine Antwort auf den Ruf Gottes ist und niemals die Frucht eigener Pläne und Ambitionen. Vielmehr geht es darum, den eigenen Willen dem des Vaters im Himmel anzupassen, wie Christus im Garten Getsemani (vgl. Lk22,42). In der Kirche ist niemand ein Herrscher, sondern alle sind berufen, alle sind gesandt, alle werden von der göttlichen Gnade erreicht und geleitet. Und das ist auch unsere Sicherheit! Nur wenn wir wieder auf das Wort Jesu hören, der uns bittet: »Komm her, folge mir nach«, nur wenn wir zur ursprünglichen Berufung zurückkehren, können wir unsere Gegenwart und unsere Sendung in der Kirche als echte Jünger verstehen.
Die Bitte von Jakobus und Johannes und die Empörung der »zehn anderen« Apostel werfen eine zentrale Frage auf, auf die Jesus antworten will: Wer ist groß, wer ist der »Erste« für Gott? Der Blick richtet sich zunächst auf das Verhalten, das »die, die als Herrscher gelten« Gefahr laufen anzunehmen: daß sie »ihre Völker unterdrücken« und »ihre Macht über die Menschen mißbrauchen«. Jesus zeigt den Jüngern eine ganz andere Lebensweise auf: »Bei euch aber soll es nicht so sein«. Seine Gemeinschaft folgt einer anderen Regel, einer anderen Logik, einem anderen Modell: »Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein«. Das Kriterium für Größe und Vorrangstellung, das Gott entspricht, ist nicht die Herrschaft, sondern der Dienst; die Diakonie ist das grundlegende Gesetz des Jüngers und der christlichen Gemeinschaft; es läßt uns etwas von der »Herrschaft Gottes« erahnen.


Samstag, 22. November 2014

Auch M.Matzuzzi sieht die Parallele zu den "Retractiones" des Hl. Augustinus

Matteo Matzuzzi in Il Foglio     hier geht´s zum Original  Klicken
Herrn Drobinski / SZ zur geflissentlichen Lektüre empfohlen.

"Warum ( und wann) Benedikt XVI sein Denken über die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen geändert hat."

"Daß der Universitätsprofessor in Regensburg, Joseph Ratzinger, vor 40 Jahren und mehr über die Barmherzigkeit gegenüber den wiederverheirateten Geschiedenen so dachte wie Walter Kasper, ist keine Neuigkeit.
Der Essay, in dem der zukünftige Papst schrieb: "im Falle, daß eine zweite Ehe nach einer gewissen Zeit eingegangen wurde, im Geist des Glaubens gelebt wird und moralische Verpflichtungen gegenüber Kindern und dem neuen Partner respektiert werden müssen,..." ist seit Jahrzehnten bekannt. Er ist in den Regalen der Bibliotheken, Sektion Theologie, präsent und wird von den Progressisten Europas ausgeliehen, als ob es sich um die kleine rote Mao-Bibel handele, zuvörderst von "Noi siamo Chiesa" ( ital. Sektion der 1996 gegründeten  progressistischen europäischen Vereinigung "Wir sind Kirche", die in Österreich und Deutschland geboren wurde)
Die Neuigkeit ist, daß Benedikt XVI  diesen Satz von Anfang bis Ende neu geschrieben hat, bevor er im 4. Band der opera omnia veröffentlicht wurde. "Wenn die Kirche anerkennt, daß eine Ehe nicht aus dem Grund psychologischer Unreife ungültig ist, kann die neue Ehe erlaubt werden. Auch ohne diese Prozedur kann ein Geschiedener in der kirchlichen Gemeinschaft  aktiv sein und könnte Pate eines Täuflings werden" sagt die Neuformulierung
Die Frage ändert sich also radikal und in der Version des Papa emeritus verschiebt sich der Akzent auf die Gültigkeit des Sakramentes.


Tweet zum Tage:

In memoriam JFK

Heute vor 51 Jahren wurde John F. Kennedy in Dallas ermordet.



Wir haben sie nicht vergessen: die Christen im Mittleren Osten.

Wir haben sie nicht vergessen!
"Unter den Christen, die auf der Flucht vor dem Kalifat sind:  "Für unseren Glauben in Stücke gerissen."
Was die von den Djihadisten verfolgten Familien erzählen ( und was unsere sonst so schnell empörten Medienschaffenden nicht im Geringsten interessiert oder auch nur stört) und es wird höchste Zeit jetzt Klartext zu reden und zu schreiben, was wir hiermit tun:
"Sie haben meinem Vater die Nase abgeschnitten und die Knochen gebrochen." Vorsicht also für Zartbesaitete!
Fausto Biloslavo berichtet  für Il Giornale:  hier geht´s zum Original  klicken

"UNTER DEN VOR DEM KALIFAT FLIEHENDEN CHRISTEN: " IN STÜCKE GERISSEN FÜR UNSEREN GLAUBEN."
"Meinen Vater haben sie zweimal aufgefordert, zum Islam zu konvertieren und er hat sich geweigert. Wir sind seit jeher Christen. Dann haben sie ihm die Nase und die Zunge abgeschnitten" beschreibt Almas Elias Polos, ein schwarzgekleideter Jugendlicher aus Karakosh, der aus der vom Kalifat besetzten Stadt im Nord-Irak geflohen ist, die Verfolgung. "Dann haben sie angefangen, ihm die Arme und Beine zu brechen", erzählt Almas weiter, "sie haben ihn dann erst einmal liegen gelassen, er hat noch einen Tag  in einer Agonie unbeschreiblicher Schmerzen gelebt, dann haben sie 7 Projektile auf ihn abgefeuert und ihn so getötet."
Er hieß Elias und war 52 Jahre alt. Sei Martyrium dauerte von 6.-8. August, als die Djihadistenhorden über die Ebene von Ninive ausschwärmten.

In Bagdad leben 500 evakuierte christliche Familien, die in den Kirchen und Klöstern, die alle aus Angst vor Attentaten von Zementbarrieren umgeben sind und von bewaffneten Garden bewacht werden,  Aufnahme gefunden haben.
Diejenigen, die die Serie von blitzartigen Überfällen erinnern, die die Ankunft der Truppen des Kalifats ankündigten, werden den Terror nie vergessen. "Es sieht so aus , als schließe sich die Angst im Herzen ein. Wir haben alles zurückgelassen, um zu entkommen. Wären wir geblieben, wären wir jetzt tot," ist der aus Mossul geflohene Raja überzeugt.

Das Morden und Zerstören im Namen der Religion des Friedens geht weiter:


Im News-Letter  "Tempi" erinnert Leone Grotti an das verhängnisvolle Treiben der Mordbanden der Boko Haram in Nigeria, das für unsere MSM den Neuigkeitswert und damit den Nachrichtenwert verloren hat     klicken   Und wir sehen, der Krieg  im Namen der Religion des Friedens geht auch dort weiter.
Vergessen wir unsere vom Krummschwert bedrohten afrikanischen Brüder und Schwestern  nicht!

                                                       Christus nobiscum state


        "Nigeria: Das Boko-Haram-Kalifat breitet sich nach Norden aus."

ALLEIN IN EINER DIÖZESE: 2500 KATHOLIKEN GETÖTET, 100.000 VERTRIEBEN, MEHR ALS 50 PFARREIEN ZERSTÖRT .
"Vor einigen Tagen versammelten sich im Norden Nigerias mehr als 2000 vertriebene Christen, um gegen die Regierung in Jos, Hauptstadt der Region Plateau, zu demonstrieren. Vor "der Kirche der Brüder" versammelt-beschuldigten sie die Regierung, nichts gegen das Vorrücken der Boko Haram zu unternehmen, die den Norden des Landes verwüsten.

11000 GETÖTETE CHRISTEN : Daniel Kadzai, Präsident der Jugendorganisation der Christlíchen Vereinigungen in Nigeria stellte fest: "Wir haben das Vertrauen in die föderale Regierung verloren." Nach Berichten der Tageszeitung Daily Post " haben wir Informationen, daß Boko Haram bereits 11213 Christen ermordete und diese Information schließt noch nicht die Attacken in Mubi, Maiha, Kong und Gombi ein."

POGROM : Am heutigen Tag sind es 1,56 Millionen Menschen, die von den Terroristen vertrieben wurden. "Wir sind von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen worden"- fährt Kadzai fort- "weil sie sich weigern, sich mit dem Christenpogrom auseinanderzusetzen. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich auf den Irak, Gaza und Afghanistan, als ob die Toten Nigerias keine Menschen wären."

Freitag, 21. November 2014

Sozialismus und Ökumene:

... dann sind auch in München bald die Kirchen leer.

Ja es gab mal Zeiten, da wurde in Bayern das Wort Gottes in den Kirchen verkündet. Die ungeschminkte Wahrheit mag so manchem nicht geschmeckt haben. Aber in diesen Zeiten waren die Kirchen voll. Die Menschen gingen nämlich genau wegen des Wortes Gottes in die Kirche - und weil sie vorab schon mal einen Blick in den Himmel erhaschen wollten.

Heute hat man alles weichgespült - das Wort Gottes ist dem heutigen Menschen nicht mehr zuzumuten, deshalb lässt man den lieben netten Onkel sprechen, der allen alles durchgehen lässt und der selbst nicht mehr weiß, warum er den Menschen die 10 Gebote gegeben hat. Die Regeln Gottes sind es nämlich, die die Kirche in diesen Zeiten so unbeliebt machen - besonders in der säkularen Welt, wo aber heutzutage "die Musik" spielt. Das sollte einem Kirchenmann eigentlich egal sein, denn er hat sich ja für ein Reich entschieden, das nicht von dieser Welt ist.
Doch "Wichtig sein", das wollen heute auch die Kirchenführer. Deshalb verkünden sie heute nicht mehr das Wort Gottes, sondern wollen lieber in der Politik mitmischen - und die Kirche auch zu einem Verein machen, der das tut, was der Politik gefällt. Wie sonst ist zu erklären, dass der Erzbischof von  München die Einführung einer "Planwirtschaft light" fordert - und das, nachdem er doch am 9. November noch so begeistert darüber war, dass die Mauer gefallen ist.

Sandro Magister "Der Krieg der Religionen geht weiter, aber der Papst schweigt oder stammelt."

Jetzt nimmt auch der Doyen der italienischen Vaticanisti, Sandro Magister vom L´Espresso  kein Blatt mehr vor den Mund, wenn er über den regierenden Pontifex berichtet. Er gehörte nicht zur Ablehnungsfront der ersten Tage und Wochen, wie z.B. Gnocchi & Palmaro oder A.Socci. Bei ihm ging die Beurteilungsfindung langsamer vor sich, aber jetzt hat er die Samthandschuhe ausgezogen und an den Nagel der Redaktion gehängt. Hier sein neuester Artikel: hier geht´s zum Original:   klicken

"Der Krieg der Religionen geht weiter, aber der Papst schweigt oder stammelt"

Den Offensiven des radikalen Islams begegnet Papst Franziskus mit der Idee : "wir müssen den Konflikt besänftigen". Und vergeßt Regensburg. Mit ernsten Schäden auch für die Reformströmungen des Islam.
In wenigen Tagen wird Papst Franziskus in die Türkei reisen, gerade mitten in den stückweisen globalen Krieg, den er die Welt überrennen sieht.

Das islamischen Kalifat hat die Gebiete zwischen Syrien und Irak bis zur türkischen Grenze erobert, die alten Grenzen pulverisiert, es ist globaler Natur.
"Der Triumphmarsch der Mudjahedin wird bis Rom gehen" verkündete der Kalif Abu Bakr al Bagdhdadi Mitte November.

Es (das Kalifat) hat Ergebenheitserklärungen von Islamischen Gruppen in Ägypten, Saudi Arabien, Yemen, Algerien und Libyen-gegenüber den italienischen Küsten-, bekommen. In Nigeria und dem nahen Kamerun haben die Boko Haram das Kalifat bis zur Subsahara ausgedehnt. Neue Anhänger strömen aus Europa und Nordamerika herbei.
Die schwarze Fahne der neu geschaffenen islamischen Staates zeigt eine kufische Aufschrift: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet."

Christen gehören zu den vielen Opfern dieses puritanistischen Islam, der sich selbst die einzig wahre Form nennt und eine Wüste auch aus dem machen will, was es den größten Verrat am originären Islam nennt: die Schiitische Häresie mit ihrem Epizentrum im Iran und den säkularen Modernismus der Türkei des Kemal Atatürk, in dessen Mausoleum Papst Franziskus seine Reise beginnen wird.

Bitterböse aber wahr!

Bitte hier klicken, Friedlon hat sich der 10 Gebote angenommen und sie in eine für vernünfige Menschen akzeptable und richtig Form gebracht.
Manches mag uns dennoch sauer aufstoßen, weil nein das geht zu weit!

Aber machen Sie sich keine Sorgen, werter Leser, das wird schon noch, im Zuge der erfolgreichen Salamitaktik. die es ja im Falle der weiblichen Fruchtbarkeit auch geschafft hat, das was man früher als Fluch empfand nun künstlich zu erzeugen und die Mittel dazu als Segen zu betrachten, wie uns Frau Käsmann, immerhin damals evangelische Bischöfin, verkündete.. .

Also hier nochmal der Link.

Father Z. bringt den Hl. Augustinus ins Spiel


"Wherein Benedict XVI is now channeling his inner Augustine"


Father John Zuhlsdorf findet, daß die Revision eigener früher Texte das gute Recht eines jeden alten Theologen ist und verweist auf den Hl. Augustinus als Vorbild dafür.
Hier geht´s zum Original:           klicken       

                                                   Sandro Botticelli: Hl. Augustinus in betrachtendem Gebet
                                                   Bild wikicommons

"Wohin Benedikt XVI jetzt seinen inneren Augustinus lenkt."
Sie wissen vermutlich, daß Benedikts XVI theologisches Lebenswerk herausgegeben und in mehreren Bänden veröffentlicht wird. Ignatius Press hält die Englischen Rechte, der Band "Theologie der Liturgie" ist jetzt verfügbar.

In Deutschland ist ein weiterer Band erschienen.
In diesem Band schreibt er in einem neuen Vorwort, daß er einen Aufsatz von 1972 , in dem er die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene behandelt hatte, überdacht und verändert hat. Er hatte damals die Tür für eine solche Möglichkeit nicht verschlossen. Jetzt denkt er, daß er damals irrte.

Das ist heute ein heißes Thema - natürlich.

Und so wird der frühere Papst- wie merkwürdig es ist, das zu schreiben- in die Debatte über die Kommunion für die Wiederverheirateten hineingezogen.
Es ist wichtig, bevor die Leute von links und rechts mit ihren speichelbefleckten Verrücktheiten anfangen, sich daran zu erinnern, ist daß "seine Meinung zu ändern"- genau das ist, was "Theologen tun, wenn sie auf ihr Lebenswerk zurückblicken."


Donnerstag, 20. November 2014

Marco Tosatti: "Benedikt kommt nicht des Weges und betätigt die Löschtaste..... "

Auch Marco Tosatti  Seniorvaticanist bei LaStampa befaßt sich mit dem Thema & den Hintergründen des Mikrohypes.  Hier geht´s zum Original:   klicken

"Benedikt geht nicht umher und löscht Texte....."
"In den gesammelten Werken des Papa emeritus wurde ein Aufsatz  des jungen Theologen J. Ratzingers aus dem Jahr 1972 ohne eine Passage veröffentlicht, die auf die Möglichkeit der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene Bezug nimmt.

Diese Löschung ist interessant, weil die Passage oft von Kardinal Kasper zitiert worden ist, einem, wie man bei der Synode feststellen konnte, begeisterten Anwalt für die Wiederzulassung der Geschiedenen zur Eucharistie.

Nach der Irish Times, ist Father Vincent Twomey  klicken  ( ein Theologe, der bei Professor Ratzinger studierte) der Ansicht, daß diese editorielle Veränderung wichtig ist. Der Theologe glaubt, daß der emeritierte Papst nicht möchte, daß seine Ideen als junger Theologen, die er weder als Präfekt der Glaubenskongregation noch als Papst jemals wiederholte, manipuliert werden.

Im Originaltext von 1972 schrieb der damalige Priester Joseph Ratzinger, daß die Ehe in den Augen der Katholischen Kirche unauflöslich ist. Daß jedoch- "wenn eine zweite Ehe moralische und ethische Dimensionen zeige und im Geist des Glaubens gelebt werde- mit moralischen Verpflichtungen gegenüber der Ehefrau und Kindern,-nach einer Zeit der Prüfung- eine Zulassung zum Empfang der Kommunion  nicht mehr als fair sei und ganz auf der Linie der Tradition."

Nach Twomey ist das Weglassen dieser Passage "ein wichtiger Versuch Benedikts, sicher zu stellen, daß seine in einem anderen Zusammenhang geschriebenen Worte nicht gegen ihn verwendet werden können."
Quelle: Marco Tosatti, LaStampa

Die Irish Times zitiert Father Twomey weiter: "Theologen müssen die Freiheit haben, an die Grenzen zu gehen, wie Ratzinger vor 42 Jahren. Seine (jetzige) Position ist eine ganz andere, aber seinem damaligen statement ist durch seine spätere Stellung als Papst jetzt größere Autorität verliehen worden."
Quelle Irish Times, Father Vincent Twomey

Und unterstreicht damit, das Recht des Emeritus sich und seinen frühen Text vor der Nutzung und Manipulation durch andere zu schützen. Dass das sehr wohl nötig ist, haben wir ja in den letzten Tagen mehr als deutlich sehen können. Und dass der Emeritus das nun verhindert hat, erklärt die Wutausbrüche sowohl seiner notorischen Feinde als auch der aktuell Erneuerungswütigen nebst ihren willfährigen Presseorganen.

Cui bono? Zufall oder Plan?

Riccardo Cascioli setzt sich bei La Nuova Bussola Quotidiana mit dem in deutschen Landen ( wo sonst? möchte man fragen) entfachten Mikrohype um die Textänderung in einem theologischen Text des damaligen Professors Ratzinger auseinander, der dieser Tage im Rahmen der Gesamtausgabe aller Ratzinger-Schriften veröffentlicht wurde.   klicken
Aber auch in Italien gibt es Interessierte, die dem Ganzen ihre ganz eigene Richtung geben wollen.


 "Die wiederverheirateten Geschiedenen, niemand sollte versuchen, Benedetto hineinzuziehen."

"Zufall oder gezielt gewollt? Schwer zu beantworten, aber die Veröffentlichung eines Bandes, der alle Schriften Kardinal Ratzingers-Papst Benedettos vereint-erscheint wie eine glasklare Antwort auf die Versuche ihn für die Kasper"Partei" zu rekrutieren, die die Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion anstrebt.
Passiert ist Folgendes: als "junger" Theologe hat Professor Ratzinger 1972 einen Artikel geschrieben, in dem er- auch wenn er bekräftigt die Unauflöslichkeit der Ehe nicht zur Diskussion zu stellen-, sich der Möglichkeit öffnet, sie dann zur Kommunion zuzulassen, wenn sie " in einer zweiten Ehe leben, die bewiesen hat, moralisch und ethisch "auf der Höhe" zu sein, die "in Glauben und Treue gelebt wird" mit "moralischen Verpflichtungen gegenüber Kindern und Ehepartner" .
Diese Passagen wurden auch von Kardinal Kasper bei der Vorbereitung zur Synode zur Unterstützung seiner Postion zitiert.
Aber nun die Überraschung: im gerade erschienenen Band der gesammelten Schriften Ratzingers ist dieser Artikel vom Autor dahingehend revidiert worden, daß er zu einer anderen Schlussfolgerung kommt- wie die deutsche Tageszeitung "Süddeutsche" berichtet- und nun vielmehr dazu einlädt, verstärkt über die Annullierungsprozesse nachzudenken.

Für die deutsche Zeitung handelt es sich dabei um eine Antwort Benedikts XVI an Kardinal Kasper, um sich nicht instrumentalisieren zu lassen aber auch eine Wortmeldung- wenn auch eine indirekte-zur Debatte, die die Kirche erhitzt, obwohl er bei seinem Rücktritt versprochen habe, zu schweigen.
Darüber hinaus habe er sich bereits kürzlich mit einer Botschaft an die Päpstliche Urbania-Universiät und die Teilnehmer der Pilgerfahrt "Summorum Pontificum" zu Wort gemeldet, mit sehr gewichtigen Worten, sei es zur Bedeutung der Mission sei es zur Teilnahme an der Messe nach dem Usus Antiquior. Es handele sich also um Äußerungen, deren Bedeutung sicher mit Aufmerksamkeit gewichtet würde.

Aber zurück zu den fraglichen Behauptungen. Die Revidierung des Artikels von 1972 hat mehr Beweiskraft für ein Manöver der Unterstützer einer Änderung der Ehedoktrin ( als pastoraler Weg maskiert), das zu zeigen versucht, daß auch Papst Benedikt die von Kasper & co beschworenen Öffnungen gewollt hätte.


Barmherzigkeit! Kardinal Kasper übernehmen Sie!

Fast wie im Mittelalter: und das mitten in Deutschland.


Wo laufen sie denn? Wo sind sie hin, die Barmherzigkeitsprediger der letzten Tage? Haben die das etwa noch nicht gehört oder waren die Medien noch nicht laut genug?

Ungeheuerliche Sachen tragen sich zu - und das beim Bundesverfassungsgericht.

Das Thema ist kurz erklärt: Da hat ein Chefarzt eines katholischen Krankenhauses mal wieder nicht wahrgenommen, dass er für ein katholisches Krankenhaus arbeitet. Viele Angestellte in diesen Krankenhäusern bestätigen ja gerne, dass sie das dortige Arbeitsklima als angenehmer empfinden. Da arbeitet man natürlich gerne - und denkt weniger darüber nach, dass man sich dann eben auch mit den Regeln der Kirche einverstanden erklären muss.
So ging es wohl auch dem Chefarzt. Alles war gut. Bis er seine zweite Frau geheiratet hat. Macht doch heute fast jeder, dachte er sich wohl. Als die Kirche ihm dann wegen eines Verstoßes gegen das sechste Gebot kündigte, klagte der Arzt. Er bekam Recht - in allen Instanzen. Doch diesmal lief es anders. Die Kirche hat sich wohl nicht von den Klagen irritieren lassen und es auf ein Grundsatzurteil vor dem BVG ankommen lassen. Und bekam recht. Denn noch ist es in unserem Grundgesetz festgeschrieben:  "...das Bundesverfassungsgericht hat die kirchlichen Sonderbestimmungen beim Arbeitsrecht bestätigt. Danach ist es den Kirchen weiter möglich, ihren Mitarbeitern aus sittlich-moralischen Gründen zu kündigen." 

Tweet zum Tage

67 Jahre verheiratet:


Congratulations, Your Majesty



Ein alter Text von Professor Ratzinger darüber was Glauben ist und die aktuelle Lage der Kirche.

Eines der katholischsten Wörter, die es gibt, ist das berühmte "et...et", auf deutsch. "sowohl als auch".
Ich erinnere mich, wie ich mal stundenlang beim Augenarzt saß und dann aus lauter Verzweiflung Spiegel las, wo Augstein himself seine Probleme mit der Kreuzigung Jesu kund und zu wissen tat.
Damals hatte ich mit Glauben nun nicht gerade viel am Hut, aber Augstein himself ritt darauf herum, dass Jesus mal so mal so reden würde, einerseits stolz und sicher  sagen würde "ich habe Macht mein Leben hinzugeben und Macht es wieder zu nehmen" und dann am Kreuz sagen würde "Mein Gott, mein Gott, warum hast du   mich verlassen" deshalb schloss Augstein messerscharf, gab es Jesus nicht und die Schrift ist nur ne Sammlung von widersprüchlichen Texten, wobei es  erst ihn, den Rudolf brauchte, bis das mal einer merkt. .

Ich weiß noch, wie ich dachte "nee Junge, das ist zu billig, du weißt genau, dass bei Katholens et...et gilt, und gerade bei Jesus, dem Christus, er ist Gott und hat gelitten wie der letzte Mensch, das ist das Geheimnis unserer Erlösung und ein Geheimnis von der Sorte, dem man sich nur auf dem Weg des et...et, oder eben des, im Grunde, absurden, nähern kann.
Absurd so verstanden, dass der Schöpfer aller Dinge Kind im Stall wird, und am Kreuz stirbt. "er, durch den alles geworden ist, in dem das Leben, dass das Licht der Menschen ist, war. Der, der  kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf..." wie es zusammengefasst im Prolog des Johannesevangeliums heißt. Absurd, unfassbar, unmöglich.

Ähnlich verhält es sich mit dem Glauben anundfürsich.
Glauben bedeutet " Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht." heißt es üblicherweise.
Jedesmal, wenn ich drüber nachdenke, was Glaube eigentlich sein soll, und wie es mit meinem eigenen bisweilen aussieht, denk ich "O du mein Gott!"
Professor Ratzinger, beschreibt Glaube jedoch in seiner "Einführung in das Christentum" anders.
Ganz am Anfang reflektiert der Professor auf ein Buch, das ich nie gelesen habe, Titel "Der seidene Schuh" von Claudel.
Die Schlüsselstelle ist, wo ein schiffbrüchiger  Missionar, an einen Balken gebunden auf dem Ozean treibt.
Und der zugehörige Schlüsselsatz lautet:
"Ans Kreuz geheftet - das Kreuz aber an nichts geheftet - treibend über dem Abgrund"
Das sei, so Professor Ratzinger, die Situation des Glaubenden.

Mittwoch, 19. November 2014

Mit freundlichen Grüßen an Kardinal Kasper aus Accra/ Ghana

In Accra ist nach mehrtägiger Gebetsvorbereitung die diesjährige Vollversammlung der Katholischen Bischöfe Ghanas zum Thema: "Herausforderungen in der Familienpastoral im Rahmen der Evangelisierung " -explizit mit Blick auf die Synode in Rom-zuende gegangen. Die Bischöfe haben ein Abschlusspapier veröffentlicht, in dem sie ihren Standpunkt zum Thema Ehe und Familie festgelegt und klar zum Ausdruck gebracht haben. Das kann man hier lesen:  klicken

Vielleicht findet ja der em. Kurienkardinal mit seiner aparten Einschätzung des afrikanischen Episkopates doch ein bißchen Zeit, um den Text zu lesen. Wenn nicht, würde wohl auch dieser Ausschnitt genügen:

"Die immerwährende und unveränderliche Lehre zur Familie basiert auf der Natur des Menschen aber besonders auf der Schrift und namentlich auf der heiligen Überlieferung, daß Gott die Ehe zwischen Mann und Frau stiftete, als er "sie als Mann und Frau schuf und sie segnete". Gott plante auch, daß die Ehe offen für das Leben sei: "Er segnete sie und sagte: seid fruchtbar und vermehrt euch" ( Gen. 1, 27-28)
Außerdem legte Gott fest, daß die Ehe unauflöslich sein solle- wie Jesus bekräftigte " Was Gott verbunden hat soll der Mensch nicht trennen." (Matt.19,6)"

und das noch

"Die Philosophie des Relativismus und die Familie"
Wir erleben das Entstehen einer neuen Realität, die den Menschen als freies Individuum mit dem Recht, alles, was immer ihm/ihr gefällt, zu tun, definiert.Unglücklicherweise ist diese Realität auch in das traditionelle Christliche Konzept der Familie vorgedrungen, und redefiniert die Ehe als eine freie Verbindung zwischen 2 beliebigen Personen, die sich zueinander hingezogen fühlen, ob sie gleichen Geschlechts sind oder nicht. Diese "neue Realität" rät den Menschen, ihren sexuellen Gefühlen auf jede erdenkliche Weise freien Ausdruck zu verleihen. Einige Leute unterdrücken die Worte "Ehemann und Ehefrau" , "Vater" und "Mutter" zugunsten solcher Ausdrücke wie Partner, Gefährte etc. 

Die angestrebte Neudefinierung dieser Wort verzerrt und überschattet die wahre Bedeutung der Ehe." (.....)Quelle: rorate caeli,   Catholic Bishops Issue 2014 Communique in Accra

Einfach cool, diese Amerikaner!

Mehr als 1 m Schnee innerhalb von Stunden




Ein echter Horrorfilm und nix für schwache Nerven...

Tagebuch: Der 19. November 1980

war ebenfalls ein Buß- und Bettag und genau so grau, kalt und regnerisch wie heute.
Ich kann mich noch gut erinnern. Damals war der Buß- und Bettag in ganz Deutschland ein Feiertag, nur in Bayern nicht.
Wir mussten also ins Büro, während unsere Firmenzentrale außerhalb Bayerns Feiertag hatte.
Deshalb hatten wir auch viel Zeit, an diesem besonderen 19. November an einem ganz besonderen Ereignis teilzunehmen:

Bild: Screenshot aus der Münchner Stadtchronik via
Muenchener Stadtportal
Auf der anderen Straßenseite wurde ein Großereignis gefeiert - Johannes Paul II besuchte erstmals Deutschland und an diesem Buß- und Bettag feierte er eine heilige Messe auf der Theresienwiese. Mehr als 500.000 Menschen machten sich auf den Weg. Und es war massig voll fast überall in der Innenstadt.

Unser Mädelsteam (alle Protestanten), hatte natürlich gar keine richtige Ahnung, was da so gefeiert wurde. Wir wussten alle nichts über "katholisch". Zwar war der Kardinal Ratzinger eine echte Respektsperson in München, man kannte ihn also - auch wenn man von der Kirche sonst nichts wusste. Trotzdem war es ein Großereignis, von dem niemand unberührt blieb, und Johannes Paul II war ja eine echte Sensation. Zum Glück hatten wir einen Fernseher im Büro stehen (der BR übertrug live) und so konnten wir uns das, was auf der anderen Straßenseite passierte, gemütlich ins "Wohnzimmer" holen. Ausgestattet mit Gebäck, Kaffee und Sekt versprach es ein netter Nachmittag zu werden.

Und - nach nunmehr 34 Jahren ist mir immer noch alles in Erinnerung, sowohl unser gemütliches Beisammensein als auch das, was sich damals auf der Theresienwiese abspielte.
Hier gibt es ein schönes Bildarchiv von der Messe: klicken - von der Ankunft in München: klicken und der Begegnung mit Künstlern: klicken
Schön zu sehen, wie relaxt es damals zuging. Johannes Paul II und Kardinal Ratzinger kamen mit dem Zug (!!! - kein Medienhype darüber!!!) in München an. Es gab keine Absperrungen, keine Polizeikontrollen (ich konnte problemlos mit dem Auto ins Büro fahren, obwohl Tausende unterwegs waren), jeder der wollte, kam auf's Messegelände (ohne Eintrittskarte)... aber das war auch alles vor dem Attentat.

Dienstag, 18. November 2014

Die große Teilung

Die große Teilung
Hauptsache es wird nicht das große Schisma   
rorate caeli hat einen polnischen Bericht klicken übersetzt:  klicken  und online gestellt, den wir mit Dank zitieren

"Der Präsident der Polnischen Bischofskonferenz: "Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene- greift die Unauflöslichkeit der Ehe an."

"Interessanterweise wiederholt der Erzbischof von Posen, Gadecki, Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, dessen Präsenz und Bestimmtheit bei der Oktobersynode so wichtig waren, die selben Worte, die Kardinal George im Interview mit John Allen verwendete:
"die Differenzen innerhalb der Kirche werden jetzt so groß, die Teilung so tief, wir sprechen nicht mehr über liberal oder konservativ, aber darüber was wahr und was unwahr ist  und über die, die dem Lehramt treu oder untreu sind."

                              

In der Kirche wird diese Linie der Großen Teilung zwischen der Treue zu Unserem Herrn Jesus Christus. und seiner unveränderlichen Lehre, oder Untreue- also Verfälschung des Glaubens gezogen.
Als er mit den Journalisten sprach, erklärte der Erzbischof auch, wie das Presseamt des Hl. Stuhls versucht hat, die täglichen Pressekonferenzen während der Synode zu manipulieren.

Erzbischof Gadecki:  "Der Episkopat wird im Geiste der Familiensynode  eine Reihe von Initiativen ergreifen."

14.11.2014
"Das Problem, Menschen, die geschieden sind und in neuen Beziehungen leben, die Hl. Kommunion zu geben, kann nicht auf theologischem Gebiet  gelöst werden"- erklärte Erzbischof Gadecki während seines heutigen Treffens mit Journalisten im Sekretariat der Polnischen Bischofskonferenz.
Als ihr Vorsitzender infomierte er die Journalisten, daß die Polnische Bischöfe, die sich im November in der Abgeschiedenheit von Jasna Gora treffen, der Botschaft der III. außerordentlichen Versammlung der Bischofssynode zur Familie folgend, die im Oktober in Rom stattfand, eine Reihe von Initiativen starten werden.
Die Synode sei nur ein Beratungsgremium für den Papst , sagte er über die Kompetenz der Institution Synode sprach, die Entscheidungen aber würden durch den Hl. Vater selbst getroffen, nachdem er sich die Meinungsgäußerungen in der Synode angehört hat.
Diese Meinungen haben keinen bindenden Charakter für den Papst. Die Synode formuliert bestimmte Gedanken als Vorschläge für den Hl. Vater, dennoch bindet der Abschlusstext ihn nicht.
Die Abstimmungen während der Synode sind keine Entscheidungen mit Bedeutung für die Doktrin, sondern werden nur durchgeführt, um den Bischöfen eine tiefere, vollere gemeinsame Sichtweise zu ermöglichen," erklärte der Erzbischof von Posen.