Montag, 18. Mai 2015

Berlin, Berlin - wir wollen nach Berlin!

Da muss ich mich jetzt erst mal beim Geistbraus bedanken. Hat doch sein Beitrag über das neue Ansinnen einiger deutscher Kardinäle, sich in die Berliner Party- und Empfänge-Szene zu stürzen (im tagesspiegel nett umschrieben mit "mehr Präsenz zeigen"), bei mir die Erinnerung wachgerufen, dass ich doch da noch einen Artikel im Archiv liegen habe, den ich damals, als der Umzug der DBK nach Berlin dann doch nicht stattfand, zwar fertig hatte, aber nicht mehr veröffentlichen konnte. Jetzt kommt er also doch noch zu Ehren. Zwar will jetzt nicht mehr die gesamte DBK umziehen, sondern nur noch die Hautevolee, aber der Drang, endlich auch die Hauptstadt zu missionieren, muss so groß geworden sein, dass man sich jetzt Gedanken macht, wie man den "Club der Kardinäle" in Berlin marketingmäßig positionieren kann.

Einerseits kann man das ja verstehen. Die langweilige katholische West-Provinz scheint einfach nicht mehr der richtige Standort zu sein. Das Rheinland ist ja schon immer gut katholisch gewesen, deshalb gibt's dort ja auch nichts mehr zu missionieren. Und in Bayern sowieso nicht: 5 glaubenstreue Bischöfe (der rote gehört nicht dazu), die zeigen, dass wir Mission auch allein können.

Deshalb: Ab in die Hauptstadt ... oder wie der Papst sagen würde: An die Ränder. Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Mission im Heidenland und die Verteidigung des Glaubens. Da haben sie sich große Vorbilder erwählt. Gut so.
Denn erstens hat Berlin eine große Tradition bei der Mission und der Verbreitung des Glaubens Die Stadtteile Kreuzberg und Tempelhof gehen auf die Kreuzritter bzw. den Templerorden zurück, die ja bei der Verteidigung und Ausbreitung des Glaubens eine große Rolle spielten. Da dürfen wir also jetzt schon dafür beten, dass die Herren Kardinäle nicht ihren DK-Glauben ausgerechnet an die wenigen glaubenstreuen Berliner oder an die zugewanderten Polen weitergeben wollen.
Zweitens hoffen wir aber auch, dass die wackeren Kirchenmänner  in ihrem Umzugsgepäck auch ein paar Exorzisten dabei haben:  Denn das wird bitter nötig sein:

Der bekannte katholische Autor Fritz Fenzl schreibt in seinem Buch "Magische Orte in Deutschland" über das Kanzleramt in Berlin: "Markantestes Merkmal des Zentrums der Herrschaft ist der 18 m hohe Halbkreis im oberen Teil der Fassade. Achtzehn, das ist dreimal die Sechs ... Die Zahl des Tieres aus der Apokalypse des Johannes".
In der Offenbarung, Kap. 2 Vers 12 steht:
12An den Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: So spricht Er, der das scharfe, zweischneidige Schwert trägt:
13Ich weiß, wo du wohnst; es ist dort, wo der Thron des Satans steht. Und doch hältst du an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, dort, wo der Satan wohnt.

Und der Pergamon-Altar steht heute in Berlin ...

Und nicht zuletzt schrieb Dieter Michel am 5.8.2011 in der Tagespost: "Ach Deutschland, wärst Du doch in Bonn geblieben" ... "Berlin war nicht das bessere Deutschland und wird es nicht werden. Für die Ost-Berliner war es das sowieso nie gewesen, seit vor 50 Jahren die Mauer hochgezogen worden war. Berlin, Du ziehst das Unheil an."

Und wenige Wochen später konnten wir dann in Berlin live erleben, wie Papst Benedikt durch eine Geisterstadt fahren musste, weil die Menschen am Straßenrand  (angeblich aus Sicherheitsgründen) von den dort postierten Polizisten zurückgedrängt wurden.

Auf der Anreise könnten die Herren dann in Fulda oder Altötting Halt machen. Dort - wo de Traditionen unseres Glaubens hochgehalten und gelebt werden - können sie Kraft tanken, um dann den heidnischen Berlinern die Freude am Glauben zu vermitteln. Der spirituelle Einfluss der Gottesmutter in Altötting oder des heiligen Bonifatius in Fulda könnte ihnen die Zunge lösen und dazu führen, dass auch auf der angesagtesten Party wieder über Gott gesprochen wird ... und am Ende deutlichen Einfluss auf die Politik gewinnen. Wenn sich auch nur ein Linker taufen lässt, ist die Mission erfüllt.






Kommentare:

  1. "Und in Bayern sowieso nicht: 5 glaubenstreue Bischöfe, die zeigen..."

    hm, es dürfte zwar den imperialen Phantasien Horst Seehofers schmeicheln - aber zumindest nach gängiger politischer Grenzziehung gehört das Bistum Görlitz zu Brandenburg und Sachsen!

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    1. Fünf: Der Oster (Passau) hat angefangen, es folgten Voderholzer (Regensburg), Hofmann (Würzburg), Hanke (Eichstätt), Zdarsa (Augsburg).
      De Sachsn megn ma, oba braucha, dua ma's ned ... ;-)

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  2. Wo bleibt Schick (Bamberg)?
    Warum schweigt er?

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  3. Der einzige bayerische Bischof, der zum "ZdK"-Forderungskatalog schweigt, Erzbischof Schick, rechnet vielleicht mit einem "Ruf" nach Berlin und will sichs mit den "Funktionärskatholiken" des "ZdK" nicht verscherzen? Sonst kommentiert er doch alles, was in der Welt geschieht, von der Todesstrafe in den USA, bis zum Gotteslästerungsparagraphen und Pegida. "Wer schweigt, scheint (dem "ZdK") zuzustimmen!"

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    1. Ja, das ist erstaunlich, dass er als einziger sich gar nicht geäußert hat. Vielleicht ist er nicht da oder die PR-Abteilung gerade in Urlaub.

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