Montag, 11. Mai 2015

Die geschlossene Tür des Papstes

so titelt Sandro Magister in seinem blog www. chiesa : klicken


             "DIE GESCHLOSSENE TÜR VON PAPST FRANZISKUS"
Seit dem Ende der Synode 2014 hat er dutzende von malen über Abtreibung, Scheidung, Homosexualität gesprochen. Aber er hat kein einziges Wort mehr zugunsten der von den Erneuerern geforderten "Offenheit" gesagt.

Die zweite und letzte Sitzung der Familiensynode rückt näher und die Temperaturen in den Diskussionen steigen kontinuierlich an.

Der letzte Aufschrei galt einem Anschlag der deutschen Bischöfe, die jetzt im kulturellen Kontext ihrer Ortskirchen substantielle Veränderungen der Doktrin und Pastoral im Hinblick auf Scheidung und Homosexualität als gegeben betrachten.

Daran ist nichts Neues. Die meisten deutschen Bischöfe haben diese Meinung seit einiger Zeit vertreten, sogar schon bevor Kardinal Kasper in seiner erinnerungswürdigen Eingangsrede vom Konsistoruium im Februar 2014 für die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen plädierte.

Neu ist eine andere Entwicklung. Und deren Hauptakteur ist der Papst.
Bis zur Synode 2014 hat Jorge Mario Bergoglio wiederholt und auf verschiedene Weise zur Offenheit in Sachen Homosexualität und Zweitehen ermutigt, jedesmal mit großen Fanfaren der Medien. Kardinal Kasper sagte ausdrücklich, daß er mit dem Papst über diese explosive Rede beim Konsistorium einig sei.

Aber während der Synode zeigte es sich, daß der Widerstand gegen diese neuen Paradigmen viel größer und weiter verbreitet war, als erwartet und besiegelte die Niederlage der Erneuerer. Die kühne "relatio post disceptationem" zur Halbzeit der Synode wurde durch ihre Kritiker auseinandergenommen und machte den Platz für einen traditionelleren Schlußbericht frei.

Begleitend zu dieser Entwicklung während der Synode hat Papst Franziskus den Wendepunkt selbst beigetragen, indem er -u.a. die Kommission, die mit dem Schreiben des Schlußreports beauftragt war, umging - bis dahin unter der unverschämten Herrschaft der Erneuerer- indem er Personen mit entgegengesetzten Standpunkten dazu beorderte.
Aber über allem steht, daß Papst Franziskus einen neuen, anderen Kurs eingeschlagen hat- als den, dem er ursprünglich folgen wollte.

Vom Ende von 2014 an bis heute gab es keine einzige Gelegenheit mehr, bei der er den Paradigmen der Erneuerer auch nur die geringste Unterstützung hätte zukommen lassen.

Im Gegenteil. Er hat seine Bemerkungen zu den mit den synodalen Fragen verbundenen kontroversesten Themen : Empfängnisverhütung, Abtreibung, Scheidung, zweite Ehen, gleichgeschlechtliche Ehen und Gender-Ideologie intensiviert.
Und jedes mal hat er über sie "als Sohn der Kirche" gesprochen-wie er sich selbst zu nennen liebt- mit eiserner Treue zur Tradition und ohne einen Millimeter von dem abzuweichen, was vor ihm Paul VI, Johannes Paul II und Benedikt XVI gesagt haben.

Diese website hat bereits eine Zusammenfassung aller Bemerkungen von Papst Franziskus zu diesen Themen von Ende Oktober bis Anfang März 2015 veröffentlicht.

Im Kreis der Medien erfreuen sich die Erneuerer nach wie vor großer Präsenz und viel Beifalls und Franziskus wird von ihnen weiterhin als einer von ihnen beschrieben.

Diese angenommene Unterstützung wird sogar von Franzikus´ größten Bewunderern für sicher gehalten, wie z.B. dem "Cenacolo degli amici di Papa Francesco" (Kreis der Freunde von Papst Franziskus), der sich jeden Monat hinter den Mauern des Vaticans mit seinen Mentoren, den Kardinälen Kasper und Coccopalmero trifft.

Aber die Wirklichkeit ist eine ganz andere. Als perfekter Jesuit ist Bergoglio ein großer Realist und hat schon verstanden- bereits beim bloßen Lesen der Namen der von den verschiedenen nationalen Bischofskonferenzen nominierten Delegierten- daß die nächste Sitzung der Synode noch ungünstiger für die Innovatoren verlaufen wird als die vergangene.

Er weiß. daß die endgültige Entscheidung bei ihm -und bei ihm allein- liegt. Aber er weiß auch, dass es für ihn unmöglich sein wird, der gesamten katholischen Welt die Erneuerungen aufzuzwingen, die weit davon entfernt sind, zuvor die kollegiale Zustimmung der Bischöfe zu erlangen.

Die nicht nur in der dekadenten deutschen Kirche leben sondern in Afrika, Asien und in all den Peripherien der Welt, die ihm so teuer sind.Quelle:www.chiesa, Sandro Magister 

Wer die Zusammenfassung der gesammelten päpstlichen Äußerungen zu den o.g. Themen lesen will, kann das in der englischen Fassung durch klicken auf den Link  am Anfang dieses Beitrag tun.

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