Montag, 18. Mai 2015

Die Natur und die Natur des Menschen

Also, wenn ich so an meine  Kindheit auf dem Land zurückdenke, dann muss ich schon sagen, wir haben damals schon natürlicher gelebt als heutzutage.
Wenn ich dann ein bisschen detaillierter  zurückdenke, so war es ganz schön unbequem und ob es so gesund war, naja sagen wir mal so, sooo alt wie heutzutage sind die Leute damals nicht geworden, mit der Folge, dass  es die heute üblichen Alterskrankheiten, wie Demenz und Krebs, zwar auch schon, aber nicht in dem Maße gab, einfach, weil die Leute schon vorher gestorben sind.
Will heißen die Leute kriegen all diese Krankheiten nicht, weil wir ach so ungesund leben und die Umwelt ach so dreckig ist, udn der Gifte ach so viele, sondern weil wir einfach älter werden, als früher.
Wenn ich noch an die supernatürliche Ernährung, von wegen regional und saisonal zurückdenke, mei, mei.
Sagen wir es kurz, hört sich ja gut an, aber wenn es nur das gibt, was gerade da ist, so ist der Speiseplan dann doch recht eintönig und langweilig.
Es kann ja jeder halten wie er es will, aber  wenn es früher sooooo toll gewesen wäre, hätten die Leute es ja nicht aufgegeben und es ist einfach ein Unterschied, ob ich die blöden Kohlen zuerst in den Keller tragen muss, und dann wieder in die Wohnung tragen muss, das ganze Theater mit dem wegen blödem Wetter nicht ziehenden Kamin habe oder ob ich einfach die Heizung aufdrehe und den Kamin aus Hobbygründen habe und nicht wirklich brauche.
Auch kann es reizvoll sein, einen Garten zu haben mit allem möglichem und unmöglichem, was man so pflanzen kann, aber es ist was ganz anderes darauf angewiesen zu sein...
Ich kann mir nicht helfen, aber ich halte diese ganze Romantik aus den Bioladenkatalog, für ein Wunschdenken, wobei ich es schon komisch finde, dass die gleichen Leute, die vor 30 Jahren das Wort von der Idiotie des Landlebens (Karl Marx) zitiert haben und der immer schnelleren Entwicklung der Produktionsmittel das alleinseligmachende Wort geredet haben, nun plötzlich genau dem Gegenteil das Wort reden.


Sobald ich darüber länger nachdenke, kommt mir die Sache mit Orwells "1984" in den Sinn.
Aber eigentlich geht es mir um das natürlichste der Welt, dass was jeder Mensch schon mal mitgemacht hat, sonst gäbe es ihn nicht, nämlich das gezeugt werden.
Bis vor einigen Jahren gab es da im Grunde nur die Methode, die darauf hinauslief, dass die" mater semper certa est" (wer die Mutter ist, ist immer sicher), wie schon die alten Römer wussten, und der Vater zwar manchmal aus dem Geschlechte der "auf und davon" stammte, es ihn jedoch eindeutig gab, gegeben haben muss.
Diese Methode und sonst keine gab es in der letzten Hütte und im edelsten Palast,  im Neandertal und am Palast des Xerxes, dessen Frau Ester, wenn sie komplett angezogen war,  2 Dienerinnen brauchte, um überhaupt laufen zu können.
Naja mittlerweile - ich kapiere zwar nicht so ganz warum, weil es einem doch allüberall entgegen schallt, dass Kinder das allerletzte sind und wenn man alle Argumente zerpflückt hat, dann die ominöse Überbevölkerung auf Tapet gebracht wird - also mittlerweile, ist man ja da zu ganz anderen Methoden gekommen, von wegen Kind mit 3 biologischen Eltern, wobei ich fürchte, dass man das noch weiter ausweiten kann, aber ich will den modernen Frankensteins ja nicht noch die Ideen liefern.
Naja und da hatten wir auf Twitter, eine, twittermäßige Diskussion darüber, wo dann eine Mitdiskutantin meinte das ultimative Gegenargument gefunden zu haben: sie warf den christlichen Teilnehmern doch glatt widernatürliches Steinzeitdenken vor.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, das ist wie wenn ich  dem Bäcker vorwerfe, dass er Brot backt, oder so.
Manche der Indianerkulturen  Nordnordamerikas standen zunächst auf einem durchaus steinzeitlichen Niveau (keine festen Bauten, keine Metallbearbeitung, kein Ackerbau,  halt Jäger und Sammler) und  ihre Lebensweise gilt doch (von wegen Pochachontas) aber auch ernsteres, als so richtig, richtig, im Einklang mit der Natur und überhaupt.
Also wie nun eine Denkweise, die doch Menschen eigen ist, die im absoluten Einklang mit der Natur leben, wider die Natur sein soll, erschließt sich mir nicht.
Man könnte vom rein denkerischen her, die Sache dennoch retten, indem man feststellt, dass es der Natur des Menschen entspräche, über das rein natürliche (also das Niveau "Höhlenmensch" (ich weiß schon dass die nie in Höhlen gelebt haben) hinauszugehen.
Ja dem ist wohl so, und egal wo man Menschen angetroffen hat, hatten die eine wie auch immer geartete Technik, was dafür spricht, dass der Mensch als Mensch immer in einem gewissen Widerspruch zur Natur steht. Der Mensch kann nicht einfach mit der Natur leben, er muss ich vor ihr schützen und sie benutzen und wenn er nur eine Hütte und ein Feuer braucht.
Dass auch alle Menschen, die man so getroffen hat, eine Spiritualität hatten, zeigt auch, dass sie alle wussten, die Natur, das Unmittelbare ist nicht alles und noch nicht mal das Wesentliche,  aber auch das führt hier zu weit.
Jeder, der sich das mal ernsthaft durchdacht hat, kommt auf die Idee, dass der Mensch, sollte er ganz im Einklang, ohne selbige zu verändern, mit der Natur leben wollen, seine ersten Lebensjahre nicht überleben täte.
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, man merkt es dem Menschen an, dass er nicht so ganz auf diese Welt gehört, was für Bibelleser keineswegs neu ist,  ist es doch klar, dass der Mensch hier in der Verbannung ist und die Schöpfung mit ihm gefallen ist.
Es ist genausoklar, auf jeden Fall allen Leuten bislang, dass der Mensch nicht für diese Welt geschaffen ist, und ein anderes Ziel hat. Eine ewige Existenz die aber im irdischen grundgelegt wird, was die Grabbeigaben alle Völker und Zeiten anzeigen.
Auch wenn da vieles von heidnischer Krempel und eines Christen nicht gemäß ist, so kann man darin doch die Ahnung des Pauluswortes "gesäät wird Verwesliches, auferweckt Unverwesliches" sehen.
Von daher ist so ein moderner Mensch schon seltsam: er kriegt die Krise, wenn irgendwo irgendwelche merkwürdigen Juchtenkäfern, die auf Parkbäumen wohnen, die da von Natur aus eh nie wachsen täten, baumlos werden und erklärt dir was von wegen Natur.
Gleichzeitig findet die gleiche Sorte Mensch es in Ordnung und gar nicht gegen die Natur an der innersten Natur des Menschen herumzumanipulieren, wie es sich wildgewordenen Science Fiktion Autoren nicht haben ausdenken können.
Dass das was die Naturschützer unter Natur verstehen, das ist, was "durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist", sprich Kulturlandschaft ist und dass was sie schützen wollen vielfach sogenannte Kulturfolger bei Pflanzen und Tieren sind, das gehört zur weiteren Absurdität dieser Ideologie.

Was zu tun ist? beten und ansonsten sich darüber im Klaren sein, dass alles auf dieser Erde vorbeigeht, alles Gute und auch alles schlechte, aber Gott in Ewigkeit bleibt.

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