Samstag, 30. Mai 2015

Gefühl und Verstand, oder der Versuch mit einem Essstäbchen zu häkeln

Schon seit längerem suche ich nach einem griffigen Begriff für das logische und weltanschauliche  Absurdistan in dem wir zu leben scheinen, aber es fällt mir keiner ein.
Witzig in dem ganzen Zusammenhang finde ich nur immer, dass man der Kirche vorwirft, gegen die Vernunft zu sein, und selber unvernünftige unlogische Entscheidungen bejubelt, die einen, frei nach den Bewohnern von Ninive, in die Bußgewänder und zum Fasten treiben müssten.
Apropos Ninive: Ninive heißt heutzutage Mossul und ist vor gut einem dreiviertel Jahr den Kämpfern der IS in die Hände gefallen und anstatt sich das im christlichen Abendland zur Warnung zu nehmen, interessiert es a) keine Sau (sorry) und b) macht man fröhlich, jubelnd weiter, auf dem Weg nach unten, und kommt sich c) und das ist für mich das allerschlimmste auch noch klasse vor, wenn man die unerwünschten Kinder und lästigen Alten mittels Abtreibung und Euthanasie "erlöst", und dazu rund ums 6. Gebot sündigt, was die Menschheit schon immer gemacht hat, aber seltenst das sich auch noch von Gott persönlich (an den man sonst nicht glaubt) hat erlauben lassen wollen.
Auf jeden Fall hat Klaus Kelle das hier in diesem Beitrag wundervoll auseinandergenommen Hier klicken und lesen!

In dem Beitrag verweist Herr Kelle auf eine Diskussion, an der auch seine Frau teilnahm, die man da auseinandernahm mit dem Hinweis mit dem "Warum denn nicht?"
Immer wenn ich, mittlerweile fast egal welche Diskussion, ob um Atomkraft, ob ich meinen Teddybär heiraten darf, wie das ist mit den Flüchtlingen, und Bildungspläne verfolge, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, da wird diskutiert, von keinerlei Sachkenntnis getrübt, mit keinerlei Logik ausgestattet.
Argumente sind aus der Abteilung "Lass mich in Ruh mit den Fakten!" und das gleicht wirklich dem Versuch mit einem Essstäbchen Filet zu häkeln.
Weil: rein theoretisch ist so eine Häkelnadel nix wie ein Stäbchen aus Metall oder glattem Holz, z.B.  Bambus aus dem die Essstäbchen ja bestehen, und das kleine Häkchen an der Spitze, wen interessiert das schon? Um im Bild zu bleiben, es wird diskutiert dass es, im Gegensatz zu früher, mittlerweile auch Häkelnadeln aus Bambus gibt, wobei man unterschlägt dass Häkelnadeln der vorindustriellen Zeit auch schon aus Holz oder Bein hergestellt waren und man kommt sich dadurch ganz klasse vor und unterschlägt, dass es schwierig, bis unmöglich  ist mit Häkelnadeln zu essen und mit Essstäbchen zu häkeln.
Man diskutiert um die Sache herum!
Man verwechselt die Kategorien!
Und was mir immer am meisten aufstößt ist die Sache mit der Liebe!
Wenn sich da 2 miteinander gut fühlen, dann sollen sie doch heiraten, und wenn sie sich nicht mehr miteinander wohlfühlen, dann sollen sie halt auseinander gehen!
Ja und bitte was ist dabei Liebe?
Wenn man im Deutschen sagt "Ich mag dich leiden" so ist das die Vorstufe der Liebe und enthält schon im Wort das zentrale der Liebe, was bedeutet "Ich mag dich so, dass ich bereit bin, für dich Schwierigkeiten auf mich zu nehmen"
Und nur von daher kann man verstehen, warum es Liebe ist, dass Christus für uns ans Kreuz gegangen ist.
Weil man das aber nicht mehr versteht, auch und weil man sich selber für so gut hält, dass man selber ja keine Erlösung nötig hat, versteht man auch nicht mehr, wie kostbar und von daher zu schützen und zu hegen die Liebe ist.
Unmittelbar nach dem Konzil kam der sogenannte "Holländische Katechismus" heraus, der auf Anweisung von Rom eingestampft werden musste, weil darin stand, dass es Aufgabe der Eheleute sei, ihre Ehe so zu gestalten, dass sie unauflöslich werde.
Genau das ist aber Allgemeingut geworden, man bürdet, formulieren wir es weltlich, dem Paar und seiner Liiiiiiiiiiieeeeeebe alle Last auf, entfernt gleichzeitig alle Stützpfeiler und kommt sich klasse vor.
Das sind lauter Häuser auf Sand gebaut!
Davon abgesehen würde christlich verstanden, wenn da wirklich Liebe ist zu einer Person, die man nach Gottes Gesetz nicht heiraten darf, Liebe bedeuten, diese Person in Frieden zu lassen.
Das historische Beispiel sind Dante und seine Beatrix, er hat sie geliebt, sie hat ihn geliebt, sie war anderweitig verheiratet, keiner hat Schritte unternommen, das zu ändern, aber genau deshalb kam Beatrix ins Paradiso und konnte Dante, in einer Lebenskrise durch das Paradiso führen.
Hätten beide sich im modernen, kasperschen Sinn aufgeführt, wären sie, wie man in der göttlichen Komödie nachlesen kann, woanders gelandet.
Liebe bedeutet im Grunde genau nicht das, was heutzutage drunter verstanden wird, nämlich "haben wollen" sondern das Gegenteil. Und wahre Liebe, die verzichtet und zwar nicht wie der Fuchs auf die Trauben, sondern um des höheren, göttlichen Gutes willen.
So stimmt es wohl (leider) was Romano Guardini prophetisch über unsere Zeit, die er hat kommen sehen, gesagt hat:
Die Einsamkeit im Glauben wird furchtbar sein. Die Liebe wird aus der allgemeinen Welthaltung verschwinden (Mt 24,12). Sie wird nicht mehr verstanden noch gekonnt sein. Um so kostbarer wird sie werden, wenn sie vom Einsamen zum Einsamen geht; Tapferkeit des Herzens aus der Unmittelbarkeit zur Liebe Gottes, wie sie in Christus kund geworden ist. Vielleicht wird man diese Liebe ganz neu erfahren: die Souveränität ihrer Ursprünglichkeit, ihre Unabhängigkeit von der Welt, das Geheimnis ihres letzten Warum. Vielleicht wird die Liebe eine Innigkeit des Einvernehmens gewinnen, die noch nicht war. Etwas von dem, was in den Schlüsselworten für das Verständnis der Vorsehungsbotschaft Jesu liegt: daß um den Menschen, der Gottes Willen über Sein Reich zu seiner ersten Sorge macht, die Dinge sich wandeln (Mt 6,33).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen