Dienstag, 26. Mai 2015

Pfingsten - oder wie sich die Kirche selbst marginalisiert.

Es gab mal eine Zeit, da war ich gerade am Pfingstsonntag immer im Dom zu finden. Das war die Zeit, als Benedikt XVI in Rom Papst war und der Münchner Kardinal in seinen Predigten noch Glauben verkündete. Es war die Zeit, wo man eine Stunde vor Beginn der Messe im Dom sein musste, um einen guten Platz mit Blick auf den Altar zu bekommen. Wer eine halbe Stunde später kam, bekam gerade noch einen im Seitengang, wo es dann kurz vor Messebeginn nur noch Stehplätze gab.
Dabei ist es mir sogar mal gelungen, mich am Abend nicht nur in einem längeren Bericht des BR sondern auch in der Tagesschau wiederzusehen.
Deshalb habe ich mir damals die Videos kopiert und sie gespeichert. Und manchmal ist das richtig gut, wenn man sowas tut.
Denn das Video zeigt, dass die Pfingstpredigt unseres Kardinals nicht nur in einem langen BR-Beitrag, sondern sogar in der NDR-Tagesschau zu sehen war, in einem minutenlangen Beitrag - und damals war er ja noch nicht DBK-Vorsitzender und die wenigsten in Deutschland kannten ihn.
Das hat sich ja zwischenzeitlich geändert...inzwischen hat er ja sogar weltweit traurige Berühmtheit erlangt.

Auch in diesen Tagen ist der Dom in München immer noch gut besucht an hohen Feiertagen. Aber mich zieht es dort nicht mehr hin und ich bin froh über die Alternativen.
Trotzdem war ich neugierig und bin dann mal gestern am späten Abend ein bisschen durch die gleichen Kanäle wie vor drei Jahren gezapped:
Die BR-Rundschau, für die der Pfingstgottesdienst vor 3 Jahren noch das Aufmacherthema war, hatte wichtigeres vorne dran gesetzt, z.B. die Meisterfeier des FC Bayern, ein Feuer in einem Hotel in Schneizlreuth, das Treffen der Sudetendeutschen, das Treffen der Siebenbürger Sachsen und irgendwann kam dann ein kurzer Bericht über die Pfingstmesse im Dom, in dem die "neue Willkommenskultur und Buntheit" à la Kardinal Marx thematisiert wurde.
Es scheint also nicht so wichtig gewesen zu sein, denn dass die Themen der Grünen von der Kirche wiedergekäut werden, reißt nicht mal im BR jemanden vom Hocker.  Einen Sekundenausschnitt aus dem BR-Bericht konnte man dann auch in der tagesschau sehen, nachdem man dort vorher ausführlich über die Abstimmung zur "HS-Ehe" im "katholischen Irland" informiert wurde....
Was der Kardinal sagte, kann man hier auf der Website der ED-München nachlesen. Einen treffenden Kommentar dazu hat Mathias von Gersdorff auf seinem Blog verfasst.
Well Done, Herr Kardinal. Der erste Schritt auf dem Weg in den Mainstream und damit die Unwichtigkeit (à la EKD) ist gemacht. Die "bunte" zeitgeistkonforme Kirche ist offensichtlich nicht weiter von Belang.

Das konnte man einen Tag vorher auch bei WeltOnline lesen, die termingerecht zu Pfingsten über eine große Austrittswelle in 2014 berichtete und auf der Suche nach den Ursachen bei Bischof Tebartz-van Elst, der Besteuerung der Zinseinkünfte verharrte.
Die wirklichen Ursachen konnte man dann dem Kommentarbereich entnehmen, wo sich viele zu ihren Austrittsgründen äußerten: Zu links, zu grün, das "Mitmachen im Mainstream", das "buckeln und Kleinmachen vor anderen Religionen" und viel zu wenig Gott, sowie ein "weichgespülter" Jesus, dem man aus diesem Lager alles mögliche andichtet.

Es hat also alles nix genutzt. Das brave "Mitmachen" und die links-grüne Grundeinstellung treibt mehr Leute aus der Kirche, als alle Skandale vorher. Und den "Franziskus-Effekt" hat es wohl nie gegeben....

Aber nichts destotrotz: Wir halten durch. Denn es ist seine Kirche!

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