Samstag, 23. Mai 2015

Warum ist für manche gut, was für alle schlecht ist? Erstaunte Fragen zu Irland

Also die Iren haben abgestimmt und abgestimmt, dass auch auf der nun nicht mehr heiligen Insel auch Leute heiraten können sollen dürfen, von denen man normalerweise nicht auf die Idee kommt, dass die das überhaupt wollen.
Okay von mir aus, was mich nur echt wundert ist folgendes:
Normalerweise wird einem allüberall verkündet dass so eine Ehe das allerletzte sei.
Wagt man in irgendeinem Gespräch zu sagen "Ach es ist doch schlimm, dass fast die Hälfte aller Geburten uneheliche Geburten sind" oder gar zu beklagen, dass die jungen Leute heutzutage einfach so zusammenwohnen, dann bekommt man was zu hören, dessen Subtext lautet "Ehe ist eh unzeitgemäß, out und antiquiert"
Etwas fanatischere Zeitgenossen erklären dir dann auch noch, das so eine Ehe 2 Leute zusammenzwängt, Zwang eh schlecht sei, und dass es eh an der Zeit wäre sowas wie Steuerklasse 3 abzuschaffen, wobei diese Leute dann regelmäßig vergessen, dass die Kehrseite der Steuerklasse 3 die Steuerklasse 5 ist, aber egal.
Um es kurz zu machen, "warum nur ist für diejenigen, die gerne jemand gleichgeschlechtliches im Bett haben gut, was für alle anderen schlecht ist und zu bekämpfen ist?"

Etwas ernsthafter kann man dem Ganzen doch einiges positive abgewinnen, (auch wenn das ganz und gar nicht im Sinne des Erfinders ist). Scheinen wir doch wieder auf dem Weg zu einer ganz archaischen Sichtweise der Sexualität zu sein, die da aussagt "wer mit einem anderen eine sexuelle Beziehung aufnimmt, der ist diesem gegenüber verpflichtet und an diese Person gebunden"
Nun, es ist nicht das, was man unter christlich versteht, aber was will man von einem Kontinent erwarten, der von seiner Wurzel nichts mehr wissen will?
Was ich jedoch interessant finde ist wirklich, dass offensichtlich Korrekturmechanismen aktiv sind.
Ging es vor 40/50 Jahren noch darum die Sexualität zu befreien, von jeder Fessel, zuförderst von der Fessel der Ehe, die man für alles Übel verantwortlich machte, so feiert jetzt offensichtlich die Speerspitze der Befreiung der Sexualität von allen Fesseln, dass sie jetzt auch unter die Haube kommen dürfen.
Ich glaube man nennt sowas Negation der Negation, auf jeden Fall ist es, von einem rein abstrakten Standpunkt aus,urkomisch.
Difficile  est satiram non scribere! (es ist schwer keine Satire zu schreiben) man muss Juvenal, der in ähnlichen Zeiten wie der unseren lebte - nämlich dem Untergang einer Hochkultur, die man mit genau den gleichen Mitteln wie heute aufzuhalten versuchte - einfach recht geben.

Kommentare:

  1. Jawoll! Ester hat's mal wieder auf den Punkt gebracht. Vergelt's Gott!

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  2. War vielleicht nur der Franziskus-Effekt.

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    1. Hey ja! who are we to judge? oder so ähnlich.

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