Mittwoch, 17. Juni 2015

2020: Keine Ideen in Oberammergau

Ja, so ist das halt mit der Berühmtheit. Es war im Jahr 1633, als die Pest in Oberammergau wütete und ihr viele Dorfbewohner zum Opfer fielen. In ihrer Not riefen die Dorfbewohner zum Herrn und gelobten, wenn das Dorf von der Pest befreit würde, regelmäßig ein Passionsspiel aufzuführen. Gesagt, getan. Der Herr hatte Erbarmen und erlöste das Dorf von der Pest. Nachdem das Gelöbnis ausgesprochen war, fiel kein Oberammergauer mehr der Pest zum Opfer und so lösten die Dorfbewohner ihr Gelübde ein. Fortan, bis heute wird alle 10 Jahre das Passionsspiel aufgeführt.

Ja, und ich muss zugeben, ich habe tatsächlich geglaubt, dass die Oberammergauer das immer noch deshalb tun, weil sie es vor Gott gelobt haben.

Doch - heute wurde ich eines besseren belehrt. Denn beim kreuzknappen  schreibt heute ein Kommentator "Die Gläubigen, die damals das Gelübde ablegten sind schon lange tot. Diejenigen, die alle 10 Jahre im Andenken daran die Passionsspiele aufführen sind nicht an irgendein Gelübde, sondern einzig an ihre Tradition gebunden. Und diese Tradition sagt ganz klar, dass NUR die Oberammergauer darüber zu befinden haben wie sie diese ihre Tradition auslegen und mit Leben füllen."

Na das ist doch mal eine Aussage. "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" Oder so. Heute spielt man aus Tradition. Und das ist dann auch der Grund für das "höher, schneller, weiter", dem die Spiele ja seit einigen Jahrzehnten unterworfen sind. Man schmückt sich mit prominenten Besuchern und 100.000nden Besuchern, die die Kasse ordentlich klingeln lassen. Aber dafür bedarf es natürlich auch immer neuer Sensationen.

Und diese "Sensation" heißt 2020 Abdullah Kenan Karaca.  Ein Mann, der schon seit ewigen Zeiten in Oberammergau lebt, dort eingebürgert ist wird plötzlich als exotische Sensation präsentiert. Frei nach dem Motto: "Alles so schön bunt hier". Gäähn! Was will man denn damit sagen? Andere Sensationen hamma ned?

Also da hätte ich doch einen besseren Vorschlag. Nachdem jetzt das Gelübde nicht mehr gilt, und nur noch die Tradition zählt: Wie wär's denn mit einem traditionellen Engländer?

John Cleese 

und die Sensation wäre perfekt.
Der Mann hat doch nun wirklich schon bewiesen, wie man Tradition und Moderne verbinden und ein großes Publikum begeistern kann. 



Und endlich wäre mal richtig was geboten in Oberammergau - besonders für die Jugend!
Es sind ja noch 5 Jahre hin bis 2020 und da sollte es doch zu schaffen sein, aus dem guten John einen echten Bayern zu machen. Der Mann ist ja Schauspieler!
Oberammergau - ein echtes Happening und Spaß für jung und alt. Die Welt würde begeistert in diesen Winkel Bayerns blicken und den Regisseur für seinen Mut bewundern. Endlich mal Party anstatt so eine Endlosvorstellung, wo man immer traurig gucken muss und einem hinterher vom langen Sitzen alles weh tut.

Kommentare:

  1. Kindergarten-Tante17.06.15, 18:16

    Der kleine Disgro P. möchte umgehend aus dem Kindergarten abgeholt werden. Er ist heute besonders schlecht gelaunt und mobbt die anderen Kinder. Inzwischen versucht er auch die erwachsenen Aufsichtspersonen anzupöbeln, mit Worten, die wir hier nicht wiedergeben möchten. Wo lernt er das nur? Er wirkt auch leicht verwirrt und zeigt eine extreme rechts-/links-Schwäche. Es bedarf also einer etwas kräftigen Aufsichtsperson, um das Kind sicher nach Hause zu geleiten.

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    1. Darf das Kind denn schon an die Tastatur ?

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  2. Kirchenfreund18.06.15, 00:39

    Wenn die Aufsichtsperson stark genug ist und dem Kind auch mal auf die Finger klopfen kann, sollte das Kind auch an die Tastatur dürfen ... Es muss ja schließlich was für's Leben lernen ...

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