Freitag, 19. Juni 2015

Auch A. Socci hat etwas zur grünen Enzyklika zu sagen.

In seiner Bewertung der Öko-Enzyklika bei Il Straniero nimmt A.Socci kein Blatt vor den Mund und macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Hier geht´zum Original :     klicken

"DAS LIED VON BRUDER SONNE ODER DAS LIED VON BRUDER SOLA (Schurke) " 
Die Kirche ist in einer dramatischen Situation- mit einem Europa, das den Glauben massiv verlassen hat und der anderen Hälfte des Planeten, die die Christen verfolgt oder eliminiert. Und was macht Papst Bergoglio angesichts all dessen?
Eine Enzyklika über die Präsenz der Christen in der Welt, ihr Schicksal, ihre Gewissensfreiheit? Nein.
Eine ökologische Enzyklika über Mülltrennung und die Säuberung der Flüsse.
Man glaubt sich in der komischen Szenen des Films "Johnny Stecchino" (von Roberto Benigni), in der der Autofahrer aus Palermo Benigni erklärt, welches die wahre, große und tragische Plage Palermos ist:  der Verkehr!

WÜRMER UND CHRISTEN 
Es ist bewegend zu sehen, mit welcher Akribie der argentinische Papst sich in der Enzyklika um das Überleben der Algen, der Würmer, der kleinen Insekten und der Reptilien" sorgt -Spezies, die meistens unbeachtet bleiben.
Dagegen ist dem ungewissen Überleben der verfolgten, gefolterten, deportierten Christen keine Enzyklika gewidmet. Sie werden massakriert, ohne das irgend jemand die Stimme erhebt.
Bei der Lektüre der Sorgen des Papstes um das Schicksal der Würmer und Reptilien, fragt man sich, wie
sich all diese Christen fühlen, die -um nicht ihrem christlichen Glauben abschwören zu müssen -im Irak oder in Palästina, in Nord-Korea oder China oder in Nigeria ihre Häuser und ihre Berufe verloren haben, die gesehen haben,  wie ihre Lieben ermordet wurden, Gewalt, Folter, Kreuzigung, Enthauptung und Deportation erleben.
Wer weiß, wie sich die Christen fühlen, die aus ihren Dörfern fliehen mußten und jetzt in Flüchtlingslagern sind und dort lesen, dass der Papst der Tierpopulation eine Enzyklika gewidmet hat, die- wegen neuer Kulturen und der Wasserreservoirs " nicht mehr wandern oder sich frei bewegen können"
Glücklicherweise gibt es einen Papst, der vorgibt, sich um die Tiere zu kümmern und vorschlägt "biologische Korridore zu errichten" damit die Spezies frei wandern können.(N.35)



Ist der Vatican Bergoglios jemals aktiv geworden, um von der Auslöschung bedrohte christliche Populationen zu schützen? Oder für die Christen, die seit Jahren wegen ihres Glaubens in Gefängnissen vegetieren?
Nehmen wir Asia Bibi, die arme pakistanische Mutter, die seit 6 Jahren in einer schmutzigen, dunklen Zelle eingesperrt ist -mit einem Todesurteil- weil sie Christin ist. Papst Bergoglio wollt nie eine Erklärung abgeben, um ihre Befreiung zu fordern oder sogar auch nur, zum Gebet für sie aufzurufen.

DER WAHRE HEILIGE FRANZISKUS
Diese sehr lange Enzyklika (es war  übrigens Bergoglio höchstpersönlich, der die langen Schriftstücke der Bischofskonferenzen kritisierte)  ist eine Sammlung von Ökokatastrophen-Klischees der traurigsten Art.
Ein wahrer " Banale Grande" ( wohl ein Wortspiel zu Canale Grande?)
Aus wissenschaftlicher Sicht umstrittene ökologische Thesen werden geadelt, die Enzyklika läuft Gefahr, in den Irrtum der Affaire Galileo zurück zu fallen,- anders gesagt, dem eine theologische Investitur zu geben, das nur eine wissenschaftliche Hypothese- und vielleicht sogar eine sehr fragwürdige- ist.
Sie könnte sich also als Gesang von Bruder Sola (eine Art Schurke) anstatt von Bruder Sole, Sonne entpuppen.

So gesehen: warum den armen Heiligen Franziskus von Assisi zu einer der übliche Öko-Figurinen reduzieren? Man hat zeigen können, daß es absolut absurd ist, sich einen Umweltaktivisten im 12. Jahrhundert vorzustellen, einer Zeit, als der Mensch noch nicht die technischen Macht besaß, die er heute über die Natur hat und als die Natur die Macht über ihn hatte und ihm sehr harte Lebensbedingungen aufzwang.
Der Gesang der Geschöpfe- vom Hl. Franziskus geschrieben-  ist eine biblische Hymne, die die Psalmen paraphrasiert, um Gott zu loben und die Güte der Schöpfung zu verkünden, in einer Epoche, in der die Katharer- die die Doktrinen der Gnostik wieder aufgenommen hatten-, die die Schöpfung als etwas Böses betrachteten.
Im Hymnus des Heiligen Franziskus ist das oberste Gut nicht der Schutz der Umwelt sondern das ewige Heil der Seelen- bis zu dem Punkt, dass er damit endet, vor der Möglichkeit zu warnen, plötzlich im Zustand der Todsünde zu sterben, weil man auf diesen Weise die ewigen Qualen der Hölle erleiden müßte.
Im Gegenteil:  im Bergoglio-ismus gibt es weder die Ursünde noch Todsünden, weder Fegefeuer noch Hölle.
Dennoch versichert die Katholische Doktrin, daß das Seelenheil das oberste Gesetz der Kirche ist.
Die einzige Sache, die zählt.


EINE EINZIGE SEELE
Ich würde sogar noch mehr sagen: das Heil einer einzigen Seele ist in den Augen Gottes wertvoller als das ganze natürliche Universum (das wird den Grünen sicher nicht gefallen)
Der Hl. Thomas von Aquin schreibt sogar: " Das übernatürliche Wohl eines Einzigen steht  über dem natürlichen Wohl des ganzen Universums."
Und der andere große Meister, der Hl. Augustinus von Hippo, schreibt: " Die Rechtfertigung eines Gottlosen ist ein größeres Werk als die Schöpfung des Himmels und der Erde" weil "Himmel und Erde vergehen werden, aber das Heil der Rechtfertigung der Erwählten wird nie vergehen"
Worauf stützt sich diese Lehre? Auf das Evangelium selber, in dem Jesus präzise sagt,  "daß Himmel und Erde vergehen werden, aber meine Worte nicht".
Hier wird -über den Blick Christi auf die Menschen sprechend- oft gesagt: "Er hatte Mitleid"
Dieses innere Leiden für jedes menschliche Wesen, das aus der Tiefe des Herzens Jesu kommt, zeigt, dass sich daraus die Konzeption der Realtität erklärt, die den Erlöser charakterisiert.
Man kann das so defnieren: für ihn ist die ganze Welt nicht soviel wert wie ein kleiner Mensch. Er ist gekommen,- er Gott- um für jeden Menschen zu sterben, einen schändlichen Tod.
Ein kleines menschliches Wesen ist in den Augen Gottes den Tod seines einzigen Sohnes am Kreuz wert.
Im Übrigen spricht Gott schon in der Genesis dem Menschen das Königtum über das Universums zu. Wie man weiß, finden die modernen ökologischen Konzepte diese heilige Verkündung unerträglich und sie stoßen die biblische Hierarchie um - indem sie den Menschen auf die gleiche Ebene stellen oder ihn sogar- wie einige von ihnen "als die Krebserkrankung des Planeten" betrachten

DER DEKLASSIERTE MENSCH?
Bis jetzt hat die Kirche sich ímmer entschieden dieser grünen Ideologie widersetzt. Aber in der Bergoglio-Enzyklika gibt es eine Passage, die einen sprachlos macht.
Nicht nur, weil er Teilhard de Chardin als Autorität aufnimmt, sondern weil er unterstreicht "Wir sind nicht die Krone der Schöpfung" (N. 83)
Dieses Konzept ist ganz anders als das, was das II. Vaticnische Konzil sagt. "Gaudium et Spes" verkündet "Gläubige oder Nichtgläubige sind sich einig, daß alles, was auf der Erde existiert, auf den Menschen hin geordnet ist- als sein Zentrum und Gipfel." (N.12)
Und der Katechismus: "Gott hat alles für den Menschen geschaffen, aber der Mensch wurde geschaffen, um Gott zu dienen und zu lieben und um ihm die ganze Schöpfung anzubieten."
Der Katechismus zitiert den Hl. Chrysostomos  " Welches ist also das Wesen, das unter solchen Überlegungen ins Leben gekommen ist: es ist der Mensch. Für ihn bestehen Himmel und Erde, das Meer und das Ganze der Schöpfung und seinem Heil hat Gott eine solche Bedeutung gegeben, dass er nicht einmal seinen einzigen Sohn verschont hat. Weil Gott niemals aufgehört hat, alles zu tun, um den Menschen zu sich emporsteigen und ihn zu seiner Rechten sitzen zu lassen."
Mit dieser Enzyklika riskiert Papst Bergoglio, der Obmama-Agenda  ein schreckliches Signal der Rückendeckung zu senden, der Agenda der dominierenden  Meinung, die diese neuheidnische, antihumane und antichristliche Konnotation hat.
Ich weiß nicht, ob Bergoglio sich der Konfusion bewußt ist, in die er die Kirche führt ( und nicht nur mit der Synode)?
Im Lauf der letzten Wochen gab es allerdings auch sehr schöne Wortmeldungen des Papstes über die Familie, über Mann und Frau und die imperialistische Kolonialisierung durch die Genderideologie.
Überlegungen, die für diese Enzyklika perfekt gewesen wären, in einer Linie mit der "Ökologie des Menschen" von Benedikt XVI. Unglücklicherweise hat er einen anderen Weg eingeschlagen. Hoffen wir, dass das eine vorübergehende Mode ist.
Quelle: Il Straniero, Antonio Socci, Benoît-et-moi

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