Donnerstag, 25. Juni 2015

Naturromantik und Realität

Bei Clamormeus hier findet sich ein Versuch, sich der Enzyklika und besonderes ihrem Titelgesang zu nähern.
Anfangen tut es mit einer Beschreibung, wie es hat sein können, dass der heilige Franz von Assisi sich hat inspirieren lassen zu seinem Sonnengesang, um dann überzuleiten zu dem modernen Menschen, der gerade dabei ist, sich ebenfalls in die Schönheit der Natur zu versenken und dann kommt so ein moderner Blödmann mit Nordic Walkingstöcken und aufdringlichen Handyklingelton vorbei.........

Soweit so gut und aus früheren Zeiten sind mir da auch einige Erlebnisse in Erinnerung: wenn man in absoluter Bergeinsamkeit wandert, mit Rucksack und Bergsteigerstiefeln, von Hütte zu Hütte und dann am Ziel findet sich eine Seilbahnstation, aus der lauter stöckelbeschuhte Damen, mitsamt zugehörigen Herren, steigen und dummes Zeug lautstark reden, von wegen Natur und "oh Schatzilein, wie heißt denn der Berg da?" "Nein ist das kalt und uneben hier, können die da nicht einen richtigen Weg anlegen...?"
Na gut, aber mittlerweile seh ich das toleranter, und besonders seh ich, dass das vom Wanderer, also mir, angestrebte  Naturerlebnis, auch in den Zeiten vor Seilbahn und Stöckelschuhen, ein Privileg einiger weniger war.
Wenn man bedenkt, dass der Mensch bis vor kurzem noch immer wieder von Hunger durch Missernten massivst bedroht war und es halt erst der Flugzeuge bedurfte, um sofortige Katastrophenhilfe zu leisten, so muss man sich auch eingestehen, dass für Otto Normalo anno dunnemals, die Natur nicht schön und romantisch war, sondern bedrohlich, und etwas mit dem zu Ringen war, um zu überleben.
Naturromatik leisteten sich die Adeligen in den Schlossparks von Versailles und Fontainebleau,
die da einen auf Schäfer und Schäferin machten, sich mit Blumenamen anredeten und dabei einen Regierungsstil pflegten, der den echten Landbewohnern das Leben sauer und saurer machte, so sehr, dass es sich im Grauen der Revolution entlud. Bekannt die Karikatur, wo der Bauer Adel und Klerus auf dem Buckel trägt.


Von daher ist der Verdienst des Franziskus nicht, dass er die Natur erfasste wie der Wandervogel, der landgeflüchtete Stadtbewohner der 70er mit seinen Rehlein am Waldrand vom Gärtlein hinterm Häuselein mit den Blümelein, oder halt der moderne, urbane Doppelnamen, geschieden, wiederverheiratet, gehobener Mittelstand, grün Wähler.
Nein Franziskus gelang es im Mangel, wie in Borcherts "Draussen vor der Tür", im Unscheinbaren, im Lebensfeindlichen und ich denke wir können uns gar nicht mehr vorstellen, wie feindlich unseren Altvorderen die Natur gegenüberstand,  das Göttliche zu sehen. Das ist was komplett anderes, als man ihm heutzutage andichtet.
Heute würde er, vermute ich mal, seinen Sonnengesang anstimmen, weil er Gott gefunden hat, im Balkonkasten im 10 Stock eines Hochhauses, in einer Betonwüste, die den begründeten Ruf eines sozialen Brennpunktes hat, und wo er wohnt, weil er die Frau Armut gesucht und gefunden hat und dennoch in der Geranie, an der er einen Schmetterling gesehen hat, die volle Schönheit der Schöpfung erkannt hat.
Ich liebe ja  das evangelische Kirchenlied "Geh aus mein Herz und suche Freud" sehr. Auch hier geht es um den Lobpreis der Schöpfung, eben wie der Titel sagt. Nur hat der Dichter, Paul Gerhard, für dessen Meisterwerk ich das "Geh aus mein Herz und suche Freud" halte, auch nicht viel Freud im Leben gehabt.
Von daher scheint mir die Botschaft des Poverello und da stimm ich Clamormeus schon zu, nicht die des modernen Ökologen zu sein, für den Natur eben die jahrtausendelang gebändigte Natur Europas ist und die er für selbstverständlich hält, was ja der grundlegende Denkfehler ist!
Wenn wir von unberührter Natur reden, dann meinen wir die Bilder wie: Schnee bedeckt Wiesen und Felder, und finden es traurig, wenn der erste da durchtrampelt. Nur Naturzustand Deutschland, wäre nix Wiesen, Äcker  und Felder, sondern Wald mit Flüssen die ungebärdigt vor sich hin mäandrieren und damit viele sumpfige Auen bilden, die Brutstätten für viele, viele Schnacken und Bremsen sind.
Selbst unsere Wälder, die doch dem, was wir unter unberührter Natur verstehen, am nächsten kommen, sind seit Jahrhunderten bewirtschaftet, sprich gepflegt und angelegt, wären sie es nicht, könnten wir nicht in ihnen herumlaufen!
Mir ist das mal klar geworden, als ein afrikanischer Priester bei uns in der Gemeinde zu Gast war. Der besuchte auch unsere Familie und wir fühlten uns verpflichtet, ihm was zu zeigen. Nur meinte der Gute, er habe schon alle Kirchen und Dome in der näheren und weiteren Umgebung gesehen, so sind wir auf die Idee verfallen mit ihm einfach spazieren zu gehen.
Gesagt, getan, wir laufen also im Wald herum, und folgten so einem Naturlehrpfad und liefen halt rum. Der afrikanische Priester war ganz von den Socken, dass außer uns noch andere rumliefen und man das einfach so tut. Dann sagte er, bei ihnen zu Hause täten sie nur in den Wald gehen, wenn sie da was zu tun hätten, Jagd, oder Holz und sie täten es sehr ungern, und dann zählte er die ganzen Gefahren auf, die einem in Afrika im Wald sprich Dschungel so begegnen täten....Mein Mann meinte dann, dass Wildschweine schon nicht ganz so harmlos wären, was dem Priester nur ein müdes Lächeln entlockte, weil die hätten sie auch.
Auf jeden Fall war ihm das Spaziergehen, um des Spaziergehens willen,  einfach absolut fremd, so dass wir mit Fug und Recht davon reden können, dass  das was der berühmte Osterspaziergang in Goethes Faust beschreibt eine Kulturleistung ist und kein Naturerlebnis.
Ich denke dass all diese Ökofreaks eines richtig sehen, aber verkehrt interpretieren, weil es stimmt schon, dass der Mensch, man mag es drehen und wenden, wie man will, nicht wirklich auf diese Erde passt.
Das allerdings, steht schon auf den ersten Seiten des Buches Genesis, wo  festgestellt wird, dass der Mensch aus dem Paradies auf die Erde verbannt wurde.
Man kann nun lang und breit drüber streiten, dass doch das Paradies irgendwo auf der Erde war "im Osten" heißt es in der Schrift und der Tigris und der Euphrat hätten ihren Quellfluss im Garten Eden steht da, was man durchaus so interpretieren kann, dass Eden irgendwo auf dieser Erde war. Allein, es ist nicht mehr und es kann auch vom Mensch nicht mehr errichtet werden, weil, es ja Gott gewesen war, der das Paradies gemacht hatte.
Also wie gesagt es ist der Fluch und der Segen des Menschen, dass er immerzu seine Umgebung verändern muss, um zu überleben.
Aber es ist keineswegs so, dass die Oberflächenform der Erde mitsamt ihrer Fauna und Flora, bevor es den Menschen gab, immer gleich geblieben ist.
Was findet man nicht alles an ausgestorbenen pflanzlichen und tierischen Fossilien?

Und da wir nun beim Buch Genesis und dem Sündenfall gelandet sind, so sind wir auch beim Thema, nämlcih der Sünde und der Vergebung, die uns durch Christus gebracht wurde und worauf es alleine ankommt, sich retten lassen aus dieser verdorbenen Generation! wie es Petrus in seiner ersten Pfingstpredigt erklärte!




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen