Sonntag, 21. Juni 2015

Neulich im Stau

Wie das halt so ist in diesen Tagen: Der Altstadtring in München ist Auto-mäßig immer gut besucht. Besonders der Teil, über den man dann von der Stadtmitte Richtung Süden fährt ... Das ist nur zweispurig und es wird viel gebaut dort und schon steht man da mal länger ... Macht aber nix, denn es gibt dort immer viel zu sehen und zu entdecken, weil man ja beim schnellen Vorbeifahren nicht so einfach in der Gegend rumgucken kann. So war es auch letzte Woche. Ich musste zum Passamt und da führt der kürzeste Weg aus der Innenstadt über den Sendlinger Tor-Platz und die Lindwurmstraße.
Und dann ging mal eine Viertelstunde nix mehr: Und da habe ich doch in der Blumenstraße eine Sehenswürdigkeit entdeckt, an der ich bestimmt schon 1000 Mal vorbeigefahren bin: Gut versteckt hinter Bäumen sieht man ein altes rotes kleines Backsteingebäude - eine Kirche und ich konnte sogar lesen, was über dem Eingang stand:

St. Willibrord in München, Blumenstraße. Bildquelle: Screenshot aus google-maps

Aha, dachte ich. Das sind doch die, die auch einmal (bestärkt vom Eisernen Kanzler Bismarck) gedacht haben: "Das ist unserekirche" .... Die konnten das wohl auch nicht mehr aushalten mit SEINER KIRCHE und SEINEN GEBOTEN. Deshalb haben sie sich dann von Rom losgelöst.
Als ich dann wieder an meinem Computer saß, habe ich mal bei Wikipedia gesucht, um mehr zu erfahren und da fand ich das hier. Und irgendwann bin ich dann auf das hier gestoßen.

Das ist also der Rest der Kirche, die damals laut "Los von Rom" gerufen haben. Und ich dachte bei mir, ob denn der Kardinal Marx und noch ein paar andere, die auch so gerne "Los von Rom" wären und alles das realisieren möchten, was "unserekirche" ausmacht, da überhaupt genug Platz hätten. Und wie wichtig wären die dann noch? Würden die dann überhaupt noch eingeladen als Pfarrer und Vorstandsvorsitzende von unsererkirche? Würde sie dann überhaupt noch jemand wahrnehmen? Klar, sie könnten dann WVGHS die Kommunion spenden und sie könnten Frauen zu Priesterinnen weihen. Sie könnten die "Ehe für alle" umsetzen und auch Ökumene praktizieren. Der Jubel aller Betroffenen wäre ihnen sicher ... Aber wenn die alle in so eine kleine Kirche passen, wären die für die Medien höchst uninteressant. Andererseits kann zumindest der Münchner Vorstandsvorsitzende innerhalb des Altstadtrings verbleiben (wo es nicht mal mehr eine evangelische Kirche gibt!). Aber das Holnstein-Palais könnte sich dann keiner mehr leisten. Irgendwie eine interessante Vorstellung.
Ich aber bleibe dann doch lieber Römisch-Katholisch und in SEINER KIRCHE. Mehr ist dazu auch nicht zu sagen.

Kommentare:

  1. Bei dem Eintrag bei Wikipedia steht "Dieser Eintrag wurde gelöscht oder verschoben." Meinst du das? Oder ist die Löschung/Verschiebung neueren Datums?

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    1. Genau, für mich sieht es so aus, als ob es gar keinen Eintrag gibt. Es ist wohl eher ein Hinweis, wie klein diese "Los von Rom"-Bewegung war und ist. Und das - trotzdem sie alle Wünsche der Gläubigen erfüllt hat (Zölibat abschaffen, Frauenpriestertum, Kommunion für alle usw.) nicht wachsen konnte. Das ist doch ein sehr deutliches Zeichen, wo so mancher, der "keine Filiale von Rom" mehr sein möchte, mal genauer hingucken sollte. Bei uns glauben halt einige immer noch, dass, wenn alle Forderungen der Linken erfüllt sind, die Leute in Massen in die Kirche strömen würden.

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    2. Was hat denn die "Alt-Katholische Kirche" mit "den Linken" zu tun? Als diese Kirche sich abspaltete, vor 150 Jahren, da gab es die Linken noch gar nicht.

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    3. Jürgen, vielleicht hätten Sie meinen Kommentar mehrfach lesen sollen. Die heutige "Los von Rom"-Bewegung hat im Gegensatz zur alten Los-von-Rom-Bewegung sehr viel mit Linken zu tun. Diese Linken treiben nämlich unsere Hirten vor sich her ... damit sie sich endlich nach ihren Vorgaben verändert. Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.

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    4. Eugen Maier21.06.15, 19:57

      Die wichtigsten "Funktionäre" der heutigen Los-von-Rom-Bewegung sind aber fast ausnahmslos Unions-Politiker. Linke???

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    5. Danke für den Hinweis, Herr Maier. Ich bin ja bisher immer davon ausgegangen, dass sich Kirchenleute nicht politisch betätigen dürfen, weil das Teil des Konkordats ist. Aber da scheint sich etwas geändert zu haben und Sie wissen mehr darüber. Kardinal Marx hat uns zwar in seiner Fronleichnamspredigt gesagt, wir sollten uns politisch betätigen - aber dass er selbst mit gutem Beispiel vorangeht, ist mir neu. Und dann auch noch in der Union? Hätte ich ja nie von ihm gedacht. Bisher dachte ich, er ist 24 Stunden am Tag für die Kirche im Einsatz. Aber jetzt auch noch für die Union? Wieder was gelernt.

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