Freitag, 25. September 2015

Wichtig! Oder: Ist die Katze aus dem Haus ...

Wie wir ja inzwischen alle mitbekommen haben, reist unser Papst gerade durch die USA und hält wichtige Reden vor den Wichtigen diesen Welt.
Der Medienrummel hält sich in Grenzen, eben einfach, weil die Welt derweil andere Probleme hat und weil einer, der die weltweiten Probleme mit den gleichen Ansätzen lösen will, wie all die anderen Redner auch, in diesem Gemenge gar nicht mehr so richtig auffällt.
So ist es in Deutschland die dpa, die die Medien beliefert und man kann auf den Internet-Portalen der Wichtigen Medien das Wichtige, das der Papst den Wichtigen gesagt hat nachlesen. Wir müssen uns da gar nicht drum kümmern.

Denn es gibt Wichtigeres aus dem Umfeld des Vatikan zu berichten:
Der Schmusekurs, den unsere Führung mit allen Religionen dieser Welt fährt ... hat vielen die Augen verschlossen, vor all den Problemen und Gefahren, denen die Christen in den Krisengebieten dieser Welt ausgeliefert sind.
Wir denken da nur an Syrien oder den Irak ... wo ein Blutbad auf das nächste folgt. Und konnten sie dann mal ihren Mördern entkommen und sich ins sichere Europa flüchten, müssen sie auch hier Verfolgung erleiden - von den gleichen Leuten, vor denen sie geflohen sind. Scheint wohl - besonders im Vatikan - niemanden zu interessieren.

Da ist es dann wirklich wie ein Licht in der Dunkelheit, wenn man bei Radio Vatikan folgendes lesen kann:

"Flüchtlingsexperte: Es müsste Quoten für christliche Flüchtlinge geben


Arabische Staaten sollten angesichts des Bürgerkriegs in Syrien mehr Flüchtlinge aufnehmen. Das fordert der Regionaldirektor der Päpstlichen Missionswerk in Beirut, Michel Constantin, in einem Interview mit dem Schweizer missio-Magazin. Außerdem sollte es eine festgelegt Quote für christliche Flüchtlinge geben."

Da hat sich jetzt endlich mal jemand getraut, Wahrheiten anzusprechen. Wahrheiten, die jeder sehen konnte, aber über die man - besonders in den oberen Etagen in Rom - doch lieber den Mantel des Schweigens deckte.
Danke an Missio Schweiz für diesen mutigen Beitrag. Hoffen wir, dass er einigen anderen ebenfalls die Augen öffnet.




Kommentare:

  1. Jordanien und der Libanon tun eh genug. Es ist aber tatsächlich schon öfters gefordert worden, dass z.B. Saudi-Arabien oder die Emirate Flüchtlinge aufnehmen sollten. Klingt fürs Erste bestechend.
    Allerdings:
    1. Wenn ich ein arabischer Christ wäre, würde das bedeuten, dass ich vor einem radikalen Islam flüchte, und genau deshalb würde ich nicht ausgerechnet nach Saudi-Arabien gehen. Auch in Ägypten oder in anderen nordafrikanischen Staaten wäre es nicht so lustig für mich.
    2. Wäre ich eher ein sogenannter Wirtschaftsflüchtling, würde ich auch nicht nach Saudi-Arabien oder in ein Emirat flüchten, obwohl diese Länder wirtschaftlich stark sind. Davon profitiert allerdings nur die dortige Oberschicht, soll heißen, die Leute, die dem jeweiligen Herrscherhaus nahestehen. Ausländische Arbeiter (von denen gibt es dort eine ganze Menge) werden dort auf das Übelste ausgebeutet und ich hätte null Chancen, dass es mir dort wirtschaftlich besser gehen würde.Die nordafrikanischen Staaten sind nicht stark genug, was die Wirtschaft betrifft, also würde ich nicht dorthin gehen.
    Fazit: Auch wenn diese Staaten Flüchtlinge aufnehmen würde, würde wahrscheinlich kaum jemand dorthin flüchten.

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  2. Es geht ja nicht darum, die Christen in den Libanon oder nach Saudi Arabien zu schicken. Die meisten wollen ja ohnehin dort bleiben, aber die, die heute in den Flüchtlingslagern auf eine Rückkehr warten, sollten natürlich bevorzugt in Europa aufgenommen werden.
    Und es geht ja schon seit mehr als zwei Jahren so, dass aus dem Nahen Osten nur Schreckensnachrichten kommen, insbesondere was die Christenverfolgung angeht. Vor zwei Jahren war der syrische Bischof Flavien Joseph Melki an "Maria Namen" in unserer Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf zu Gast. Er gab uns - anstatt einer Predigt- ein erschütterndes Bild von der Situation der Christen in Syrien.

    Was ist seitdem passiert? Kein einziger dieser verfolgten Christen wurde nach Europa geholt. Es ist an der Zeit, dass Kirchen und Politik sich einmal darum kümmern. Da kann man für das Vorpreschen von Missio nur dankbar sein.

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