Freitag, 9. Oktober 2015

Begegnungen um Mitternacht.

Manchmal, zur Geisterstunde, checke ich nochmal meine twitterTL, um mal zu gucken, wer da zu später Stunde noch so unterwegs ist. Und gestern ist mir da mal wieder einer über den Weg gelaufen, wo ich erst mal einen Lachanfall bekommen habe.
Der gute Mann zählt sich ja zu den katholische Progris und ich muss sagen, gestern hat er mich echt zum Staunen gebracht.
Es mag ja sein, dass er zum näheren Umfeld der CDU-Führung gehört, aber jeden als unkatholisch zu bezeichnen, der die Kanzlerin beschimpft ... Aber hallo. Das hätte es ja nicht mal im Mittelalter gegeben.

Im Mittelalter waren Kaiser, Könige, Fürsten usw. Herrscher von Gottes Gnaden. D.h. Sie waren in ihrem Handeln und Reden Werkzeuge des Herrn. Dazu wurden sie vom Papst oder vom Bischof gekrönt (Erst Napoleon hat das ja abgeschafft).

Und dann war es auch üblich, dass sich der Landesherr mit den Vertretern der Kirche berieht, wenn es darum ging, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Das ging in Europa ziemlich lange gut - aber mit dem Protestantismus wurden dann die weltlichen Herrscher auch die Vertreter Gottes und die Pfarrer waren ihre Werkzeuge. Kaiser Wilhelm I soll übrigens sehr oft in der Kirche gepredigt haben.
Da war es klar, dass sein Kanzler auch die aufmüpfigen Katholiken unter Kontrolle kriegen wollte. Was trotz aller Diskriminierungen nicht gelang.


Und jetzt hört also eine protestantisch geprägte - vom Volk gewählte - Regierung auf die Bischöfe. Wenn dem so wäre, müsste die Regierung aber schnell ihre Meinung ändern. Denn in seinem letzten Welt-Interview sagte z.B. der DBK-Vorsitzende Kardinal Marx:

"Wir haben nie gesagt, dass alle Menschen, die kommen, hier bleiben können." Man müsse die Menschen "zurückführen"...

Und ich habe jetzt noch nicht mitbekommen, dass die Regierung inzwischen entsprechend handeln würde. In seiner heutigen Pressekonferenz sprach der bayerische Ministerpräsident sogar davon, dass die Regierung dem Volk vermitteln würde, dass sie kapituliert habe. Auch dies hat keiner der deutschen Bischöfe der Regierung vorgeschrieben.

Deshalb kann einem doch nur der Gedanke kommen, dass sich der Herr P. ganz stark eben nach diesen feudalistischen Zeiten zurücksehnt, wo die Regierung auf einen Bischof zu hören hatte.

Und ich fange an mich zu fragen, ob der der "progressive" Herr P nicht ganz tief in seinem Inneren ein wahrer Tradi ist?


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