Montag, 26. Oktober 2015

Kardinal Burke zur Synode

Teilnehmen durfte er vorsichtshalber nicht - aber kommentieren darf er die Synode und ihre Relatio finalis schon. Edward Pentin gibt Kardinal Burke, dem Helden der Außerordentlichen Synode 2014,  im National Catholic Register Gelegenheit dazu. Hier geht´s zum Original:   klicken

"KARDINAL BURKE: DEM SCHLUSSREPORT FEHLT ES AN KLARHEIT ZUR UNAUFLÖSLICHKEIT DER EHE"
"Kardinal Raymond Burke, Patron der Ritter von Malta und früherer Präfekt der Apostolischen Signatur, hat dem NC-Register seine erste Reaktion auf den Schlussreport der Familien-Synode mitgeteilt.
Er konzentriert sich auf die Paragraphen 84-86 zu Scheidung und Wiederverheiratung, und sagt, daß diese Passage "Anlass zu unmittelbarer Sorge gibt, weil in ihr die fundamentalen Grundbegriffe des Glaubesn fehlen: die Unauflöslichkeit des Ehe-Bundes, die sowohl die Vernunft als auch der Glaube alle Menschen lehren".
Er sagt auch, daß die Art, wie die Zitate aus "Familiaris Consortio"  eingesetzt werden, irreführend sind.
Hier nun die Kommentare des Kardinals:

"Das gesamte Dokument verlangt sorgfältiges Lesen, um genau zu verstehen, welchen Ratschlag es dem Römischen Pontifex im Zusammenklang mit der Natur der Bischofs-Synode anbietet- zur "Erhaltung und der Zunahme des Glaubens und der Moral und der Beachtung und Stärkung der kirchlichen Disziplin"(Kan.342) 

Der Abschnitt mit dem Titel " Unterscheidung und Integration" ( §§ 84-86) jedoch ist Anlass zu unmittelbarer Sorge, weil ihm die Klarheit in fundamentalen Belangen des Glaubens fehlt: die Unauflöslichkeit des Ehe-Bundes, die sowohl die Vernunft als auch der Glaube alle Menschen lehren."

Vor allem das Wort Integration ist ein mondäner Terminus, der theologisch zweideutig ist. Ich sehe nicht, wie es "der Schlüssel zur pastoralen Begleitung jener in irreguären Eheverbindungen" sein kann.
Der Interpretationsschlüssel zu ihrer pastoralen Betreuung muß die in der Wahrheit der Ehe in Christus begründeten Kommunion sein, die in Ehren gehalten und praktiziert werden muß, selbst wenn ein Partner wegen einer Sünde des anderen Partners die Ehe verlassen hat.

Die Gnade des Sakramentes der Hl. Ehe stärkt den verlassenen Partner darin, treu zum Ehebund zu leben und fortzufahren, die Rettung des Partners, der die Ehe verlassen hat, zu suchen.
Ich kenne seit meiner Kindheit und treffe auch heute noch- gläubige Katholiken, deren Ehe einerseits zerbrochen ist, die aber durch die Gnade des Sakramentes weiterhin treu zu ihrer Ehe leben. Sie schauen auf die Kirche, um so eine Begleitung zu bekommen, die ihnen hilft, in ihrem Leben der Wahrheit Christi treu zu bleiben,.
  
Zweitens-ist das Zitat aus "Familiaris Consortio" Nr. 84 ireführend. Zur Zeit der Familien-Synode von 1980 - wie auch durch die Geschichte der Kirche hindurch-hat es immer Druck gegeben, wegen der schmerzhaften Situation der in irregulären Verbindungen Lebenden, die Scheidung zuzulassen, das heißt für jene, die nicht in Einklang mit der Wahrheit Christi über die Ehe leben, wie er sie klar in den Evangelien 
(Mt. 19, 3-12; Mk 10, 2-12) verkündet hat.
Während der Hl. Papst Johannes Paul II in Nr. 84 die verschiedenen Situationen derer, die in irregulären Verbindungen leben, anerkennt und die Hirten und die ganze Gemeinde drängt, ihnen als durch die Taufe wahren Brüdern und Schwestern in Christus zu helfen, schließt er: "Jedoch bekräftigt die Kirche ihre Praxis, die auf der Hl. Schrift basiert, wiederverheiratete, geschiedene Personen nicht zur Eucharistischen Kommunion zuzulassen."
Er ruft dann noch einmal die Gründe für diese Praxis in Erinnerung:
"Die Tatsache daß ihr Zustand und ihre Lebensbedingungen objektiv der Vereinigung der Liebe zwischen Christus und der Kirche, die durch die Eucharistie versinnbildlicht und verwirklicht wird, widersprechen." 
Er bemerkt also zu Recht, daß eine andere Praxis den Gläubigen in "Irre und Konfusion darüber führt, was die Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe lehrt."

Drittens das Zitat aus dem Katechismus der Katholischen Kirche (Nr. 1735) -das die Schuldhaftigkeit betrifft, das mit der "Freiheit, die den Menschen für seine Taten verantwortlich macht, wenn er sie freiwillig tut" interpretiert werden muß (CCC 1734).

Der Ausschluss der in irregulären ehelichen Verbindungen Lebenden von den Sakramenten beinhaltet kein Urteil über ihre Verantwortung für den Zusammenbruch des ehelichen Bundes, durch den sie gebunden sind. Er ist eher die objektive Anerkennung des Bundes. Die Erklärung des Päpstlichen Rates für Legislative Texte vom Juni 2000, der ebenfalls zitiert wird- steht in kompletter Übereinstimmung mit der immerwährenden Lehre und Praxis der Kirche mit der zitierten Nr. 84 von "Familiaris Consortio". Diese Erklärung macht auch die Grenze eines Gespräches mit einem Priester im internen forum deutlich, nämlich- mit den Worten des Hl. Papstes Johannes Paul II: "ein Lebensstil, der nicht länger im Gegensatz zur Unauflöslichkeit der Ehe steht." (Familiaris Consortio, Nr. 84).
Die Disziplin der Kirche bietet fortgesetzte pastorale Hilfe für die an, die in irregulären Verbindungen leben-und "die aus ernsthaften Gründen, wie z.B. der Aufzucht von Kindern, die Forderung, sich zu trennen nicht erfüllen können", sodaß sie keusch in Treue zur Wahrheit Christi leben können (Familiaris Consortio, 84)."

Quelle: National Catholis Register, Edward Pentin, Kardinal Burke







  

1 Kommentar:

  1. Sünde ist leider nie auszuschließen. Doch dem Hl.Geist zu vertrauen ist für die Kirche wichtig. Gerade in der Pastoral ist der Geist der Unterscheidung gefordert. Jeder Bischof und jedr Priester muss aus diesem Geist heraus entscheiden, ob er Geschiedene Wiederverheiratete zur Hl.Kommunion zulässt. Jesus sagt seinen Aposteln:" Was ihr auf Erden bindet, wird im Himmel gebunden sein. Was ihr auf erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein. Darin gesteht Jesus selbst, seinen Aposteln den Hl.Geist zu und so auch den Geist der Unterscheidung für die Menschen, die sich in lebenszerstörender Not befinden, die hl.Kommunion zu erlauben. Die Sünde würde dann eintreten, wenn aus egoistischen Vorteilen des Bischofs oder Priesters leichtfertig zur Hl.Kommunion geraten würde. Jesus ist barmherzig denen, die der Barmherzigkeit bedürfen. Jesus ist gerecht, wenn wir die Barmherzigkeit missbräuchlich anwenden. Das gilt ohne Ausnahme für Priester und Bischöfe, wie für Laienchristen. Das meinte auch Papst Franziskus, dem ich Folge leiste.

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