Dienstag, 27. Oktober 2015

Ups! Das goldene Wunscherfüllungsbuch ist weiterhin leer!

Als Kardinal Marx im letzten Jahr von der Synode zurück nach München kam, betete er kurz darauf mit uns in St. Peter den "Güldenen Rosenkranz" und erzählte uns, was er in Rom gelernt hatte:

Es ist SEINE Kirche!

Ich habe damals tatsächlich gedacht, oh, der Mann ist lernfähig...
War wohl nur eine kurzzeitige Rückkehr in seine eigentliche Aufgabe, das Wort des Herrn zu verkünden.

Inzwischen zeigt er uns ja allerorten, dass sein Hauptspielfeld inzwischen die Politik geworden ist.

Und auf diesem Spielfeld muss man mit dem Zeitgeist gehen.

Und so kam er diesmal aus Rom als Politiker zurück, obwohl er "seine Agenda" wieder mal nicht durchsetzen konnte.
Der große Triumpf ist ausgeblieben, das zeigt auch die Resonanz auf seine gestrige Pressekonferenz.
Anstatt mit dem "Goldenen Wunscherfüllungsbuch" kam der Kardinal mit leeren Händen, die er allerdings fein zu umschreiben wusste (wozu hat man einen Pressesprecher von der Bildzeitung).

Wir hatten es ja am Wochenende schon festgestellt - die Berichterstattung in den Deutschen Medien war eher dünn und sehr desillusioniert - war doch das wichtigste Thema ignoriert worden. Jobo hat sich darüber Gedanken gemacht und wir hatten es ja auch als Fundstück verlinkt.

Wie viele bei der Pressekonferenz in München dabei waren, wissen wir nicht. Aber in den Medien findet sich nicht viel.
Eine Kurzmeldung in der Zeit und bei n-tv.


Ein bisschen ausführlicher dann die lokalen Blätter, die SZ sogar mit zwei Beiträgen und auch die Münchner Abendzeitung berichtet und die Münchner Kirchennachrichten haben einen ausführlichen Bericht. Allerdings kann man aus allen Artikeln herauslesen, wie groß die Ernüchterung ist. Die deutschen Vorschläge wurden von allen anderen abgelehnt, was ja dann auch zu einem "Wutauftritt" von Kardinal Marx während eines Vatikan-Pressebriefings führte.

Da ist es zumindest sehr erheiternd, dass der Berliner Erzbischof Koch meint: "trotz aller unterschiedlichen Positionen sei in den drei Wochen eine Herzlichkeit unter den Bischöfen entstanden, die fortdauern werde.

Diese Herzlichkeit liest sich ja auch aus dem ersten Absatz der Ergebnisse der deutschsprachigen Gruppe, die Paul Badde in seinem CNAdeutsch-Interview so charakterisiert: "...einen ganz unverständlich unversöhnlichen, zornigen und unnötigen ersten Absatz voll „großer Betroffenheit und Trauer“ – in dem nicht genannte Synodenväter für nicht genannte Äußerungen heftig kritisiert wurden...  

Hart, aber herzlich. Die neue deutsche Art eben.

Ich würde dem Kardinal Marx ja mal empfehlen, dass er sich die Zeit nimmt, den "Güldenen Rosenkranz" vom letzten Jahr, den er hat mitfilmen lassen, noch einmal anzuschauen. Vielleicht lernt er ja dann wieder, wem die Kirche gehört und dass es so gut ist.

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