Samstag, 24. Oktober 2015

Verschwörungstheoretiker innerhalb und außerhalb des Vaticans

Bei La Nuova Bussola hat Riccardo Cascioli gestern Stellung zu den rund um die Synode immer wieder auftauchenden Verschwörungstheorien bezogen. Interessant auch ( nach Beendigung der Synode- wo die beiden Lager bei der Abschlussitzung erstaunlicherweise zu großer Einhelligkeit fanden- zu beobachten, wie es diesbezüglich in diesem Pontifikat zu einem Rollentausch und zur Umkehr der Positionen gekommen ist.
Hier geh´s zum Original:  klicken

               "DIE SYNODE UND DIE VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER"
"Wie gut, daß der Papst am 6. Oktober dazu eingeladen hat, im Hinblick auf die Synode die Hermeneutik der Verschwörung zu vermeiden.
Seit 2 Tagen sind die Fernsehnachrichten und die großen Zeitungen- katholische wie säkulare- voller Verschwörungstheorien, die scheinbar von konservativen Elementen angezettelt wurden, um den Papst zu deligitimieren. Das passiert nicht zum erstenmal im Verlauf dieser Synode, aber dieser Zirkus der letzten Tage läßt uns mehr oder weniger perplex zurück.
Alles begann vor 2 Tagen mit dem angeblichen Scoop der "Quotidiana Nazionale" wegen eines angeblichen (gutartigen) Hirntumors Franziskus´.
Sofortiges Dementi des Pressesprechers des Vaticans, Pater Lombardi (sogar ein halbe Stunde nach Mitternacht. Weil sie-wenn sie wollen-im Vatican schnell sein können) in den folgenden Stunden in harten Worten immer wiederholt. Es hätte da enden können.
Die Spekulationen und falschen Scoops zur Gesundheit der Päpste sind sicher keine Neuheit: Johannes Paul II und Benedikt XVI mußten das mehrmals erleiden. Immer dementiert, vielleicht mit einem leichten Vorwurd gegen eine bestimmte Art des Journalismus. Und das war alles.

Dieses mal ganz sicher nicht. Die Nachricht von einem Hirntumor ist schwerwiegend, noch mehr wenn sie unfundiert ist. Man kann auch keine speziellen Interessen hinter der Verbreitung der Nachricht ausschließen. Aber es war sicher die -zigste Episode im Rahmen einer gewissen journalistischen Korruption die als Vorwand diente, um die Synodenväter, die sich-sagen wir es vereinfacht- den Kasper-Thesen entgegenstellen, anzugreifen.

Der Osservatore Romano hat dazu vielleicht eine gewisse Berechtigung, weil er der erste war, der bekräftigte, der ausgewählte Zeitpunkt enthüllte die manipulative Absicht eines empörten Aufschreis" Ein harter Vorwurf, aber sehr allgemein.  Gestern aber, las man wirklcih überrascht, daß alle großen Zeitungen, die dem Komplott viele Seiten widmeten, alle die gleiche Verschwörungsthese vortrugen, ohne auch nur den geringsten Beweis- so als ob ein Rundschreiben durch die Redaktionen gegangen sei.




Schlussfolgerung-  wie Corriere, Stampa, Repubblicca und Avvenire im Chor feststellen, ist daß jene, die den von Franziskus gewünschten Änderungen Widerstand leisten, diese Krankheitsaffaire dramatisiert haben, um den Eindruck zu erwecken, daß bestimmte Ideen des Papstes einem kranken Hirn entspringen -und sie so zu deligitimieren.
Ein scharfsinniger Vaticanist hat sich dann in der Tat auch gefragt: wenn eine Krankheit erfinden, warum einen Hirntumor und nicht eine Leukämie?
Eine Argumentation, die der "Signora in Giallo" ("Mord ist ihr Hobby"- us amerik. Fernsehserie) würdig wäre- aber das Schlimmste kommt noch. Warum bringen alle das coming-out von Msgr. Charamsa  am Vorabend der Synode, den Brief der 13 Kardinäle und schließlich die Nachricht von der Krankheit des Papstes in einen Zusammenhang, um dann daraus zu schließen, dass alles Teil eines großen Projektes ist, mit dem Ziel die Autorität des Papstes und die Synodendebatte anzugreifen?

Drei Episoden die manifest nichts miteinander zu tun haben, und selbst wenn-wenigstens in zwei Fällen- Zeichen für das Gegenteil des Beschriebenen wären- wenn nicht die Tatsache, daß sie uns alle als Vorwand serviert werden, um verbale Aggressionen gegen die Synodenväter auszulösen, die in bestimmten Vorschlägen zur Ehe einen Versuch sehen, die Lehre der Kirche zu ändern, dabei aber das Gegenteil behaupten
Keinerlei geheimes Manöver, kein Hinterhalt hinter dem Rücken des Papstes, und dennoch fahren die großen Namen der katholischen- und der Laienpresse mit dieser Lüge fort. Schlimmer gemacht durch die Tatsache, daß man behauptet, daß der Kopf hinter der angenommenen Krankheit des Papstes sich unter diesen 13 Kardinälen befinde.

Ja, das ist ein bösartiges Manöver, weil man die Kardinäle verleumdet, die immer offen ihre Gedanken ausgesprochen haben, indem man obscure Kräfte beschwört, subtile Ränke usw. ohne jemals auch nur eine einzige Tatsache zu präsentieren, die diese These unterstützt.
Ich werde also versuchen, eine Antwort auf die Frage : warum diese Verschwörungstheorien zu finden. Ich habe den Eindruck, daß - weil sie bei der Synode nicht die Mehrheit haben, um die gewollten Veränderungen durchzusetzen, die "Kasperianer" selbst eine Kampagne zur Einschüchterung der Synodenväter und der Verschleierung gestartet haben, derart daß man am Ènde immer sagen kann, daß die Synode andere Ergebnisse gehabt hätte, wenn es nicht diese unverdienten Pressionen und die obskuren Manöver der Konservativen gegeben hätte. So erneut den "Geist der Synode" ins Spiel zu bringen- wie den Geist des Konzils- soll dazu dienen, den geschriebenen Dokumenten einen anderen, manchmal entgegengesetzten Sinn zu geben.
Es ist vielleicht kein Zufall, daß der deutsche Kardinal Marx schon gesagt hat, "daß die Synode nicht hier endet."

Dann ist auch festzustellen, daß -durch einen puren Zufall- der Medienzirkus, der der Nachricht von der angeblichen Krankheit des Papstes folgte- dazu gedient hat, die wichtige Erklärung des südafrikanischen Kardinals Wilfrid Napier, eines der 13 Unterzeichner des Briefes an den Papst, zu überdecken.
In der Pressekonferenz vom Mittwoch, 21. Oktober, hat Napier in seiner Antwort -auf eine Frage genau zu diesem Brief -erklärt, daß er aus der Sorge entstanden sei, wieder miterleben zu müssen, was bei der vorigen Synode passierte, als die offensichtliche Manipulation, vom Synodensekretariat ins Werk gesetzt wurde.
Es lohnt sich, eine Passage aus seiner Antwort zur Kenntnis zu nehmen, in der er sehr klar erklärt, was damals passiert ist.
Und man wird feststellen, daß die Manipulateure von damals auch die von heute sind, immer noch in der Synodenleitung und der Gesellschaft derer, die jetzt "Komplott" schreiten."

"Ich denke, daß das Erste was man sagen muß. ist daß es bei der vorigen Synode spezifische Elemente  gab, die Grunde zur Sorge gaben. Und besonders dieser eine, daß der Interimsreport präsentiert wurde. als  sei er aus der Synode gekommen, als ob er Teil der Beratungen der Synode sei.Und das war nicht wahr,  weil wir das Dokument ungefähr erst eine Stunde nach Ihnen, den Medien, bekommen haben.
 Und dann erst haben wir begonnen es zu lesen. Und in deisem Dokument wurden Dinge gesagt, von denen  ich wußte, daß hölöchstens zwei oder drei Personen in der Aula darüber gesprochen hatten. Sie wurden  aber präsentiert, aals seien sie eine Überlegung der Synode. Das hat dann mit Sicherheit den Eindruck  gemacht als werde die synode in eine bestimmte Richtung gelenkt. Ich war auch Mitglied der KOmmission,  die das Schlussdokument redigiert hat. Und auch da gabe es das, daß einzelne Punkte  in eine bestimmte  Richtung drückten. Und deshalb sahe es so aus, als sei eine bestimmte Ideologie oder eine spezielle  Agenda- oder wie sie es nennen woillen- am Werk."

Quelle: La Nuova Busola Quotidiana, R. Cascioli, La Santa Sede, Kard. Napier

p.s
wie man aus Rom hört, haben die Synodenväter alle Paragraphen des Schlussdokumentes mit 2/3 Mehrheit approbiert-dazu gehört allerdings auch der Vorschlag des circulus minoris germanicus für ihr Einflußgebiet - internen foren der Diözesen zu ermöglichen, über die Wiederzulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion zu entscheiden. In seiner mit viel Beifall aufgenommenen Schlussrede hat Papst Franziskus (nicht zum erstenmal) verkündet, daß die wahren Verteidiger der Lehre der Kirche und der Tradition nicht jene seien, die sich an den Texten festhielten, sondern jene, die deren Geist umsetzten..... man kann nicht umhin an den unseligen angeblichen Konzilsgeist der Post-VaticanII-Ära zu denken und zu hofen, daß es dem Geist der Synode 2015 nicht ebenso ergeht.


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