Samstag, 3. Oktober 2015

"Wo ist die starke Kirche?" Oder: Aloysius fliegt aus dem Himmel

Nachdem ich am Dienstag mit dem Besuch der St. Michaels Messe die Novene zum heiligen Erzengel abgeschlossen habe, konnte ich doch feststellen, dass man eine Menge Gelassenheit gewinnt, wenn man seinen Tag in die Hände Gottes legt..
Gestern, am 2. Oktober feierten wir in St. Peter die Schutzengelmesse und den Herz-Jesu Freitag. Ein wunderschöner langer Gebetsabend mit Rosenkranzgebet, Heiliger Messe, Anbetung, Herz-Jesu-Litanei und eucharistischem Segen. Danach hörten wir eine hochinteressante Katechese über Theresia von Avila - Lehrerin des Gebets. Referentin war die Frau Professor Marianne Schlosser von der Universität Wien. Danach gab es eine Aussetzung mit der Litanei zum heiligen Schutzengel, einen weiteren eucharistischen Segen und das Salve Regina!
Schön, wenn man durch das Gebet die Nähe und den Schutz all dieser Engel und Heiligen so intensiv spüren kann. Denn:
die Himmlischen Heerscharen, die Engel, die Heiligen, die Märtyrer, ja sogar der Herr selbst, was müssen die wohl denken, wenn sie von ihren erhabenen Plätzen im Himmel auf den derzeitigen Zustand der Welt und auf den Zustand der darin agierenden Kirche denken.
Kriegen die sich noch ein vor lauter Lachen, sind sie betrübt über all die Geschehnisse hier oder ist der Rauch Satans inzwischen so dicht, dass sie gar nichts mehr davon sehen können....
Das letzte wollen wir dann doch nicht hoffen, aber wir können uns die Szenen, die sich derzeit über uns abspielen, ja trotzdem mal ausmalen.
Der Herr, ziemlich erschrocken über all den Rauch, der ihm die direkte Sicht auf seine geliebte Erde nimmt .... berät sich mit seinem engsten Kreis und beschließt, einen Kundschafter auf die Erde zu schicken. Das Meeting hat noch keine 5 Sekunden gedauert, da  spricht er Petrus an:
"Sag mal Petrus, kannst Du dich noch an diesen renitenten Münchner erinnern, der hier mal aufgekreuzt ist und sich gar nicht so recht einfügen wollte?" "Stimmt" antwortete Petrus, "ich habe ihn damals mit ein paar Briefen nach München geschickt, aber was aus ihm geworden ist...?" So schickt er ein paar Hilfsengerl herum, die den Aloysius suchen sollen. Und sie finden ihn auch. Inzwischen fühlt er sich da heroben ganz wohl, hat ein paar bayerische Promis kennengelernt, mit denen er schafkopfen und stammtischen kann und so hat er doch noch seine Ruhe gefunden.
Aber die Hilfsengel ziehen ihn ab von seinem Stammtisch und bringen ihn direkt zu Petrus. Der sagt ihm: Alois, ich habe eine Aufgabe für Dich. Du siehst ja selbst, dass uns derzeit die direkte Sicht auf die Erde verborgen ist und deshalb musst Du jetzt als Kundschafter runter. Wir haben diese Zeit gewählt, denn in München ist gerade Oktoberfest und du sollst ja auch ein bisserl Spaß dabei haben."
"Was ist denn so wichtig?" fragt der Aloysius und "Kannst ned den Franz-Josef schicken?" Nein, antwortet Petrus, der ist zu bekannt und wir wollen ja, dass sich jemand unauffällig unters Volk mischt. Du darfst in München anfangen, musst aber weiter und dem ganzen christenland auf den Zahn fühlen. Mein Stellvertreter soll ja kürzlich in Amerika gewesen sein und auch da hört man nix gutes. Also, los Aloysius, Du schaffst das. Und dass Du mir nix auslässt!"
Gehorsam begibt sich der Engel Aloysius auf seine abenteuerliche Reise. Das war an "Maria Namen".

Es sind noch keine drei Wochen vergangen, da klopft es an der Himmelstür. Panikartige Rufe von draußen: "Lasst mich wieder rein ... bitte ... bitte ... lasst mich wieder rein"
Petrus, völlig konsterniert, gibt dem heiligen Michael ein Zeichen, das sagt: "Öffne"... und draußen steht ein völlig atemloser Aloysius... keuch .... stöhn ... und schickt's mich nie wieder obi ...."
"Ja Loyserl, was ist denn los, dass Du gar so derangiert bist? Wir dachten Du freust Dich, wenn Du mal wieder zum Oktoberfest kannst" "Ihr glaubt's es ned, was da unten los ist .... keusch... stöhn.... mei bin ich froh, dass ich wieda da herobn sein darf..." Und dann nach einer Verschnaufpause und einer Maß Augustinerbräu bricht es aus ihm heraus:
"Die da unten, die hom joa überhaupt koa Hirn mehr, gar nix mehr ... nix ... Die denken ned nur noch an Sex, die reden auch über nix anderes mehr" ... "Ja, Aloysius, das ist doch nix neues, das war bei den Menschen schon immer so", versucht Petrus ihn zu beruhigen ... "nein nein, alle ... damit mein ich auch die, die im Auftrag des Herrn dort unterwegs sind. Priester, Bischöfe, Kardinäle,  alle reden nur noch über Sex. Und das geht so weit, dass sie sogar die Gebote abschaffen wollen..." "Die Gebote abschaffen?" Petrus wird ganz blass.... "...das können ja nicht einmal wir ... was glauben die denn, wer sie sind?" Erzähl weiter Aloysius! "Ja, und ganz vorne dran, ist der Erzbischof von München, meiner Heimat, der will sogar eine neue deutsche Kirche ... und weil er deshalb so unbeliebt geworden ist in München, schickt er jetzt seine Vasallen vor ... und der Bischof von Osnabrück .... keusch .... stöhn ... gefällt sich gerade in der Rolle, ein neuer Luther zu werden. Als wenn wir mit dem Alten schon ned genug Ärger hätten ..." Petrus ist nun ganz Ohr: "erzähl weiter" .... "ja was glauben Sie denn, das geht sogar europaweit so. Da gibt's einen Kardinal in Brüssel, und der Anführer Martini ... haben sogar ganz stolz erzählt, dass sie einen Mafiaverein gegründet haben, der den vom Herrn eingesetzten Papst Benedikt mit 'abgesägt' hat, weil er eben nicht 'mitgemacht' hat. Ja und was glauben Sie, wer da mit dabei war, in dieser Mafia? Der Lehmann und der Kaspar. Und da schreibt sogar die deutsche Boulevardpresse schon drüber - hat mich meine letzten cents gekostet, dort mitzulesen ... und jetzt, wo ihnen der Boden zu heiß wird, streiten sie alles ab, vorne dran der Belgier, der Daneels, der aber immer noch beim neuen Papst in hohem Ansehen steht... - wo steckt eigentlich der Martini?-" Petrus wird immer blasser ... grübelt und sagt erst mal nix. Aloysius hat sich inzwischen aber in Rage geredet. "Die Synode," sagt er "die Synode" ... da wollen sie's jetzt packen ... die Kirche abreißen, Stein für Stein... die gläubigen Menschen da unten befürchten das schlimmste. Gott sei Dank, gibt es noch die Polen und die Afrikaner, aber auch ein paar amerikanische und andere Europäer, die aufpassen, dass der Fels nicht bröckelt. Es gibt aufmerksame Journalisten in England und Amerika, aber ganz besonders in Italien, die dem Wort des Herrn folgen und jeden Möchtegern-Luther sofort erkennen und bloßstellen, die genau drauf achten, was da hinter verschlossenen Türen so alles vorbereitet wird, wie dort intrigiert wird usw. . Ständig kommen neue Bücher auf den Markt, die die Lehre der Kirche verteidigen. Aber auch die Gegenseite versucht's mit Büchern, besonders der Münchner Kardinal, der unbedingt ‘gewinnen‘ will. Jeden Tag passiert was anderes. Heute zum Beispiel hat ein Pole versucht, die Synode zu sprengen. Aber ... seufz ... der Papst hat kurzen Prozess mit ihm gemacht und ihn direkt entlassen. Wenn's doch immer so leicht wäre...." Petrus ist komplett erschrocken, hatte er sich doch ganz andere Erzählungen erwartet, nämlich, dass die Welt aus den Fugen ist, wegen all dieser bösen Geister, die umherschleichen, um die Seelen der Menschen zu verderben... aber dass diese bösen Geister im Zentrum seiner Kirche sitzen, dass hätte er nun gar nicht erwartet ... "Danke Aloysius, jetzt ruh dich erst mal aus, geh ein paar Rosenkränze beten und dann zurück zum Stammtisch, aber sag dort nicht zuviel, damit es keinen Aufruhr gibt, da heroben."
"Verstehe," sagt der Aloysius "das bleibt erst mal alles unter uns..."
Petrus nutzt - was er sehr selten tut, sein rotes Telefon, um direkt mit dem Herrn zu sprechen: "Herr, wir müssen was unternehmen" ruft er voller Panik ins Telefon ... "da unten, in Deinem Refugium gerät alles außer Rand und Band"... "Ja, komm vorbei ... die Sicht ist inzwischen auch wieder etwas besser geworden, aber wir wollen hören, was Du zu berichten hast" .... Gesagt, getan, Petrus rennt ins oberste Stockwerk und bemerkt erst mal den amüsierten Blick des Herrn. "Schau mal nach unten Petrus .... nach ganz unten... siehst Du den Herrn der Unterwelt da in seinem Feuer sitzen und sich einen abgrinsen? Der denkt tatsächlich er hätte gewonnen... ja, der glaubt das wirklich. Siehst Du den Schweiß auf seiner Stirn? Seit Tagen rüttelt er an dem Felsen, und deshalb hat er auch keine Zeit mehr beim Feuer nachzulegen - deshalb beginnt der Rauch sich langsam aufzulösen." "Ja und?" Petrus weiß gar nicht, was das bedeuten soll ... "Ja Petrus, komm setzt dich in Deinen Sessel, genieß den Blick nach unten. Die Synode beginnt ... Vorhang auf! Das Spiel kann beginnen ... "

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