Freitag, 20. November 2015

"Souvenirs Souvenirs" - Was der Papst den deutschen Bischöfen als Reiseandenken mitgegeben hat ...

Es gibt so Tage, wo es draußen regnet, alles grau und dunkel ist (endlich November!) und plötzlich geht das Licht an!

Es war ein tweet aus Rom, der heute dieses Licht in den dunklen Tag brachte:

Der darin enthaltene Link auf die Seite der DBK "made my day" - wie es so schön neudeutsch heißt. Während sich heute in Bonn das ZDK versammelte, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen - der sicher genau das gleiche fordern wird, wie seine Vorgänger - hatten die deutschen Bischöfe zum Abschluss ihres Ad limina-Besuchs in Rom eine Audienz bei Papst Franziskus.

Und diese Rede zeigt, dass der Papst doch sehr gute Kontakte nach Deutschland zu haben scheint, denn er ist über den Zustand der Kirche in Deutschland sehr genau informiert:
  • "... ein sehr starker Rückgang des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs und des sakramentalen Lebens zu verzeichnen. ... Die Sakramente werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden. ... Angesichts dieser Tatsachen ist wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland zu sprechen."
  • "...einer Tendenz zu fortschreitender Institutionalisierung der Kirche. Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. "
  • "... es herrscht eine gewisse Weltlichkeit vor. Die Weltlichkeit verformt die Seelen, sie erstickt das Bewusstsein für die Wirklichkeit. Ein verweltlichter Mensch lebt in einer Welt, die er selbst geschaffen hat. Er umgibt sich gleichsam mit abgedunkelten Scheiben, um nicht nach außen zu sehen. Es ist schwer, solche Menschen zu erreichen."
  • "... so muss dem Bischof in besonderer Weise das sakramentale Leben am Herzen liegen. Hier seien nur zwei Punkte hervorgehoben: die Beichte und die Eucharistie....das Sakrament der Buße und der Versöhnung wieder neu zu entdecken .... Ich vertraue darauf, dass im kommenden Heiligen Jahr und darüber hinaus dieses für die geistliche Erneuerung so wichtige Sakrament in den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien mehr Berücksichtigung findet."  
  • "...ist es notwendig, die innere Verbindung von Eucharistie und Priestertum stets klar sichtbar zu machen. Pastoralpläne, die den geweihten Priestern nicht die gebührende Bedeutung in ihrem Dienst des Leitens, Lehrens und Heiligens im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kirche und dem sakramentalen Leben beimessen, sind der Erfahrung nach zum Scheitern verurteilt."  
Im ersten tweet aus der KNA-Ecke ging es dann darum, dass der Papst sich bei den Deutschen Bischöfen und den Katholiken in Deutschland für ihren Einsatz für die Flüchtlinge bedankte. Hat er auch - zu Beginn seiner Rede. Danach haben sie dann offensichtlich nicht mehr weitergelesen.
Und wir entdecken Parallelen zum Umgang mit der Freiburger Rede von Papst Benedikt - wo kurz nach der Rede die Beteiligten schon mit dem Relativieren anfingen: "Das hat er doch nicht so gemeint"....

Ob es diesmal besser ankommt, wird sich zeigen.

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