Donnerstag, 12. November 2015

Vatileaks II, Vaticanische Gendarmerie ermittelt gegen Nuzzi und Fittipaldi

Wie MatteoMatzuzzi in IlFoglio schreibt  hat Pater Lombardi bestätigt, daß die Vaticanische Gendarmerie im Falle Vatileaks 2 gegen die beiden Hauptprofiteure Nuzzi und Fittipaldi ermittelt.
Hier geht´s zum Original:    klicken
Und hier schreibt Lorenzo Bertocchi bei La Nuova Bussola Quotidiana zum selben Thema, und das paßt auch zu unserem vorigen Beitrag über die "arme Kirche"  : klicken

    "VATILEAKS II, ERMITTLUNGEN GEGEN NUZZI UND FITTIPALDI
VATICAN "ES GIBT HINWEISE, DIE AUF MITTÄTERSCHAFT BEIM DIEBSTAHL DER DOKUMENTE SCHLIESSEN LASSEN"
"Pater Lombardi teilt mit, daß auch gegen andere Personen ermittelt wird.

Jetzt ist auch die offizielle Bestätigung durch den Direktor des Pressesaales des Hl. Stuhls, Pater Lombardi da, nachdem heute nachmittag die Nachrichtenagentur ANSA - nach einer Indiskretion, die die Runde machte, in einer Blitzmeldung berichtet hatte, daß die Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi, die Autoren der beiden Bücher "Avarizia" und Via Crucis, die auf Dokumenten beruhen, die aus der alten Refomkommission für die Vaticanfinanzen, COSEA, entwendet wurden, verdächtigt werden.
"Die vaticanische Gendarmerie, in ihrer Funktion als Untersuchungsbehörde hatte der Vaticanischen Justiz die aufgedeckte Aktivität der beiden Journalisten Nuzzi und Fittipaldi mitgeteilt: - als mögliche Mittäterschaft bei der Straftat der Verbreitung  von  Notizen und vertraulichen Dokumenten, nach dem Gesetz IX, SCV vom 13. Juli 2o13  ( Art. 116)" sagte Lombardi und fügte hinzu, daß die Magistratur Beweise für die Mittäterschaft der beiden Journalisten bei dieser Straftat gefunden habe, die jetzt unter dieser Bezeichnung weiter untersucht werden."

"Im Einzelnen"- so fügte der Vaticanische Pressesprecher hinzu - "sind auch einige andere Personen ins Blickfeld der Untersucher geraten, die auf Grund ihres Amtes eventuell bei der Beschaffung der vertraulichen Dokumente kooperiert haben könnten." 
Gestern hatte Pater Lombardi noch geleugnet, daß irgendwelche Kardinäle  verdächtig sein könnten, wie es mehrere Pressequellen suggerierten.

Mittags dann - veröffentlichte eben diese Sala Stampa ein offizielles Komuniqué, in dem zu den Behauptungen dieser Artikel " in denen von Agenturen und Presseorganen in Bruchstücken und ungenau der Inhalt eines Dokumentes zitiert wird, und spekuliert wird, daß in der Vergangenheit die APSA zu einer illegitimen Finanzaktion instrumentalisiert worden sei" und es wird festgestellt, daß die vaticanische Justiz eine Untersuchung wegen der Verbreitung des Dokumentes eingeleitet hat. Die APSA hat immer mit den verantwortlichen Organen zusammen gearbeitet, steht nicht unter Verdacht und wickelt ihre eigenen Aktivitäten weiterhing unter Respektierung der geltenden Regeln ab."

Quelle: MatteoMatzuzzi, IlFoglio


Und bei La Nuova Bussola Quotidiana schreibt Lorenzo Bertocchi, bei ihm kommen zu den Raben und Profiteuren noch Hyänen dazu :

"VATILEAKS,  VERDÄCHTIG SIND AUCH DIE JOURNALISTEN NUZZI UND FITTIPALDI"
Fittipaldi e Nuzzi



"Gestern Abend kam die Bestätigung durch den Direktor der Sala Stampa des H. Stuhls, Pater F. Lombardi: die Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi werden wegen der entwendeten Dokumente, die sie für ihre Bücher "Via Crucis" und "Avariazia" nutzten, beschuldigt.

Es handelt sich um zwei - Dank des sog. Vatileaks 2 veröffentlichte Texte, das heißt des Diebstahls vertraulicher Dokumente des Hl. Stuhls.
Die Beschuldigten, die an diesem Handel teilnahmen, haben über das 7. Gebot hinaus (da wäre eventuell ein Beichtvater zuständig) auch Probleme mit dem Gesetz, an das Papst Franziskus beim Angelus am vergangenen Sonntag erinnerte: "Ich möchte Ihnen vor allem sagen"- sagte er an die Gläubigen auf der Piazza San Pietro gewandt," daß das Stehlen von Dokumenten eine Straftat ist."
Jetzt aber müssen sich auch die beiden Journalisten die diese Dokumente erhalten haben - herausgebracht aus der alten Kommission für die Reform der Vaticanfinanzen - ihrer möglichen Verantwortung stellen.

"Die Vaticanische Gendarmerie" erklärte Pater Lombardi" hat in ihrer Eigenschaft als Untersuchungsbehörde die Vaticanische Magistratur informiert, daß die aufgedeckten Aktivitäten der beiden Journalisten Nuzzi und Fittipaldi eventuell den Tatbestand der Komplizenschaft bei der Entwendung und Verbreitung von Nachrichten und vertraulichen Dokumenten, gemäß § IX, SCV vom 13. Juli 2013 erfüllen.

Im Verlauf ihrer fortschschreitenden Ermittlungen hat die vat. Justiz Beweisstücke für den Tatbestand der Beihilfe zu einer Straftat durch diese beiden Journalisten , die jetzt dieser Taten beschuldigt werden."
Emiliano Fittipaldi sagt, er sei "ruhig" und beruft sich auf's Evangelium. "Jesus Christus sagt, daß die Wahrheit uns frei macht und jetzt kommt eine so starke Reaktion!" erklärte er der Nachrichten-Agentur Adnkrons, aber vielleicht hatte er da bei der evangelischen Freiheit etwas durcheinander gebracht, die nicht dazu genutzt werden kann, entwendete Dokumente zu benutzen, um Bücher zu schreiben,

Natürlich bekommt er sofort die Solidarität des PD-Abgeordneten Michele Anzaldi, der sich beeilt, daran zu erinnern, daß "die Pressefreiheit immer und überall gilt. Zu lesen, daß die Journalisten Nuzzi und Fittialdi von den vaticanischen Autoritäten angeklagt werden - also von einem fremden Staat, weil sie Dokumente veröffentlicht haben, die irgendwer aus dem Vatican herausbringen wollte, überrascht sehr. Ich werde die Kollegen der Justizkommission der Kammer bitten, den Fall zu analysieren."

Seinerseits fügte Pater Lombardi hinzu, daß sich im Visier der Ermittler noch andere Personen befänden, die bei der Beschaffung der vertraulichen Dokumente geholfen haben können"
Der Kreis der Verdächtigen bei Vatileaks 2 vergrößert sich also beträchtlich. Gestern wurde auch noch dementiert, daß irgendwelche Kardinäle unter den Beschuldigten seien, wie einige Pressequellen verlauten ließen.

In der Zwischenzeit mußten sich einige Purpurträger gegen die Angriffe der "Hyänen" wehren, die sich in einer Fernsehsendung damit hervortaten, Rechenschaft über Luxuswohnungen, in denen diese Kardinäle wohnen, zu verlangen. Die Hyäne Gaetano Pecorano jagt - im üblichen Stil - für die Straße ein bißchen hinter den Prälaten her, zu denen Coccopalmero, Fisichella und Burke zählen, verlangt von ihnen Rechenschaft über ihre Wohnungen.
Nuzzi - der selbst in dieser Sendung auftrat, riet den Kardinälen, alle nach Santa Marta zu ziehen und....

Die These der "Hyänen" ist äußerst simpel und sichert so ihre kommunikative Wirkung: "Kardinäle, die im Luxus baden, gegen einen Papst, der Armut predigt."
Im Grunde ist der nicht zugegebene Wunsch der Hyänen, der nach einer mehr als armen Kirche-  einer Kirche in Ruinen. Bis zu homoöpathischer Konzentration verdünnt.
Im Kampf gegen alle, die eine Kirche der Erbärmlichkeit wollen, riet Kardinal Biffi zur Vorsicht, weil "nur den Reichen zugestanden wird, nie ans Geld denken zu müssen, den Armen ist der Luxus nicht gegeben, sich nicht sorgen zu müssen."
Und dann sind da noch die, die an das Geld der anderen denken, in diesem Fall das der Kirche - insbesondere um ihren eigenen Geldbeutel zu füllen."
Quelle: Loremzo Bertocchi, La Nuova Bussola Quotidiana
Dem letzten Satz von Signor Bertocchi  schließen wir uns an.








  




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