Donnerstag, 12. November 2015

Von vielen erwartet: Endlich ist sie da!

Die arme Kirche für die .....?


Da sind wir nun angelangt. Weltweit berühmt und berüchtigt, dass wir (die deutsche Kirche) mit unserem Geld überall herumprotzen, damit herum werfen und glauben, uns damit den Rest der Welt untertan zu machen.

Doch seit gestern habe ich da meine Zweifel. Die arme Kirche, es geht gar nicht ums Geld.
Es geht darum, spirituell arm zu sein und sich auf das materialistische zu beschränken. Es geht darum den ganzen spirituellen Reichtung der Kirche niederzumachen, zu verleugnen und einen Sozialverein daraus zu machen. Denn dann haben wir sie wirklich. Die Armut!

Im Februar erhielt ich meinen Kirchensteuerbescheid und dieses Mal hatte der Kardinal ein nettes Schreiben dazulegen lassen, mit einem Foto von ihm auf der einen Seite und auf der Rückseite war eine Aufschlüsselung von Einnahmen und Ausgaben für die Kirche. Ich gehe jetzt nicht auf die Einzelheiten ein, aber man konnte doch sehen, wie hoch die Einnahmen des Erzbistums sind und dass sie sich damit tatsächlich einen großen Personalbestand leisten können, der größer ist, als der des Vatikan. Das sah alles ganz vernünftig aus. Schön! Materiell sind wir also wirklich abgesichert! Unsere Priester müssen nicht darben, sie müssen nicht betteln und könnten sich darauf konzentrieren, den Gläubigen das Wort Gottes nahezubringen, die Sakramente zu spenden, mit den Menschen Glaubensgespräche zu führen, sich um die Kranken und Armen kümmern - und zu allererst heilige Messen zu feiern, zu beten und beten zu lehren.

Doch das scheint offensichtlich ziemlich unbefriedigend zu sein. Politik und damit die Beschränkung auf die materielle Ebene scheinen das wirklich "glücklich machende" bei so manchem Kirchenmann/-frau zu sein. "Ora et labora" ist wohl schon zu lange her. Und damit wird man ja heute nicht mehr wichtig. "Wichtig" ist der neue Gott und der zeigte sich dann gestern so: Der BR meldete, dass sich mehrere bayerische Ordensobere mit einem offenen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten gewandt haben, und ihn aufforderten, doch seine Rhetorik in Bezug auf die Flüchtlingskrise zu ändern ..... Ja und als ich den Brief dann gelesen hatte, war ich doch etwas erstaunt, wie viel da von Politik die Rede ist und wie wenig von Glauben (gar nix!). Diesen Brief könnten also auch Politiker verfasst haben - bevorzugt solche von den Linken und Grünen und die habe ich ja bisher eher nicht in einem Kloster vermutet.



Ich habe dann die Liste durchgearbeitet, und festgestellt, dass es sich doch wohl um eher kleinere Orden handelt. Dazu kommen die Jesuiten, die ihre Spiritualität ja inzwischen komplett aufgegeben haben, aber auch das wohl reichste Kloster Deutschlands, die Abtei Münsterschwarzach. Sie verdankt ihren Reichtum ihrem Wirtschaftsfachmann, Pater Anselm Grün, der ein geschätzter Experte in Sachen Aktien ist. Und der durch seine millionenfach verkauften Bücher und seine Vorträge auch den Nichtchristen in Deutschland bekannt ist.

Was ich dann aber überhaupt nicht verstehe, ist - wenn man schon der Meinung ist, dass die Politik alles falsch macht, wieso bedient man sich dann aber derer Methoden: Schwätzen und die anderen machen lassen.
Das wird sehr deutlich in dieser "Kritik" des bayerischen Finanzministers, der im oben verlinkten BR-Artikel zu finden ist:

"Bereits am Vormittag hatte Finanzminister Markus Söder (CSU) massive Kritik unter anderem aus den Bistümern Würzburg, München-Freising und Bamberg geerntet. Söder hatte von den Bistümern gefordert, auf Mieteinnahmen für Flüchtlingsunterkünfte zu verzichten."

Ich denke, das muss man nicht mehr weiter kommentieren.

Mir sei allerdings die Frage gestattet, warum solche, eher materiell interessierten Menschen ins Kloster gehen? Wenn ich mir diese Frage stellen müsste, würde ich das doch in erste Linie wg. "Ora et labora" tun und nicht, um Politik zu machen und vor allem nicht, um mit dem Strom zu schwimmen. Wer helfen oder sich sozial engagieren will, kann das doch via einer der vielen NGO's tun - die inzwischen ja weltweit agieren und die für gleichgesinnte sicher auch Wohngemeinschaften anbieten.

Nun gut, ich werde das wohl heute nicht mehr klären können. Ich hoffe und bete aber, dass es nicht wirklich diese spirituelle Armut ist, von der der Papst gesprochen hat, als er die "arme Kirche" forderte. Das wäre dann nämlich wirklich eine Katastrophe.

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