Donnerstag, 10. Dezember 2015

Ettore Tedeschi über einige Hintergründe von Vatileaks 2

Ettore G. Tedeschi hat seiner Aussage über die Bemühungen zur Konsolidierung des IOR jetzt seine Beurteilung der Reinigungsbemühungen bzgl. der Vaticanfinanzen und dem Zusammenhang mit Vatileaks 2
noch eine -bei La Nuova Bussola Quotidiana  veröffentlichte Bewertung- hinzugefügt.
Hier geht´s zum Original:   klicken

           "DIE, DIE IM VATICAN DIE KORRUPTION NICHT BEKÄMPFTEN"

"Bei einer der erwünschten Reformen riskiert Papst Franziskus erfolgreich zu sein : eine arme Kirche zu haben.
Der Eindruck, daß diese Reform weiter betrieben und Erfolg haben wird, läßt sich von den letzten Ereignissen ableiten: die emphatische Reaktion auf Vatileaks 2, also auf den Diebstahl und die Veröffentlichung der Dokumente, verschiedene Hinweise zur Korruption im Vatican, die Auswahl der 15 Krankheiten der Kurie (vor allem die Nummern 13 und 15).  Man würde sagen, daß man sich fast ein gewisses Mißtrauen gegenüber den 8 Promille für die Kirche und Almosen und Spenden zu geben, wünschen würde und indirekt die übergeordneten Institutionen ermutigt, die Modalitäten der Zuständigkeit für die 8 Promille für die Kirche zu revidieren.

Papst Franziskus hat als Zeugen auch seinen Vorgänger aufgerufen und öffentlich während des Rückfluges aus Afrika anerkannt, daß Benedikt XVI die Korruption bekämpft hat und eine -auch in ihren weltlichen Geschäften -vorbildliche Kirche wollte. Würde er in seinen Nachforschungen fortfahren, würde er verstehen, warum es ihm ( Benedikt XVI) verboten war, auch Fälle von Fälschungen von Tatsachen und Fälle von Verfolgung derer, die daran arbeiteten, die Korruption zu bekämpfen, aufzudecken.
Diese Themen, die sich auf die Vatican-Finanzen beziehen, sind heute auf der Tagesordnung, aber sie werden medialerseits so behandelt- ich würde sogar sagen ermutigt- daß sie die katholische Welt neugierig machen und beunruhigen.
Deshalb stellt sich aber eine Frage: kommt endlich Licht in diese Angelegenheiten, oder kommen diese Angelegenheiten noch weiter heraus- weil man nicht dafür gesorgt hat, daß das, was Benedikt XVI angeordnet hatte, ausgeführt wird?




Bezieht man sich auf diese speziellen Fälle, hat die katholische Welt höchstwahrscheinlich weder die Motive gut verstanden, noch welche Instrumente benutzt wurden, um zu verhindern, daß die von Papst Benedikt gewollte Transparenz geschaffen werden konnte- wie heute von Papst Franziskus beklagt wird.
Er weiß nicht, was in der Finanzwelt passierte, um die Geldwäsche und die Terror-Finanzierung nach dem Anschlag auf die Zwillingstürme am 11.9. 2001 zu unterbinden.
Und er weiß folglich auch nicht, was von den Finanzinstitutionen des Hl. Stuhls verlangt wurde.
Sicher hat er weder wirklich verstanden, wie angemessen und exemplarisch Benedikt XVI diese Verpflichtungen erfüllte, noch  ist er auch darüber informiert, wie seine Entscheidungen modifiziert wurden und von wem.
Deshalb fragt sich die Katholische Welt, ob z.B zufällig die Verantwortlichen dafür noch aktiv sind, weil - wären sie es- man dann die Fakten, die heute den Papst ärgern- besser verstehen könnte.  Aber man würde auch verstehen, warum sich bei den Feinden unsrerer Heiligen Kirche die Überzeugung verstärkt, sie sei unwürdig, die Moralische Autorität  zu sein und von der Notwendidgkeit überzeugt, ihre Rolle neu zu definieren und die 8 Promille zu überdenken.

Als 2012 das Antigeldwäschegesetz- durch das Motu Proprio Benedikts XVI firmiert- verändert wurde,- ging genau in dem Augenblick geheimnisvollerweise in den Medien Vatileaks 1 ( mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente) über die Bühne und zog die Aufmerksamkeit von den Berichten über die Gesetzesänderung  ab.
Wenn man jetzt die als Vatikleaks 2 bezeichneten Vorkommnisse betrachtet, fragt man sich wieder, warum auch diese neuen vertraulichen Dokumente veröffentlicht wurden. Hat die Lektion vom Januar 2012 (Vatileaks 1) nicht ausgereicht?
Nein- sie hat nicht ausgereicht, weil man die Bedeutung dieser Lektion nie wirklich lernen wollte. So kann man die Fehler nicht korrigieren, um eine gutes und korrektes System  für diese Materie zu realisieren und jetzt erkennt Papst Franziskus indigniert die Konsequenzen.

Sicher wird es jemanden geben, der dem Papst erklären wird, daß es nicht opportun und nützlich gewesen wäre, die Kirche an diese Normen anzupassen, weil man sonst die Souveränität verloren hätte.
Es wird jemanden geben, der dem Papst erklären wird, daß das einzige Ziel der laizistischen Aufforderung an die Kirche diese Normen anzuerkennen, die Kontrolle und Reduzierung ihrer Autonomie war.
Es wird jemanden geben, der dem Papst erklären wird, daß jetzt die Normen verbessert und perfektioniert wurden. Aber wenn der Papst, der offensichtlich unter dem verbreiteten moralischen Verfall leidet- diesen Erklärungen glauben sollte, ohne nachzuforschen, müssen wir (zur Befriedigung der Schreiber und Journalisten) mit einem Vatileaks 3, 4 usw. rechnen.
Der Papst leidet unter der Schwierigkeit, die Reinigung durchzuführen, die der Korruption, dem schlechten Tun ein Ende macht. Aber wenn ich sehe, was er in den vergangenen 2,5 Jahren diesbezüglich getan hat, bin ich überzeugt, daß sie ihm nie richtig verständlich gemacht haben, wie das zu tun ist.

Quelle :  La Nuova Bussola Quotidiana, E.G.Tedeschi

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