Donnerstag, 3. Dezember 2015

Sandro Magister- Ist die Ehe schon verloren?



"MEHR ALS NUR EINE KRISE- DIE KRISE DER EHE IST EINE NIEDERLAGE"

"Dum Romae consulitur Saguntum expugnatur". 
"Während Rom verhandelt, wird Sagunt erobert"

Das bezieht sich zwar auf den 2.Punischen Krieg, als Hannibal die iberische Stadt Sagunt lange belagerte, die auf Hilfe aus Rom hoffte, die aber nicht kam.....
aber Sandro Magister fühlt sich an die Synode erinnert, bei der verhandelt wurde, während die Ehe- jedenfalls nach der These des italienischen Demographen Roberto Volpi, dessen Artikel aus dem Osservatore Romano er im L´Espresso abdruckte, ihrem Ende entgegengeht- und innerhalb von 2-3 Dezennien in Westeuropa verschwinden wird, unterdes wir voller Ungeduld auf ein Wort von Papst Franziskus zur Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen warten.  Hier geht´s zum Original:  klicken

Wenn also einige Synodenväter diesen berühmten Satz des römischen Historikers Titus Livius zitiert haben, wozu es bei der Synode mehr als nur einen Anlass gab, sind sie doch am Niedergang der Ehe nicht Schuld. Die Ehe nähert sich dem Aus- und das nicht nur in den von Säkularisierung verwüsteten Ländern sondern auch in einem Land, das allgemein als besonders familienfreundlich und katholisch angesehen wird- wie Italien.

In seinem Artikel "DAS IST KEINE EINFACHE KRISE" legt Volpi seine These vom Ende der Ehe in Westeuropa anhand der statistischen Zahlen für Italien dar.

Gab es 2009 noch 230.613 geschlossene Ehen, waren es (bei höherer Einwohnerzahl) 2014 noch 189.765.  Das entspricht einem Verlust von 18%.
1972, dem Jahr vor dem italienischen Referendum zur Ehescheidung, waren es 418.000 geschlossene Ehen, davon 386.000 in kirchlicher Trauung, gegenüber 108.000 heute ( minus 55%). 
Dabei konnte die Zivilehe nicht die Verluste an kirchlich geschlossenen Ehen auffangen.


Mit anderen Worten: es ist die Institution Ehe selbst, die in Italien in einer tiefen Krise steckt, aus der es keine Rückkehr zu geben scheint.
Ebenso stellt Volpi ein Auseinanderfallen der Institutionen Ehe und Familie fest, die Ehe wird nicht mehr allgemein als Voraussetzung für das In-die-Weltsetzen von Kindern betrachtet.
Dennoch gibt es nicht nur weniger Ehen sondern auch weniger Familien in Italien.
Die Zahl der 1-Personen-Haushalte lag vor 2 Jahren bei 7, 1 Millionen und dürfte inzwischen die 8 Millionen erreicht haben und bei einer Bevölkerung von 61 Millionen Menschen haben 13, 7 Millionen, die als Ehepaare oder in Lebensgemeinschaften leben, keine Kinder.

Aus der Tatsache, dass das mittlere Alter der Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes unter dem durchschnittlichen Alter bei der Eheschließung liegt, schließt der Autor auf die Dissoziation von Ehe und Familienplanung.

Der geneigte Beobachter der Synode und der großen Schlacht um die Ehedoktrin und die wiederverheirateten Geschiedenen (die immer noch andauert) könnte auf die Idee kommen, daß Sagunt- sprich die Ehe, ob katholisch oder nicht- verloren ist und um eine längst verblichene Institution gestritten wurde/wird.
Quelle: Settimo Cielo, Sandor Magister, Roberto Volpi


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