Samstag, 9. Januar 2016

Antonio Socci, die päpstliche Video-Botschaft & ein altes Interview

Daß Antonio Socci die erste der jetzt als regelmäßig angekündigten Video-Botschaften des Papstes nicht unkommentiert lassen würde, war klar zu erwarten. Ebenso wie er die päpstliche Botschaft, daß alle Religionen gleichwertig seien und am Ende zu Gott führen, nicht unwidersprochen lassen würde.

Hier zunächst sein Kommentar zum aktuellen Video, das man getrost als synkretistisch bezeichnen kann.
 Hier geht´s zum Original: klicken

"ANLÄSSLICH EINES SELTSAMEN VIDEOS. IST DIE EINZIGE GEWISSHEIT PAPST BERGOGLIOS DIE, DASS ES KEINEN KATHOLISCHEN GOTT GIBT?"

"Viele sind über das Video konsterniert, das Papst Franziskus mit Angehörigen verschiedener Religionen zeigt, die er selbst in die eine Kategorie "Gläubige" einordnet.
Tatsächlich kommentiert Bergoglio: Viele denken auf verschiedene Weise, fühlen verschieden, suchen und finden Gott auf verschiedene Weise ; in dieser Vielfalt , in dieser Farbskala der Religionen, gibt es nur eine einzige Gewissheit für uns: wir sind alle Kinder Gottes."
Eine einzige Gewissheit? Nehmen wir an, daß Bergoglio diese EINZIGE Gewissheit hat.
 Aber für die Kirche stehen die Dinge anders. Wir Katholiken bekennen, daß alle Menschen Geschöpfe Gottes sind und daß alle zur Erlösung berufen sind.

 Aber Kind Gottes wird man nur, indem man Jesus Christus annimmt, so wie es durch die Taufe bezeugt wird.
 Soviel ist wahr, daß die anderen Religionen diesen Ausdruck nicht haben oder ihn ungläubig nicht zulassen.
Wie es Pater Ignace de la Potterie es hier  unter dem Titel "Als Kind Gottes wird man nicht geboren. Man wird es" schreibt:
"Die göttliche Kindschaft ist nicht die automatische Folge der Zugehörigkeit zur menschlichen Art. Die Gotteskindschaft ist immer ein freiwilliges Geschenk der Barmherzigkeit, sie kann nicht von der Gnade absehen, die kostenlos in der Taufe gewährt und im Glauben erkannt und empfangen wird."

Und im Johannes-Evangelium liest man: 
"Allen, die Jesus Christus aufnahmen, gab der Macht Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes sondern aus Gott geboren sind." (Joh. 1, 12-13) Die Hauptgewißheit der Katholiken (nicht nur) ist, daß Jesus Christus der einzige Erlöser der Welt ist, und daß in IHM auch wir Kinder Gottes werden. Aber Papst Bergolgio - so wie er es zeigt - hat als einzige Gewißheit, daß die Angehörigen aller Religionen Kinder Gottes sind, die Christus nicht brauchen.
Und was den Rest angeht - so hatte er bereits in jenem berühmten Interview erklärt, daß es keinen Katholischen Gott gibt, (Repubblica 1.10.2013) so daß wir fortfahren, uns zu fragen, wessen Vikar er eigentlich ist, und der Führer welcher Kirche er eigentlich ist.....


Bei anderen Gelegenheiten scheint er immer wieder ausdrücklich zu betonen, daß die verschiedenen Religionen nur verschiedene Wege sind, die alle gleich zu dem einen Gott führen.
 Z.B. in diesem Video, in dem er mit einer Gruppe Muslime und Christen spricht - sagt er bei Minute 4.30:

"Teilen.... ihr, die ihr von der Bibel seid, ihr, die ihr Muslime mit dem Koran seid, mit dem Glauben, den ihr von euren Vätern empfangen habt, der euch immer helfen wird vorwärts zu gehen. Den einen Glauben auch teilen, weil: "Gott ist nur einer, der selbe...er hat auf die eine und die andere Weise gesprochen, aber vorwärts gehen...."



In diesem Fall scheint es klar, daß er die Bibel und den Koran auf die selbe Stufe stellt, so als habe Gott sowohl durch die Bibel als auch durch den Koran gesprochen.

 Bergoglio hält es augenscheinlich für möglich - wenn es denn so wäre - daß Gott in völligem Widerspruch zu sich selbst steht. Tatsächlich haben Bibel und Koran zwei einander entgegengesetzte und unvereinbare Botschaften: Das Evangelium ist auf die Verkündigung Gottes, der sich zum Menschen machte und ein dreieiniger Gott ist, gegründet, während der Koran auf der gegenteiligen Botschaft beruht: "es gibt nur einen einzigen Gott und zu sagen, er habe einen Sohn ist eine Blasphemie."

Darüber hinaus werden im Video verschiedene Angehörige anderer Religionen zitiert (der Katholische Priester ist nur einer unter anderen und wie alle anderen) am Ende wechseln alle vom Glauben an ihre diversen Gottheiten zum Bekennen ihres Glaubens an eine generelle und gleichwertige Liebe -von der man nicht weiß, was genau sie bedeuten soll.
 (Vielleicht die aus dem Liedchen von San Remo? Orietta Berti sang: "Die Liebe ist wie Efeu, sie hält sich fest, wo gestorben wird,....")

Da kommen einem die Worte von Kardinal Biffi über einen bestimmten Ökumenismus wieder in den Sinn:
"Wenn die Trennung sich um substantielle Fragen dreht, darum sie anzupassen und sie quasi zu vergessen, dann heißt das, sich in der Tiefe zu entstellen und die eigene Identität  zu verlieren. So wird der Ökumenismus - wie schon  bitter festgestellt wurde,  wirklich zu einer "allgemeinen Apostasie". 

Die Angst besteht, daß Bergoglio diese Art von Super-Religion aller Religionen erträumen könnte, wie Scalfari vor einiger Zeit behauptete, daß das die Gedanken des argentinischen Papstes seien.

Eine Superreligion, die als Grundlage sicher keine einzige Seite aus der Bibel, dem Lehramt oder den Schriften der Kirchenväter und - Lehrer  haben kann, sondern nur die bekannten Worte Jovanottis:  "ich glaube. daß es in dieser Welt nur eine einzige große Kirche gibt, die von Che Guevara ausgeht und über Malcolm X, Gandhi und San Patrognano schließlich bei Mutter Therersa ankommt, von einem Priester der Peripherie ausgeht und am Ende im Vatican ankommt...."

Eine "große Kirche"  die auf dramatische Weise der zu gleichen droht, die eine berühmte deutsche Mystikerin, die selige Anna Katharina Emmerich, in ihren Visionen beschreibt, von der ich in meinem Buch "Er ist nicht Franziskus" geschrieben habe."-

Socci stellt dann dieser Aussage des Pontifex die früherer Päpste und Theologen entgegen:
von Pius XI "Mortalium Animos" ,
"Dominus Jesus" von Kardinal J. Ratzinger,
"Dignitatis Humanae", II. Vatican. Konzil,
"Inimica Vis", Leo XIII
"2. Kolosser-Brief, 9", Hl.Paulus
"1. Johannes-Brief, 1-4"
Interview  vom 29.8.2004  Don Luigi Cuissani

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Und hier nun , was der andere (spätere) Papst zu diesem Thema zu sagen hat:
2003 hat Antonio Socci den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal J.Ratzinger interviewt.
Hier geht´s zum Original:  klicken  oder  klicken

                                      "GLAUBE,WAHRHEIT, TOLERANZ"

Frage Antonio Socci:

"Eminenz, es gibt eine Idee, der die Hochkultur und das allgemeine Denken zustimmen, nach der die Religionen alle verschiedene Wege sind, die zum selben Gott führen, also eine soviel wert ist wie die andere. Was denken Sie vom Standpunkt des Theologen darüber?"
Anwort Kardinal Ratzinger:
Ich würde sagen, daß sogar auf der empirischen, historischen Ebene diese für das heutige Denken sehr bequeme Konzeption nicht wahr ist. Sie ist der Widerhall eines diffusen Relativismus, aber sie ist nicht die Wahrheit, weil Religionen keine statische Sache sind, eine neben der anderen, sondern  sie befinden sich in einer historischen Dynamik, in der sie -eine für die andere- auch Herausforderung werden.
Am Ende gibt es eine Wahrheit, Gott ist einer, deshalb sind alle diese so verschiedenen Ausdrucksformen, die zu verschiednen historischen Zeitpunkten entstanden, nicht gleichwertig, sondern sie sind ein Weg, auf dem sich die Frage stellt: wohin gehen?
Man kann nicht sagen, daß das gleichwertige Wege sind,weil sie in einem inneren Dialog stehen- und natürlich scheint es mir evident zu sein, daß Dinge, die sich widersprechen nicht Mittel zum Heil sein können: die Wahrheit und die Lüge können nicht auf gleiche Weise Mittel des Heils sein.
Deshalb antwortet diese Idee einfach nicht auf die Wirklichkeit der Religionen und antwortet nicht auf das Bedürfnis des Menschen, eine kohärente Antwort auf seine großen Fragen zu finden ."

Frage: 
"In verschiedenen Religionen erkennt man den außerordentlichen Charakter der Person Jesu an. Es scheint, daß man kein Christ sein muß, um ihn zu verehren. Ist die Kirche also überhaupt nötig?"

Kard. Ratzinger:
"Schon im Evangelium gibt es zwei verschiedene Standpunkte gegenüber Christus. Der Herr selbst unterscheidet: was sagen die Leute und was sagt ihr. Er fragt was die, die Ihn aus zweiter Hand kennen-oder auf historische, literarische Weise, und was die sagen, die Ihn von Nahem kennen und wirklich in eine reale Begegnung mit ihm eingetreten sind, die seine wirkliche Identität erfahren haben.
Diese Unterscheidung bleibt durch die ganze Geschichte hindurch erhalten: es gibt einen Eindruck von außen, der Elemente von Wahrheit enthält. Im Evangelium sieht man, daß einige sagen: "er ist ein Prophet". 
Ganz wie heute, man sagt, daß Jesus eine große religiöse Persönlichkeit ist oder, daß er verdient, zu den Avataren (den zahlreichen göttlichen Manifestationen) gezählt zu werden.
Aber die, die mit Jesus in Kommunion getreten sind, erkennen, daß es sich um eine andere Realität handelt, er ist der in einem Menschrn gegenwärtige Gott."

Frage:
"Er ist nicht mit den anderen großen Persönlichkeiten der Religionen vergleichbar?"

Kard. Ratzinger:
"Die sind untereinander sehr verschieden. Buddha sagt im Kern "vergeßt mich, geht nur den Weg, den ich euch gezeigt habe" Mohammed bekräftigt " Gott der Herrr hat mir diese Worte gegeben, die ich euch wörtlich im Koran übergebe." Usw.
Jesus gehört nicht zu dieser Kategorie von Persönlichkeiten die historisch sichtbar verschieden sind.
Er ist noch weniger eines der Avatare ím Sinne der Mythen der Hindu-Religion.."

Frage
"Warum?"

Kardinal Ratzinger:
" Das ist eine ganz andere Realität. Er gehört zu einer Geschichte, die mit Abraham beginnt, in der Gott sein Gesicht zeigt, Gott offenbart sich als Person, die sprechen und antworten kann, er tritt in die Geschichte ein.
Und dieses Gesicht Gottes, eines Gottes, der in der Geschichte handet, die ihre Vollendung in dem Augenblick findet, in dem Gott selbst sich zum Menschen macht und in die Zeit eintrtitt. Also sogar hístorisch kann man Jesus Christus nicht den anderen religiösen Personen oder östlichen mythologischen Visionen angleichen."
Frage:
"Für die gängige Mentalität ist dieser Anspruch der Kirche, die verkündet "Christus ist die einzige Rettung" doktrinale Arroganz."

Kardinal Ratzinger:
"Ich kann diese moderne Vision verstehen, die sich der Einzigartigkeit Christi entgegenstellt und ich verstehe auch die Bescheidenheit einiger Katholiken, für die gilt "wir können nicht sagen, daß wir etwas Besseres haben als die anderen."
Und dann ist da die Wunde des Kolonialismus, einer Periode, in der einige europäische Mächte das Christentum instrumentalisiert haben, um ihre Weltmacht auszudehnen. Diese Wunden sind im christlichen Bewußtsein geblieben, dürfen uns aber nicht daran hindern, das Wichtigste zu sehen. Weil der Mißbrauch der Vergangenheit nicht das richtige Verständnis des Kolonialismus verhindern darf. Der Kolonialismus und das Christentum als Instrument der Macht sind ein Mißbrauch.
Aber die Tatsache, daß es mißbraucht wurde, darf uns nicht die Augen vor der Wirklichkeit der Einzigartigkeit Christi verschließen lassen. Außerdem müssen wir erkennen, daß das Christentum keine Erfindung unseres Europas ist, nicht unser Produkt.
Es war immer eine Herausforderung, die von außerhalb Europas kam, im Urspurng kommt es aus Asien, wie wir sehr gut wissen. Und es fand sich sofort im Gegensatz zur dominierenden Gefühlslage wieder.
Auch wenn Europa dann christianisiert wurde, ist da immer dieser Kampf geblieben - zwischen den eigenen Interessen und den europäischen Tendenzen, und die Neuheit,  immer wieder neu aus dem Wort Gottes, das sich diesen Abschließungstendenzen entgegenstellt und zur Universalität hin öffnet. In diesem Sinn scheint mir, müssen wir wieder entdecken, daß das Christentum nicht Eigentum Europas ist."
(.......)


Quellen. Il Straniero. A. Socci, www.chiesa, 30 giorni , BenoîtXVI-et-moi

1 Kommentar:

  1. "Die Angst besteht, daß Bergoglio diese Art von Super-Religion aller Religionen erträumen könnte,..." Könnte???

    Koran und Bibel: http://deusvult.info/

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