Samstag, 2. Januar 2016

Das Grab der Hl.3 Könige, nicht nur in Köln

Margherita Del Castillo besucht für ihre Leser in La Nuova Bussola Quotidiana die Basilica Sant´ Eustorgio in Mailand, in der man das Grab der Weisen aus dem Morgenland finden kann.
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          "IN DER BASILICA IN DER DIE HEILIGEN 3 KÖNIGE BEGRABEN SIND"


                               Cathedral of S. Eustorgio, Milan
                               Foto wikicommons

"Ein Stern mit 8 Spitzen auf dem Campanile von Sant´Eustorgio  in Mailand erinnern an den strahlenden Kometen, der die Hl. 3 Könige nach Bethlehem führte - zur Anbetung des Kindes Jesus.
Mit den Weisen, die aus dem Orient kamen, ist die Geschichte dieser wunderbaren Kirche in Mailand verbunden, weil hier für lange Zeit ihre sterblichen Überreste bewahrt wurden, die Bischof Eustorgio von der Mutter des Kaisers Konstantin, Helena, übergeben worden waren.
Die Reliquien waren dann während der Zerstörung der meneghinischen Stadt durch Kaiser Friedrich Barbarossa verschwunden und nach Köln gebracht, wo man sie bis heute in der gotischen Kathedrale, dem Kölner Dom, verehrt.
Es war Kardinal Ferrari -zu Beginn des 19. Jahrunderts, der eine teilweise Rückgabe erreichte.  Im rechten Transsept der Mailander Basilika werden sie heute in einem Reliquiar über dem Altar der ihnen geweihten Kapelle gehütet.

Die Geschichte der Reliquien der Könige läßt vermuten, daß der Bau der Basilika im 4. Jahrhundert nach dem Willen des Heiligen, deren Namen sie trägt - Sant´ Eustorgio, dem vom Volk geliebten Bischof, begonnen wurde, der sie auch als Stätte für sein eignes Grab auswählte.
An ihrem Platz existierte vorher bereits eine römische, dann christianisierte Nekropole, deren Überreste heute unter dem Mittelschiff zu sehen sind.
Mehrere Male wurde das Heilige Gebäude während der Barbareneinfälle von Hunnen und Goten zerstört, um dann während der Herrschaft des Langobarden Luitprand im 9. Jahrhundert neu zu entstehen.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Kirche Generalssitz des Dominikaner-Ordens, was wichtige strukturelle Veränderunge in den Hl. Gemäuern mit sich brachte.


Die aktuelle Backsteinfassade, typischer Anblick einer Halle, ist Ergebnis einer neoromanischen Restaurierung des späten 19. Jahrhunderts.
Zu beiden Seiten des Mittelschiffs kann man in die Apsiden der zahlreichen Kapellen hineinsehen, die unter den Visconti dem Baukörper hinzugefügt wurden.
Auf der linken Seite steht das Pult an dem Pietro, der Märtyrer, ein Dominikanerpater, streng gegen die katharische Häresie predigte. Er wurde deshalb 1252 ermordet. Seine Gebeine ruhen unter dem für ihn von Giovanni di Balduccio de Pisa 1339 erbauten Bogen aus weißem Carrara-Marmor. Sein auf die personfizierten theologischen Kardinaltugenden gestütztes und mit Basreliefs, die die Geschichte des Heiligen erzählen, geschmücktes Grab wurde in die Portinari-Kapelle, ein Hauptwek der lombardischen Renaissance verlegt.

Sie wurde von Pigello Portinari ab Anfang 1462 als Mausoleum für seine Familie zu Ehren von Pietro dem Märtyrer, gebaut, die Wände dieses Zentralbaus sind komplett mit Fresken von  Vinzenzo Foppa ausgeschmückt, die die Geschichte des dominikanischen Heiligen und der Hl. Jungfrau erzählen,
Die konzentrisch gebündelten Farben der Kuppel leuchten durch das göttliche Licht, während Terracotta-Engel immerwährend zum Klang der Trommel tanzen.

Das Kircheninnere spiegelt die romanische Dreiteilung in 3 Schiffe, deren Pfeiler mit den ursprünglichen Kapitelskulpturen gekrönt sind. Gegen Ende des 14. Jahrhunderrts ließ Gian Galeazzo Visconti den marmornen Hochaltar errichten. 8 dichtbevölkerte Szenen, die die Kreuzigung umgeben, zeigen die Passion des Herrn. Sie sind wahrscheinlich ein Werk von Jacopino da Tradate.
Darunter ruht Eustorgio neben zwei anderen heiligen Bischöfen: Magno und Onorato.

Die Verbindung mit der Kirche des Anfangs wird durch die Tatsache unterstrichen, daß die Basilika sich dort erhebt, wo der Heilige Barnabas, der Begleiter des Hl. Paulus, und erster Missionar Mailands, die Stadt Mailand zum erstenmal betrat und eine primitive Taufquelle erbauen ließ.
Es ist noch heute Brauch,  daß die neuen Erzbischöfe der ambrosianischen Diözese von hier aus ihre Mission mit einem Gebet in der Basilika des Hl. Bischofs beginnen.

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, M.d. Castillo



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