Dienstag, 19. Januar 2016

Mitarbeitermotivation à la Vatican

Viele kennen das ja aus dem Berufsleben: Wie bemüht die Personalabteilungen in großen und kleinen Unternehmen sind, dafür zu arbeiten, dass die Mitarbeiter zufrieden sind.
Das fängt schon bei der Suche nach dem Personal an, wenn sich ein Unternehmen von seiner besten Seite darstellt, aufzeigt, welche Leistungen den Mitarbeiter erwarten und zu welch gutem Image der Mitarbeiter in Zukunft beitragen kann... So ist es und so soll es ja auch sein. Motivierte Mitarbeiter bringen Freude und Begeisterung in ihre Arbeit ein - das ist eine WIN-WIN Situation für Mitarbeiter und Unternehmen.

So hält man es eigentlich in der westlichen Welt. In der ganzen westlichen Welt? Nein, es gibt eine Ausnahme:

Wir haben es ja schon mehrmals kurz angerissen. Die Mitarbeiter im Vatikan haben seit der Übernahme des Pontifikates durch Papst Franziskus nix mehr zu lachen. Offiziell werden ja die Sklaventreiber und Ausbeuter in der westlichen Welt von seiten des Papstes gerne mal beschimpft und als das Böse schlechthin niedergemacht .... aber vor seiner Haustür sieht er das mit dem Ausbeuten und beschimpfen ganz anders.

Es begann kurz nach seiner Amtsübernahme, als der Papst den Mitarbeitern erstmal den Bonus gestrichen hat, den die Mitarbeiter normalerweise zu Beginn eines neues Pontifikates bekommen.
Danach wurden auch noch die Gehälter gekürzt, so dass sich so mancher Mitarbeiter einen Zweitjob suchen musste, um seine Familie zu ernähren. Und um die Stimmung weiter zu steigern, wurden dann auch noch die Arbeitszeiten erhöht.
Freut Euch! Wird man sich wohl gedacht haben - es ist eine Ehre für diesen Papst zu arbeiten.


Könnte man fast glauben, wenn da nicht gestern der Catholich Herald auf die bedrückende Situation innerhalb des Vatikans hingewiesen hätte:
"Manche schämen sich dafür, wenn sie ihren Leuten erzählen, dass sie im Vatikan arbeiten"
Mit diesen Worten führt der Catholic Herald zu einem Interview mit Erzbischof Angelo Becciu, der immer wieder betont, dass der Vatikan keine Räuberhole sei. Und auch keine Ansammlung von Falschheit und Neid. Er findet es extrem ungerecht, dass Mitarbeiter, die früher sehr stolz darauf waren für den Papst und die Kirche zu arbeiten, permanent angegriffen und beschuldigt werden.

Harte Zeiten im Vatikan, könnte man da fast glauben, aber diese Situation zieht sich jetzt über die Jahre durch die Medien ... vielleicht ist das ein weiterer Grund, warum derzeit so wenige Besucher zu den Generalaudienzen oder zum Angelus-Gebet kommen.

Wir können nur beten und auf bessere Zeiten hoffen, auch und besonders für die Mitarbeiter, die dort täglich ihren Dienst tun.

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