Dienstag, 12. Januar 2016

Noch ein Brief

Auch der emeritierte Erzbischof von Brüssel-Malines hat einen Brief an Papst Franziskus geschrieben. Marco Tosatti berichtet bei La Stampa darüber. Wie es scheint, können derzeit nur bereits aus ihren Ämtern entfernte Prälaten, die keine Maßregelung mehr fürchten müssen, mit dem Papst Klartext reden
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                           "LÉONARD, APPELL AN DEN PAPST"

"Eine der weniger erklärbaren unter den ebenfalls wenig verständlichen Abschüssen während der Regentschaft von Papst Franziskus hat den Erzbischof von Brüssel-Malines, Msgr. André-Joseph Léonard getroffen.  Léonard wurde nach 5 Jahren Dienstzeit entlassen-ohne das Kardinals-Birett zu empfangen, das normalerweise an Brüssel gebunden ist. Er wurde physisch von den Femen attackiert, hat die Doktrin verteidigt, hatte 2010 eine Diözese mit 4 Seminaristen übernommen und hat ein Seminar mit 55 Anwesenden hinterlassen.
20 Jahre lang Professor in Louvain (Löwen), 30 Jahre lang Superior des Universitätsseminars und Bischof von Namur-bevor er nach Brüssel ging, ist er wahrscheinlich Opfer der Antipathie geworden, die ihm von einigen seiner Bischofskollegen entgegen gebracht wurde, die ihn als zu konservativ betrachteten und der Sympathie des Papstes für seinen Berater,( und Vorgänger Léonards) den umstrittenen Kardinal Danneels."
(....folgt ein Hinweis an die italienischen Leser auf ein älteres Léonard-Interview bei La Croix

"Léonard richtet auch einen Appell an den Papst. Interessant, weil er die Familien-Synode und das Dokument-die postsynodale Exhortation- anspricht, die der Papst, wie manche meinen, im nächsten Monat veröffentlichen wird.
Nachdem er gesagt hat, daß er über das Schlußdokument ein wenig enttäuscht sei, "weil es in den sensibelsten Punkten Unklarheiten aufweist, "einige Bischöfe haben mir gesagt, daß die Texte absichtlich so zweideutig verfaßt wurden, damit sie auf verschiedene Weise interpretiert werden könnten" schreibt er:

"Und ich appelliere: Ich hoffe, daß wir ein gnädiges, abgestimmtes aber klares Wort zu den Themen der Doktrin und der Disziplin der Katholischen Kirche hinsichtlich Ehe und Familie haben werden. Der Ball liegt jetzt im Feld des Papstes. Und die Zeit ist für ihn gekommen, seine petrinische Rolle der Einheit und der Kontinuität der Tradition auszuüben, wie er es in seiner Rede zum Abschluss der ersten Familiensynode erklärt hatte."

Quelle:  La Stampa, "Pietro e dintorno", Marco Tosatti

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