Sonntag, 14. Februar 2016

3 Jahre später.....

The Courtyard, blog der "Guild of the blessed Titus Brandsma", veröffentlichte am 11.2. einen Beitrag mit dem Titel " 3 Jahre später". Wir haben ihn übersetzt. Die päpstlichen Reden auf Kuba und in Mexiko in ihrer politischen Weltlichkeit zeigen, daß der Autor mit den meisten Beurteilungen des aktuellen Pontifikates Recht hat - auch wenn der Vergleich mit 9/11 vielleicht etwas harsch ist.
Hier geht´s zum Original:  klicken

                                         "DREI JAHRE SPÄTER"

"An diesem Tag, 2013, versetzte Papst Benedikt XVI die Welt in Staunen, als er auf die aktive Ausübung seines Petrinischen Amtes verzichtete, während er - sozusagen im Umfeld des Hl. Petrus blieb."
Drei Jahre später ist überaus klar geworden, daß der Mann, der den vakanten Stuhl bestieg, den Benedikt XVI hinterlassen hatte, ein unerschütterlicher Gegner des Papa emeritus war und bleibt.
Für diejenigen, die denken, daß eine derartige Beschreibung von Kardinal Jorge Mario Bergoglio unfair oder ungerecht oder irreführend sei, könnte die relativ kurze Zusammenfassung dieser 3 Jahre, die so schnell vorüber gingen, hilfreich sein.

Was immer die Geschichte über den immer noch kontroversen Rücktritt von Papst Benedikt XVI sagen wird, die Geschichte ist nicht der oberste Richter des Menschen. Der Richter jedes Menschen ist unser Herr Jesus Christus, dessen Stellvertreter auf Erden Benedikt XVI war.
Ich sage "war" weil ich - wie die große Mehrheit der Katholiken annehme, daß dieser Titel jetzt seinem Nachfolger, Papst Franziskus, gehört.

Die Kirche: Makro-und Mikro-Auswirkungen der Franziskus-Revolution
Auf der Makro-Skala wurde die Kirche in eine Krise von bisher wohl noch nie gesehener Dimension geworfen. Es hat sich so viel verändert - vor allem im öffentlichen Image des Papstes und der Kirche.
Der Mann, den Austen Ivereigh den "Großen Reformer" nennt, hat ungeheuer viel Energie dafür verwendet, ein Bild der Katholischen Kirche zu schaffen, das erstaunlich menschlich ist, so menschlich, dass es nicht übertrieben ist, zu behaupten, daß unter dem reformierenden Papst unserer Zeit die Katholische Kirche auf der allgemeinen Skala eine Kulturrevolution der Säkularisierung durchlebt, hervorgerufen durch den gesteuerten Kollaps der fundamentalen Glaubensgewißheiten.
Ganz einfach: Papst Franziskus ist in den Worten der Botschaft, die in "die Stadt und die Welt" hinausgeht, für die Katholische Kirche unser 9/11.
Aber alles was niedergerissen wird, kann auch wieder aufgebaut werden.



Und während man den Schaden dieser von oben ausgelösten Kulturrevolution nicht übertreiben kann, hauptsächlich - wenn auch nicht nur - durch Public Relations, genau weil sie aus der obersten Etage der Kirche kommt, ist das, was Bischof Athanasius Schneider und Kardinal Raymond L. Burke eine "Krise" nennen, meiner Meinung nach - wie die Fasten- und Passionszeit - nur ein Vorspiel, eine Vorbereitung, die Geburtswehen von etwas ganz anderem.
Worauf wir in der Fastenzeit hinblicken, ist nicht nur ein kirchliches Ereignis, sondern die Auferstehung Christi und letztendlich die Auferstehung der Toten, die Auferstehung der Kirche, der Braut Christi.

Die Kirche ist universal, aber die Katholische Kirche wird vor Ort erlebt.
Dennoch gibt es wirkliche Hoffnungszeichen. Weil die Katholische Kirche auf einer Mikro-Skala in lebendigen Zellen organisiert ist, die an die Lehre und die Person Jesu Christi glauben. Wenn sie es nicht tun, kommen sie meistens nicht in die Messe. Sie werden nicht alle verloren sein.
Für das Pontifikat von Papst Franziskus, welche Veränderungen es auch immer in den Katholischen Institutionen bewirken wird, muß gesagt werden, daß da die Gemeindepfarrer sind, religiöse Gemeinschaften, einige Bischöfe, Laienverbände, Katholische Institutionen, Verbände von Katholiken, die in den Medien und den Neuen Medien arbeiten, die mehr von der Vision Papst Benedikts XVI angezogen werden, einer Vision, die die Kontinuitäüt mit der Heiligen Tradition der Kirche beinhaltete und förderte, als von der sehr viel schwerer zu definierenden, mehr populistischen, säkularen, inkohärenten Vision von Papst Franziskus und seinen Mit-Reformern.

Auf der Mikro-Skala können wir sehen, daß es weiterhin eine Krise der Berufungen gibt und daß Katholische Gemeinden im Westen verschmelzen. Wir könnten differenzieren, daß der "Franziskus-Effekt" wie lange er andauern mag oder nicht - wenig bewirkt hat, diese Krise zu lindern, aber da sind ernsthafte und glaubwürdige Gründe zur Hoffnung, sowohl für die gegenwärtige als auch die zukünftige Mission der Kirche.
Weil auf der Mikro-Skala eine große Anzahl von Christen sie selbst geblieben ist, während der Mann an der Spitze der Kirche gewechselt hat.
Sie leben Jesus Christus und seine Kirche immer noch, lieben sie - wie sie in ihrem Kern ist - anders als die Reformer sie zu sehen wünschen. Sie lieben ihre Lehre, ihre Doktrinen, sie lieben ihre Mauern, das Gemeindeleben geht weiter. Wenn Sie in einer Gemeinde sind, mit einem Priester der eine traditionell Katholischen Einstellung hat, können Sie 2016 das sehen, was Sie auch 2012 gesehen haben: Die Feier der traditionellen Lateinischen Messe in Ihrer Region.
Der jüngere Klerus ist , glaube ich - und es gibt Beweise dafür - viel mehr von der Traditionellen Liturgie beeindruckt, die das Kreuz und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, seine Eucharistische Präsenz, die zeitlose Lehre der Kirche und unseres Herrn Jesus Christus selbst kommuniziert, als durch seinen Vikar auf Erden und das Programm, welches auch immer er gerade darzustellen wünscht oder auch nicht.

Die wahre Heiligkeit Benedikts XVI machte sich selbst - und  tut es noch immer - durch seine Fähigkeit erkennbar, Menschen zu Gott zu ziehen, indem er von sich selbst weg und auf Jesus Christus hin wies.
Gläubige Priester mühen sich auf die selbe Weise. Das wirkliche Defizit des aktuellen Inhabers des Stuhles Petri ist seine Fähigkeit Leute anzuziehen - zu ihm selbst, indem er auf sich selbst zeigt und nicht auf Jesus Christus, etwas was seine berühmten Videos zu Ökumenismus und Ökologie illustrieren, in denen Gott nicht einmal passager erwähnt wird.
Wo Benedikt XVI die "Traditionalistische Gemeinschaft" erfolgreich vom Horror der Auswirkung aller modernen Dinge entgiftend heilte, findet Papst Franziskus Erfolg darin, das Bild der Kirche zu entgiften - sogar vom Kindesmißbrauch,  in dem er stur darauf besteht, daß alle "neuen Dinge" akzeptiert werden müssen. Das ist eine neue Geschmacksrichtung, die die Welt fröhlich konsumieren kann, aber die nicht jeden überzeugen wird.
Für die "traditionellen" Katholiken ist die "Neuheit" .....weil, auch wenn die Kirche und die Welt einmal nicht in völligem Gegensatz zueinander stehen - sie es in Wirklichkeit doch tun.
Unglücklicherweise wird das Defizit dieser Einstellung von mehr und mehr Menschen in ihren eigenen unglücklichen, unbefriedigenden Erfahrungen entdeckt (das kann ich bestätigen), daß alle "neuen Dinge, die die Welt anbietet" nicht das Leben selbst anbieten.
Ganz einfach - auf dem Marktplatz der Spiritualität, Religion und Moral bietet jeder etwas Neues und Modernes an - und jetzt bietet auch der Papst mehr davon an.

Das Neue befriedigt nicht
In all dem ist ein Gefälle. Indem er "Neuheiten" anbieten und Erwartungen von Veränderungen hervorruft, scheint Papst Franziskus der Welt etwas Künstliches anzubieten, etwas "Geschaffenes", in der Tat eher seine eigene Kreation als den Schöpfer selbst. Neue Dinge sind am Ende alle geschaffen oder sogar erfunden. Sie sind nicht zeitlos. Sie haben üblicherweise ein Verfallsdatum.

Das kann man am überzeugendsten an seiner Hingabe an die Umwelt sehen, in der wir mit Begeisterung die geschaffene, natürliche Welt schützen und bewahren sollen.
Benedikt XVI respektierte das Verwalteramt für die Umwelt, aber was er an die erste Stelle setzte und der Welt anbot, war der Schöpfer der natürlichen, geschaffenen Welt.
Wie bei allen vor uns trägt die Obsession für das "Neue" nichts dazu bei, unser spirituelles Glück wieder herzustellen. Das neuste iPhone. die neueste Mode, der neuste Film, der neueste Glaube und die neueste Überzeugung. Sie tun nichts für die Seele des Menschen. Um Frieden in unserer Seele zu erreichen und Freundschaft mit unserem Schöpfer , könnte man auf den Rat Heiliger aus längst vergangenen Zeiten zurückgreifen und ganz sicher auf die Worte unseres Herrn Jesus Christus selbst.
Das ist nichts Neues - oder das Neue von irgendjemandem: "Wer kann die Sünde des Menschen wegnehmen und ihn mit Gotte versöhnen? Das ist jemand ganz anderes, es ist der Herr, der vor 2000 Jahren auf den Kalvarienberg stieg, der das tun kann.

Was die Katholische Kirchen dem Menschen bringt, der so von Werbung und Verführung zu etwas Neuem bombardiert wird, ist etwas auf gewisse Weise immer wunderbar Neues, auf andere Weise aber auch nicht, weil Gott nicht in diese Art von Markenzeichen-Kategorie paßt. Er ist das vollkommen Andere, das der Mensch wirklich sucht. Mit dem Wunder der Inkarnation, der Auferstehung und Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus können wir wirklich sagen "und jetzt zu etwas völlig anderem",

Was die Heilige Tradition dem modernen Menschen anbietet, ist ihre Fähigkeit, IHN, DER VÖLLIG ANDERS IST, zu kommunizieren. Sie bietet dem modernen Menschen die Begegnung mit dem ganz Anderen an, dem fleischgewordenen Gott, der unter uns weilte.

Nach 3 Jahren können wir den Erfolg von Papst Franziskus, seine persönliche Vision der Kirche des 21. Jahrhunders zu kommunizieren, messen und sie kann in seinem homiletischen Thema von der Kirche gefunden werden, die - was es auch immer es Neues gibt, das im Gegensatz zum Alten steht - annimmt. Wir haben Begegnung, Ökumenismus, Ökologie, aber wo - oh wo - ist Jesus Christus?
In den Worten des Papstes können wir Franziskus selbst als etwas Neues sehen, vielleicht, daß er sich total von seinen Vorgängern unterscheidet, aber die Themen des Pontifikates: Armut, Ökologie, Menschenhandel, vielleicht mit Ausnahme des Themas Barmherzigkeit - unterscheiden sich nicht groß von den philantropischen und caritativen Bemühungen der verschiedenen UN-Agenturen
 Es kann sehr wohl sein, daß die Geschichte vom 13. März 2013 an - bis wann immer das Pontifikat enden wird - überliefern wird, daß die Kirche in zweierlei Hinsicht auf den Kopf gestellt wurde.
Zuerst in dem Sinn, daß die radikalen oder sogar revolutionären Ideen, die die Kirche schädigten, von der Spitze der Kirchenführung ausgingen, aber zweitens, daß die Basis der Kirche, unten, ihnen widerstand und treu an Jesus Christus und seiner Lehre festhielt.

Das Pontifikat Benedikts XVI, in dem er wissen ließ, daß er alles tun würde, was in seiner Macht stand, um die Wölfe zurückzuhalten, die die aktive Ausübung seines Amtes umkreisten, und Widerstand gegen perverse Verdrehungen des Katholischen Glaubens leisten, die die Seelen der Kinder Gottes bedrohen, wird einen unermeßlichen Beitrag dazu geleistet haben, den Wahren Glauben zu verteidigen.
Summorum Pontificum erlaubte den Priestern, das was seit über 50 Jahren vor den Gläubigen versteckt worden war, zu zeigen. Das, was durch die höchste Autorität der Kirche weggenommen worden war, wurde wieder hergestellt. Diese Messe, die Messe aller Zeiten, kommuniziert die schiere Enormität der Liebe, die der Allmächtige für uns, seine Geschöpfe hat,  und die Enormität der Liebe und Verehrung, die wir ihm schulden.

Der Erfolg von Summorum Pontificum zeigt das, was unsere Vorfahren nährte und befriedigte - in Gegensatz zu jenen, die behaupten, daß Befriedigung in moderner Lehre und neuen Prinzipien gefunden werden kann und daß wir dem Säkularen mehr verdanken als dem Heiligen, das auch heute noch Männer und Frauen zufrieden macht.
Wir haben uns nicht verändert und wir sind entzückt, wenn wie sehen, daß Gott sich auch nicht verändert hat, weil wenn Gott sich ändert, man nichts und niemandem trauen kann.

Wenn also die Kirche und die Welt mehr und mehr eins zu werden scheinen ,und wenn diese Union als etwas Neues beworben wird, werden Männer und Frauen immer noch das suchen, was das ganz Andere ist.

Weil Männer und Frauen nicht für irgendetwas Neues geschaffen wurden, sondern für des ewige Leben und die Einheit mit dem Herrn, der allein es gewähren kann. 
Die ganze Kirche kann nach dem Bild jedes einzelnen Papstes reformiert werden, zu jeder Zeit, aber Gott selbst kann nicht reformiert werden, auch nicht die Sehnsucht des Menschen nach seinem Schöpfer. Sie kann in die Irre geführt werden, getäuscht, pervertiert aber nicht ganz zerstört werden.
Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, nach dem wahren Gott, ist - auch wenn wir vor Ihm fliehen, in unserer DNA. 
Benedikt XVI wußte das und sprach über die Ewigen Dinge und ermutigte uns, die wahren Herausforderungen der modernen Welt anzunehmen.

Papst Franziskus - bei aller positiven Wirkung in der Entgiftung es Markenzeichens Kirche, spricht über zeitliche Dinge, vorübergehende und endende, vermittelt aber die Ewige Wahrheit nicht, die Wahrheit über Gott, der wie unsere Seelen ewig ist. Die Wahrheit ist, daß wir das Zeitliche, Vorübergehenden und Endende jeden Tag bekommen. Wir finden es überall und wir müssen nicht in die Kirche gehen, um es zu finden. Wir sehnen uns aber nach dem Ewigen, dem Absoluten, dem Herrn der Absoluten Liebe, der Absoluten Wahrheit, der Heiligkeit.

Gott liebt den Menschen und der Mensch sucht immer noch Gott, weil der Mensch nach seiner tiefsten Bedeutung und seinem letztendlichen Schicksal sucht. Suchen wir Ihn alle, solange er immer noch gefunden werden kann.
Ja, wir werden zu Staub zurückkehren, bis der Herr wiederkommt, aber sogar unser Staub wird ihn preisen, wenn er wiederkommen und diese niedrigen Körper in unvergängliche Körper verwandeln wird- nach seinem eigenen Vorbild."
Quelle The Courtyard

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