Samstag, 27. Februar 2016

Gläubiges Dasein, Eine Buchempfehlung, wobei man gar nicht viel lesen muss,

Vorhin habe ich mal wider angefangen aufzuräumen und dabei ist mir eines meiner vielen Bücher,  das sich um Gott und die  Menschen dreht, in die Finger gefallen, welches ich jedem wirklich wärmstens empfehlen kann.
Zu dem Thema sind ja bekanntlich ganze Bibliotheken geschrieben worden und werden weiterhin geschrieben, ohne dass man damit zu einem Ende oder einer abschließenden Beurteilung der Personen käme.
Das ist übrigens so originell wieder nicht, stellt schon Kohelet, in dem manche Exegeten den König Salomo sehen, fest:
 Im Übrigen, mein Sohn, lass dich warnen! Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben und viel Studieren ermüdet den Leib.
Hast du alles gehört, so lautet der Schluss: Fürchte Gott und achte auf seine Gebote! Das allein hat jeder Mensch nötig.
Denn Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen, das über alles Verborgene urteilt, es sei gut oder böse.  

Ähnlich einfach bringt Romano Guardini, die Frage nach dem Wesen des Menschen,  auf den Punkt und zwar in dem er seinem Essay, über den Menschen und was dieser sei, und was man von ihm sagen könne,  den Titel gab:

"Den Menschen erkennt nur wer von Gott weiß"

Ich finde immer, der Titel sagt alles aus, so dass man sich das Essay durchaus schenken kann.
In der alten Taschenbuchausgabe, die mir beim Aufräumen in die Finger gefallen ist, findet sich noch ein zweites Essay in dem es Guardini um die alte Frage geht "Was soll ich auf dieser Welt???" und er beantwortet auch diese Frage schon im Titel, der da lautet "Die Annahme seiner selbst"



Hieraus möchte ich den Schluss zitieren wo es Guardini um die Ursache  allen menschlichen Unglücks geht und zwar um das Grundwesen des Sündenfalls, den er beschreibt als: "Sein wollen, was man nicht sein kann",  Seitdem, sagt Guardini, liegt der Mensch quasi im Clinch mit sich selber, er ist friedlos, weil er im allerinnersten mit sich selber nicht im Frieden ist.
Christus bringt nun den Menschen in den Frieden mit sich selber, und das ist eben der Friede Christi, den die Welt, selbst wenn sie sich wirklich mühen würde, nicht geben kann,  Woran man doch bei einem einfachen Blick in die aktuelle und vergangene Geschichte, berechtigte Zweifel hegen kann,  dass die Welt, also alle, sich jemals ernsthaft gemüht hätten.
Guardini  schließt, nachdem er klar stellt, dass diese innerste Einheit, dieser Friede mit sich selber nur durch Christus kommen kann mit:

Wirklich um sich wissen kann man nur, wenn man sich wirklich annimmt - und wirklich sich annehmen kann man nur, wenn man rein um sich weiß. Eines setzt das andere voraus.
Diese EInheit ist Liebe. Wissen ist nur, wo Liebe ist. Vom Menschen gibt es kein kaltes Wissen. Kein Wissen in Gewalt. Nur in jener Großmut und Freiheit, die Liebe heißt. Die Liebe 
beginnt aber in Gott: darin, daß Er mich liebt, und ich fähig werde, Ihn zu lieben; und Ihm dankbar bin für seine erste Gabe an mich, die heißt: ich-selbst.


Nun aber für die, die sich nicht mit Titeln zufrieden geben hier das Buch:
Beide Essays finden sich in dem Sammelband "Gläubiges Dasein".
Soweit ich das begriffen habe, ist der Band ziemlich vergriffen, aber hier ist er scheinbar noch vorrätig.

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