Montag, 1. Februar 2016

Rom - Kirchenhierarchie & Politik gegen das Volk?

Riccardo Cascioli hat bei la Nuova Bussola Quotidiana einen Leitartikel zum Familientag im Circus Maximus geschrieben. Hier geht´s zum Original :  klicken

                   "ES IST JETZT VERBOTEN, DIESES VOLK ZU VERKAUFEN"
Wie anstrengend es auch war einen Familientag zu organisieren und an ihm teilzunehmen, das war noch gar nichts gegen das, was für das Volk der Familien in Vorbereitung ist.
                

Beginnen wir mit dem Letzten, wir kennen die Versuche der Führungskräfte der Bischofskonferenz der letzten 10 Tage, dieser Demonstration einen Dämpfer zu verpassen, uns den Hut aufzusetzen und sie als ein harmloses Familienfest durchgehen zu lassen.
Dabei handelte es sich darum- zu verhindern versuchen, daß auf dem Podium im Circus Maximus die Mitglieder des Organisationskomitees das Wort ergreifen. Versuche, denen man am Ende nicht ohne Schwierigkeiten widerstehen konnte. (Nur Kiko Argüello mußte auf eine Ansprache verzichten)
Und die Botschaft von Podium und Arena ist unmissverständlich angekommen: ein Nein ohne wenn und aber zur Lex Cirinnà, und eine Botschaft an den Ratspräsidenten Matteo Renzi (" Renzi wir werden uns erinnern"- das am meisten fotografierte Spruchband). 

Gestern im Leitartikel des Avvenire schien Marco Tarquinio auf den ersten Blick eine Art Konversion auf den Weg des Circus Maximus vollzogen zu haben, wegen der überschwenglichen Lobeshymnen auf den Familientag und die deutliche Aufforderung an die Politiker, dieser Versammlung Rechnung zu tragen.
Aber schon im selben Leitartikel versteckt sich das Geheimnis (Nach Tarquinio verlangt das Volk, die unterschiedlichen Themen verschieden zu behandeln)
Die von der CEI vorgegebene Linie ist klar: den Familientag benutzen, um von Renzi jene Konzessionen zur Adoption von Stiefkindern und die Definition der Zivilen Ehe zu erreichen, für die die Essenseinladungen des Monsignor Galantino für die ehrenwerte Cirinnà nicht ausgereicht haben (die Urheberin des Gesetzentwurfes) .
Das Ziel ist, zu einem Gesetz zu den zivilen Ehen zu kommen, das diese weit genug von der auf der Ehe zwischen Mann und Frau basierenden Familie entfernt hält, und Adoptionen vermeidet. Mit anderen Worten die CEI will den DICO-Gesetzentwurf, gegen den sie vor 8 Jahren gekämpft hat.
Offensichtlich schamlose Lügen.  (Erinnern wir uns- hier wird über Avvenire geschrieben, die Tageszeitung der Italienischen Bischofskonferenz)



Es genügt auf die Titel der ersten Seiten zu schauen, um sofort zu sehen: kein  i-Tüpfelchen wird berichtet über die immer wiederholten Sprechchöre auf dem Platz gegen die Lex Cirinnà und die Forderung, diese endgültig zurückzuziehen. Titel auf der ersten Seite " Ja zur Familie, ja zum guten Recht" 
Und was soll das "gute Recht" sein? 
Das versteht man mit einem Augenzwinkern, wenn erklärt wird, daß aus dem Circus Maximus ein starker Appell erging, den "Gesetzentwurf Cirinnàs zu den Zivilehen zu revidieren" und das "Stiefkindkonzept" zu streichen. Revidieren nicht canceln, eine Streichung bedeutet, daß der Rest in Ordnung ist. 
Und im Inneren noch schlimmer: auf der dem Ereignis gewidmeten Seite titel man "Wir sind mit Italien, nicht ein Volk dagegen"  

Soll heißen, daß im Circus Maximus ein Volk von Verblödeten war, das nicht die enormen Mühen scheute, um nach Rom zu kommen und dann einen sinnlosen Satz auszusprechen "wir sind mit Italien" ?

Und mit wem sollten wir sonst sein? Mit Frankreich?
Und auf der folgenden Seite der Titel: "Die Masse ist ein Echo des Podiums": dieser Text ist zum nachschreiben! 
Die Prawda in den goldenen Zeiten des Kommunismus hätte auf diese klerikalen Schreiberlinge gepfiffen.

Als ob das nicht genügte- hier auch noch das Interview von Msgr. Franco Semeraro, dem Bischof von Albano im Corriere della Sera. Semeraro ist nicht irgendeine Stimme, er wir vom Corriere als einer der dem Papst am nächsten stehenden Menschen präsentiert, der gerade zum Sekretär des 9-Kardinäle-Rates ernannt und dann in die Kommission für die Schlußrelatio der Familiensynode berufen wurde.

Also, Msgr. Semeraro hat nicht nur versucht, das Ziel zu tarnen. Zum Circus Maximus stellt er fest: " Es ist immer riskant, sowohl Vorschläge zu machen als auch zu widersprechen. Aber mir scheint, daß die Dinge nicht so gelaufen sind. Ich habe bemerkt, daß in den Reden viel auf das Problem der Adoptionen insistiert wurde, mehr als auf die zivile Ehe. Und wer hat ihm das gesagt? Ist er sicher, daß er selbst den Familientag im Fernsehen verfolgt hat? Auch der Corriere sagt in seiner Chronik der Ereignisse das Gegenteil


Aber es ist so, daß die Wirklichkeit zur Option geworden ist, weil es wichtig ist, die Linie vorzugeben. Deshalb antwortet er zu den Zivilehen: "Ich halte es für legitim für eine Gesellschaft, Formen der Sicherheit zu finden. In Übereinstimmung mit den Prinzipien habe ich keine Einwände dagegen, daß auch diesen Verbindungen für ihr öffentliches Profil eine juristische Konsistenz gegeben wird.
Ich denke, daß die Reaktionen dem Thema der Fortpflanzung und der Adoptionen gelten und nicht der öffentlichen Anerkennung der ehelichen Verbindungen. Es ist wichtig, daß sie nicht der Wirklichkeit der Ehe angeglichen werden"

Hier nun also dieses, liebe Familien: zählt nicht auf die Macht der Kirche, die sich schon mit der politischen Macht geeinigt hat.  Wer das sehr gut verstanden hat, ist der Führer des Neuen Mitte-Rechtszentrums, Angiolino  Alfano, der sehr wohl weiß, daß das einzige was er tun kann, um die Lex Cirinnà zu begraben, wäre: aus der Regierung auszuscheiden. Im Gegenteil- er bestärkt die Regierung, sie soll tun, was sie will, er wird nicht dagegen stimmen (man lese das Interview des neuen Ministers Enrico Costa in Avvenire), "allerhöchstens können wir danach ein Referendum machen, wenn wir nicht zu einem schicksalhaften Kompromiss kommen".
Ein Referendum? Mit einer Partei, die nicht genügend Unterschriften zusammenbekommt, um sich an den Wahlen zu beteiligen? Aber für wen hat er uns gehalten?

Und stattdessen kassiert er als Schmiergeld einen Sessel, den Renzi  perfiderweise Alfano Ischariot am Vorabend des Familientages versprochen hat, so daß man jetzt sehen kann, wie die Dinge stehen. Wir wollen nur hoffen, daß die, die den Familientag geleitet haben, klug genug sind, zu verstehen, mit wem sie es zu tun haben und sich von diesen Füchsen nicht täuschen zu lassen, die nur an  ihr politisches Überleben denken und die auf die Familien und auf Italien pfeifen. 
"Wir werden uns an Renzi erinnern" sagte ein Plakat . Aber wir werden uns auch an Alfano erinnern. Und an alle die, die das Volk der Familie an den Meistbietenden verkaufen."

Quelle: Riccardo Cascioli, La Nuova Bussola Qupotidiana

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen