Montag, 7. März 2016

Die Medien und der Papst: Das Ende des Honeymoons?

Darüber freuen wir uns seit Jahren: Keinem Papst ist es in den vergangen Jahren so gut gelungen, wie Papst Franziskus, in den säkularen Medien eine so positive Resonanz zu erzeugen. Wir erinnern uns gerne an "Who am I to judge?", das ja praktisch eine ganz neue Bewegung in der Kirche hervorrief. Man kann die Jubelartikel gar nicht zählen, die darauf folgten - und viele Kirchenleute mussten sich an diesem Satz messen lassen.
Weitere legendäre Interviews mit markanten Aussagen folgten. Wir denken da an das "Feldlazarett Kirche" oder die "Vermehrung der Karnickel"... und immer ganz vorne dabei die Medien mit ihren Jubelrufen .... Doch - wie's halt so ist,  es folgte eine Inflation von markanten Sprüchen - und so ebbte die Welle etwas ab... und aus den Begeisterungsstürmen wurde ein laues Lüftchen .... war ja dann auch nicht mehr alles im Sinne der deutschen Linksmedien....

... jetzt scheint's mit der wunderbaren Freundschaft zwischen Papst und Presse endgültig aus zu sein.
Denn Papst Franziskus hat etwas ausgesprochen, was in Deutschland gemeinhin als "wenig hilfreich" gilt. Seitdem ist der Hühnerhaufen Presse gar nicht mehr wieder zu erkennen ... sie haben einen Wettlauf gestartet, Pater Lombardi die Arbeit abzunehmen und einen Satz zu relativieren, den der Papst ausgesprochen hat. Es ging um eine Invasion. Und zwar um eine arabische. Aber es ging in erster Linie darum, dass die Europäer viele ähnliche Invasionen erlebt hätten und immer gestärkt daraus hervorgegangen seien. Das hat man aber in den deutschen Medien dann schon nicht mehr wahrgenommen. Und so berichten Focus, tagesspiegel, WeltOnline, Spiegel Online, SZ Online aber auch internationale Blätter wie z.B. der daily mirror, die daily mail oder die washingtontimes über diese Erkenntnis des Papstes, verschweigen aber dabei, dass der Papst die Europäer wohl eher daran erinnern wollte, dass sie aus diesen Invasionen doch immer gestärkt hervorgegangen seien.

Und ein Blick in die Kirchengeschichte hätte wohl auch manchem Journalisten gut angestanden. Denn es stimmt, was der Papst gesagt hat - und es bedarf keiner Relativierung.
Beginnen wir mit dem Jahr 1529: in der Zeit vom 21. September bis 14. Oktober standen die osmanischen Heere vor Wien - nachdem sie vorher den kompletten Balkan unterworfen hatten. In diesem WOn-Artikel ist die damalige Situation gut beschrieben. Und am Ende gelang es den Europäern - trotz militärischer Unterlegenheit, die Türken aus ihrem Kontinent zu vertreiben.
Martin Luther widmete dem Geschehen zwei Traktate, in denen er die Türken „als Gottes Rute und Plage“ bezeichnet, die man durch Buße, aber auch durch Krieg „Gott …aus der Hand nehmen“ müsse.
Das christliche (katholische) Europa stand damals zusammen und als der Sieg über die Osmanen feststand, führte Papst Clemens VII das Angelusgebet ein - wir beten es heute noch, und sogar der Papst nimmt sich da nicht aus. Man denke nur an das gemeinsame Gebet jeden Sonn- und Feiertag auf dem Petersplatz.





Doch - wie das halt so ist, die nächsten Versuche einer Invasion folgten und fanden eine weitere europäische Antwort, die zur Seeschlacht von Lepanto führte.
Papst Pius V gelang es, zur Abwehr der ständigen Osmanischen Überfälle im Mittelmeer die Katholische Liga zusammenzuschmieden und am 7. Oktober 1571 war es soweit. In einer grandiosen Seeschlacht wurde die Türkische Flotte vernichtet. Ein Jahr später wurde dieser Tag zum Feiertag "Unserer Lieben Frau vom Sieg". Inzwischen ist dieser Tag nur noch ein Gedenktag und wurde in "unserer Lieben Frau vom Rosenkranz" umbenannt. Aber im letzten Jahr haben wir in unserer Kirche an diesem Tag viel über die ursprüngliche Bedeutung dieses Tages gehört.
Auch der Rosenkranzmonat Oktober verdankt diesem Tag seinen Ursprung.
Papst Pius V wurde übrigens Heilig gesprochen.

Dann dauerte es mehr als 100 Jahre, bis die Osmanen erneut via Balkan nach Europa vordrangen. Inzwischen war Europa und insbesondere Deutschland geschwächt und gespalten durch den Dreißigjährigen Krieg und die Aufteilung in katholische und protestantische Länder.
Und so stand Wien im August und September 1683 erneut einer osmanischen Angriffswelle gegenüber. Wien musste dieser Übermacht einige Wochen standhalten, doch dann kam die Rettung: Aus dem südlichen Europa und dem südlichen Deutschland, mit finanzieller Unterstützung des Vatikan unter Papst Innozenz XI - und mit einem besonders großen Heer aus Polen wurde das Schicksal der Osmanen erneut zum schlechteren besiegelt. Nach der Schlacht am Kahlenberg (13. September 1683) verließen sie fluchtartig Wien und wurden anschließend unter Führung von Prinz Eugen von Savoyen und Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden Baden auch vom Balkan vertrieben.
Auch diesmal profitierte Europa. Denn die Türken ließen bei ihrer Flucht u.a. den Kaffee zurück. Und ohne Kaffee wäre doch die westliche Welt heute gar nicht denkbar - und so ein echter Arabica am Morgen hat schon was.
Aber nicht nur: Die Münchner legten zur Zeit der Schlacht ein Gelübde ab, jeden Tag in der  Zeit vom 15. August (Maria Himmelfahrt) bis zum 14. September den Frauendreißiger zu beten. Das tun wir heute noch in den zwei Münchner Wallfahrtskirchen Maria Ramersdorf und Maria Thalkirchen. Diese wunderbar spirituelle Wallfahrtszeit ist heute noch genau so intensiv jedesmal ein besonderes spirituelles Erlebnis.

Wir müssen also dem Papst uneingeschränkt zustimmen: Historisch gesehen hat Europa viel profitiert von den Invasionen, auch wenn diese Zeiten für die damals lebenden Menschen wirklich nicht sehr erfreulich waren, brachten sie doch Tod und Verderben für all die Länder, durch die die Krieger durchgezogen sind.
Aber - hat Europa auch viel gelernt aus diesen Invasionen? Nun, zumindest auf dem Balkan und im Osten Europas und sogar in Österreich scheint dieses Geschichtsbewusstsein noch vorhanden zu sein. Während man in Deutschland immer noch glaubt, man könnte das alles mit immer den gleichen Phrasen hinwegreden. Sehr schön wieder zu sehen gestern abend bei Anne Will, als die Propagandistinnen von Links und Grün, aber auch der deutsche Justizminister vom jungen österreichischen Außenminister und einem slowakischen Mitglied des EU-Parlaments regelrecht vorgeführt wurden, sehr schön beschrieben von Micheal Hanfeld heute in der FAZ.

Und wir warten jetzt darauf, welche Vorschläge von Papst Franziskus kommen, um diese Invasion zu einem Erfolg für Europa zu machen. Er sprach ja in dem Artikel auch von einem Dialog, und was er damit meinen könnte, hat er ja auch einmal in einem Flugzeuginterview in etwa so gesagt, dass wer seine Mutter beleidigen würde, von ihm geschlagen würde. Nun genau diese Art von "Dialog" war bei Prinz Eugen und Ludwig Wilhelm von Baden Baden sehr erfolgreich.

Wir bleiben aber dabei: Nicht nachlassen im täglichen Angelusgebet und auch ganz besonders nicht beim täglichen Rosenkranzgebet.
Heute beten wir den "Freudenreichen Rosenkranz" - und für die Kirche das Gebet zum heiligen Erzengel Michael!

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