Mittwoch, 30. März 2016

Zwei entgegengesetzte Wege im Kampf um die Seele Europas

Rorate caeli gibt einem jungen Priester, der unter dem Namen Monsieur l`Abbé schreibt, Raum für seine Gedanken.
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             "DER KAMPF UM DIE SEELE EUROPAS"                                   

Eine Konversion
2008 war mein letztes College-Jahr. Zufällig fielen meine Frühlingsferien mit der Heiligen Woche zusammen, was mir die perfekte Gelegenheit bot, sie in Rom zu verbringen.
An diesem Punkt hatte ich seit 3 Jahren eine Berufung zum Priestertum bedacht und abgewogen und ich hoffte, daß mein Rombesuch mir dabei helfen würde, meine Überzeugung zu vertiefen, daß Gott mich rief, IHM als Priester zu dienen.
Ich hatte das große Glück, in dieser Woche an allen Liturgien des Hl.Triduum teilzunehmen und ich war am Abend der Oster-Vigil im Petersdom anwesend, als Papst Benedikt XVI Magdi Allam taufte, einen in Ägypten geborenen italienischen Journalisten. Allam war Muslim, aber von seiner frühen Jugend an in einer Katholischen Kirche erzogen worden. Im Alter von 20 Jahren zog er nach Italien und wurde dem Islam gegenüber immer kritischer.

Allams Taufe war eine Erinnerung an die Erwartungen, die Europa für jene bereit halten sollte, die das Privileg haben, Europa ihr Zuhause nennen zu können. In Europa zu leben, bedeutet Akzeptanz und Respektierung seines christlichen Ursprungs und seiner christlichen Geschichte. In Europa zu leben, bedeutet das rückwärts gewandte kulturelle Denken einer religiösen Sekte, die in der Wüste des 17. Jahrhunderts gefangen ist, abzuwerfen.
Europäer zu sein bedeutet, das zu akzeptieren, was neu und was alt ist. Alle diese Überlegungen waren an diesem Ostern wichtig, als Allam öffentlich seinem alten Glauben widersagte und Christus und Seine Kirche als den wahren und einzigen Weg zur Erlösung anerkannte.

Das neue Mandat   
Man stelle das Triduum von 2008 dem, das letzte Woche stattfand, gegenüber.
Dieses Jahr bestand die Fußwaschungszeremonie ( auch als Mandatum bekannt) darin, daß Papst Franziskus einer Gruppe von katholischen und nichtkatholischen Flüchtlingen die Füße wusch. Tatsächlich -mit untadeligem timing- wusch der Papst 3 Muslimen die Füße, nur 2 Tage nachdem in Brüssel, Metropolregion, in der der populärste Name für neugeborene Jungen Mohammed ist, mehr als 30 Menschen ermordet und 300 bei einem Selbstmordattentat verletzt wurden.
Vor der Fastenzeit dieses Jahres erließ der Papst ein Dekret, in dem er die Praxis von Gründonnerstag änderte, die vorher nur Männer zum Mandatum zugelassen hatten. Jetzt-erklärt das Dekret- können Hirten "eine kleine Gruppe von Personen aussuchen, die das ganze Gottesvolk repräsentieren"



Seit er 2013 auf den Stuhl Petri gelangte, hat der Papst jedes Jahr die Füße von Männern und Frauen gewaschen, Katholiken und Nichtkatholiken zugleich. Das ist ein direkter Widerspruch zur Praxis des Letzten Abendmahles. Das Mandatum ist eine Erinnerung daran, daß Christus die Füße der 12 Männer gewaschen hat, die unserem Herrn am nächsten standen und die ihm folgten und ihm glaubten. Sogar Judas, einem Verräter, wurden die Füße gewaschen, weil er zu dieser Zeit noch einer der Zwölf war.

Während dieses neue Dekret zum Mandatum dem Papst erlaubt, mit gutem Gewissen damit fortzufahren, Frauen die Füße zu waschen, schafft er es immer noch, seinem eigenen Dekret nicht zu gehorchen, indem er denen, die nicht an Christus glauben, die Füße wäscht. In der Tat- während man die liberalsten Termini benutzt (Volk Gottes), um die zu beschreiben, die für das Mandatum wählbar sind, erklärt sogar das II. Vaticanum (Lumen Gentium 9) und der Katechismus der Katholischen Kirche ganz klar, daß Muslime nicht dazu gehören können: "Man wird Mitglied dieses Volk nicht durch die physische Geburt, sondern dadurch neu geboren zu werden im Wasser und im Geist, also durch den Glauben an Christus und durch die Taufe."

Für Franziskus aber sind diese Erwägungen nicht mehr als Semantik. "Wir alle zusammen, Muslime, Hindus, Katholiken, Kopten, Evangelikale. Aber (wir sind) Brüder, Kinder des gleichen Gottes" sagte er am Gründonnerstag. Es gab Berichte, daß einer Anzahl von Migranten, deren Füße vom Papst gewaschen wurden, Tränen über das Gesicht liefen."
Man fragt sich, ob ein so emotionaler Moment einen der Nichtkatholiken, deren Füße in den vergangenen 3 Jahren gewaschen wurden, konvertieren ließ. er nicht. Selbst wenn es das hätte, auf der Grundlage der statements des Papstes fragt man sich, ob das überhaupt etwas wäre, dem er zugestimmt hätte.

Ein radikaler Vergleich
Im Herzen der Oster-Vigil 2008 und dem Gründonnerstag dieses Jahres ist die radikale Differenz zwischen zwei möglichen Zugehensweisen zum Problem des Islams in Europa erkennbar.
2008 personifizierte Benedikt XVI eine Kirche, die ihrer Identität vertraute. Für ihn ist die Kirche die einzige Kraft, die einem säkularen Europa Transzendenz anbieten kann: "(Die Kirche) muß zuerst entschlossen das tun, was ihr Eigenes ist, sie muß die Aufgabe erfüllen, auf der ihre Identität ruht: Gott bekannt zu machen und sein Königreich zu verkünden."
Sie ist auch die einzige Kraft, die stark und vertrauensvoll genug ist, um die Irrationalität des Islams zu beleuchten.
"Der Islam muß zwei Fragen im Hinblick auf den öffentlichen Dialog klären, das sind die Fragen, die seine Beziehung zur Gewalt und zur Vernunft betreffen."
Unglücklicherweise sieht es so aus, als besitze Franziskus nicht die gleiche intellektuelle Schärfe oder den Scharfsinn, wenn es um die Herausforderungen geht, denen die Kirche sich in ihrer Beziehung zu Europa und zum Islam gegenüber sieht,
Sogar vor seiner Wahl zum Papst hatte Joseph Ratzinger ein außerordentliches Verständnis von Europa und seiner Beziehung zum Islam. Er hatte zu seiner Zeit den Extremismus des Nationalsozialismus und des Kommunismus in Europa erlebt. Ratzinger wußte, was beim Kampf um Europas Herz auf dem Spiel steht. Die Invasion des Islamismus ist die nächste Schlacht, die Europa kämpft und Ratzinger hat eine einzigartige Perspektive gezeigt, wie diese Schlacht gewonnen werden könnte.

Damit es überlebt- argumentierte Ratzinger-muß Europa seine christlichen Wurzeln anerkennen und schätzen. Nur in Christus und Seiner Kirche kann Europa seine Identität finden und wenn diese Identität verloren geht, bleibt Europa verwundbar für die Angriffe jeder extremistischen Ideologie,
Europa kann nur Europa bleiben, wenn es die Geschichte seiner Kunst, seiner Geschichte, Musik und Kultur, annimmt.
Die Verbannung der Christlichen Wurzeln zeigt sich nicht als Ausdruck einer höheren Toleranz, sondern eher als die Verabsolutierung eines Denkmusters und eines Lebens, das dem der anderen historischen Kultur radikal entgegensteht.

Europa kann nur es selbst sein, wenn es zur traditionellen Verehrung und der Religion, die sie aus den Ruinen des Römischen Reiches gerettet hatte, und sie durch die Jahrhunderte hindurch genährt hatte, zurückkehrt.
Das ist einer der Gründe, warum er als Papst so viel dafür tat, die Feier der Traditionellen Lateinischen Messe zu fördern und zu  Es ..alle von uns die Reichtümer,  die sich in den Gebeten und im Glauben der Kirche entwickelt haben zu bewahren und ihnen ihren richtigen Platz zu geben."

Im Gegensatz zu Ratzingers Eingebundensein in die Europäische Kultur, wuchs Jorge Bergoglio im Peronistischen Argentinien in einem Milieu auf, das sich als unabhängig von den Europäischen Interessen und zivilisierter als der Rest Lateinamerikas sah. Seit seiner Wahl 2013 hat die Vorliebe des Papstes für den Dienst an der Peripherie und den Ausgegrenzten Europa ungeschützt und vernachlässigt gelassen.
Würden wir die ersten 3 Jahre ihrer beiden Pontifikate vergleichen, würden wir sogar einen Unterschied im Ton ihrer Pastoralreisen feststellen. Benedikt machte 5 Besuche ins Europäische Ausland außerhalb Italiens (zwei nach Deutschland, je eine nach Polen, Spanien und Österreich).
In der selben Zeit hat Franziskus Straßburg (für 4 Stunden) und Tagesreisen nach Albanien und Bosnien (keines von beiden Mitglieder der europäischen Union).

Jedes mal wenn Franziskus sich in die Peripherie begibt, läßt er die Tür zur Westlichen Welt offen und sie für Angriffe verwundbar. Das unterscheidet ihn nicht von den anderen politischen Führern und der regierenden Klasse der Europäischen Union, aber der Papst sollte es besser wissen und Europas Aparatschiks dafür zu Verantwortung ziehen, daß sie ihre Völker im Namen der political correctness des Multikulturalismus wie die Lämmer zur Schlachtbank führen.
Selbst 2016 haben die Worte und Taten des Papstes großen symbolischen und aktuellen Wert in der ganzen Welt. Eine gute..Serie von Plattitüden, die er jedesmal losläßt, wenn der Eiffelturm in den Farben verschiedener Flaggen illuminiert wird, werden den Enthusiasmus für Franziskus nicht mindern, der die Europas Politik der Beschwichtigung, Anpassung und Kapitulation vor den islamischen Immigranten echohaft wiederholt.

Weniger als eine Woche nach der Inauguration von Papst Franziskus am 19. März 2013 kündigte Magdi Allam an, die Kirche  zu verlassen, um "gegen ihren weichen Standpunkt gegenüber dem Islam zu protestieren." Und es war kein Zufall, daß dieser Akt mit der Wahl von Franziskus zusammenfiel. "Die Papolatrie" die die Euphorie für Franziskus entflammte und Benedikt XVI sehr schnell "archivierte", war der letzte Strohhalm in einem Gesamtbild von Unsicherheit und Zweifel an der Kirche" schrieb er.
Es ist immer traurig, jemanden die Kirche verlassen zu sehen, besonders Konvertiten, aber die Zerbrechlichkeit seines neu gefundenen Glaubens ist verständlich, besonders bei der schockierenden Wahl eines Papstes, der in seinen 3 Jahren als Papst nichts als Chaos, Verwirrung und Unordnung gesät hat.

Beim Nach-Hause-Gehen
Als die Oster-Vigil 2008 an diesem Heiligen Ostersamstag endetet, war die römische Metro schon geschlossen. Das machte mir nichts aus, und ich freute mich an diesem kühlen Märzabend, die Via Aurelia entlang in mein Hotel zu gehen. Das gab mir viel Zeit über alles das nachzudenken, was ich in dieser Hl. Woche- gipfelnd in der Oster-Vigil und der Konversion eines als Muslim geborenen Journalisten zum Glauben Christi. Sechs Monate später sollte ich im Seminar sein, enthusiastisch und durch Papst Benedikt XVI ermutigt, im Vertrauen, daß es für die Kirche immer noch möglich war, die müde und stehen gebliebene westliche Welt wiederzubeleben.

8 Jahre nach dieser Hl. Woche und jetzt 3 Jahre nach meiner Ordination, frage ich mich, ob es für mich leicht gewesen wäre, meine Berufung zum Priestertum zu erkennen, wäre Franziskus in meiner Zeit der Entscheidung Papst gewesen. Glücklicherweise ist das etwas, worüber ich nie lange nachdenke. Ich bin überzeugt, daß Gott uns Papst Benedikt XVI aus diesem Grund und vielen anderen Gründen gegeben hat: er hat nicht nur das Licht der Wahrheit, Klarheit und Sicherheit für so viele junge Männer verbreitet-einschließlich mir selbst- in unserer Zeit der Entscheidung,aber er ließ das Licht auch auf eine Gesellschaft scheinen, die so anämisch uns fade ist.

In Seiner Güte gab Gott uns 7 Jahre Überfluss, so daß wir stark werden und uns selbst stärken konnten. in der Vorbereitung auf die Jahre des Hungers, die dann folgten. Wir wissen nicht, wie lange diese Jahre des Hungers dauern werden, aber uns wurde Stärke für den Weg gegeben.
Diese Stärke finden wir im Patrimonium das Europa und die Kirche uns durch die Jahrhunderte gestärkt und bekräftigt haben. Diese Stärke finden wir in den Messen, die Mozart geschrieben hat, und in Dantes Poesie. Sie ist in den Theaterstücken von Shakespeare und in Brueghels Gemälden zu finden. In Santiago di Compostela im Westen und in der Sankt Marcus-Basilika im Osten. Aber vor allem findet man es immer, wenn die traditionelle Messe zelebriert wird.

Es ist diese Messe, die uns mit all denen vereint, die die gleichen Herausforderungen und Hindernisse, denen wir uns heute gegenüber sehen, überwinden mußten.
Es ist diese Messe, die die sterbende Welt retten und heiligen wird: und jedesmal, wenn die Einsetzungsworte geflüstert werden und die Heilige Hostie hochgehoben wird, wenn die Kirchenglocken geläutet werden und wir mit der Verwunderung unzähliger Generationen darauf schauen, "lasset und beten" und diese uralten Worte zu unseren eigenen zu machen: In hoc signo vinces.

Quelle: rorate caeli, Monsieur l`Abbé











  



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