Dienstag, 26. April 2016

"Die, die immer andere für die Wohltätigkeit bezahlen lassen,"

Das ist der Titel, den Rino Camilleri seinem Artikel in La Nuova Bussola Quotidiana gegeben hat.
Politisch korrekt im Sinne des links-grünen Soumission ist der nicht.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE, DIE IMMER DIE ANDEREN DIE WOHLTÄTIGKEIT BEZAHLEN LASSEN"

Unser Direktor Riccardo Cascioli hatte Recht, mit dem Finger auf den Slogan, der seit der letzten Zusammenkunft der Caritas wiederklingt, zu zeigen, nach dem der Empfang, den wir den Migranten bereiten, nur ein Akt der Wiedergutmachung sei.
Kurz der übliche Refrain ist, daß diese Armen wegen der Schuld der Reichen arm sind. Vergeblich sich in Erklärungen zu ergehen, um das aufzuzeigen, was daran nicht wahr ist. Absolut nutzlos.

Unglücklicherweise findet man in Leitungspositionen oft Leute, die ein guter Talentsucher als "Adjutant der Woche" katalogisieren würde, einer der mit der Organisation des täglichen Dienstes in einer Kaserne betraut werden sollte, sich aber statt dessen als Kommandant einer Militär-Region wiederfindet, ohne jemals eine Hochschule für strategische Studien besucht zu haben,

Nachdem das gesagt ist, erinnere ich mich daran, daß vor einigen Jahren in einer Talk-Show ein ganzes Viertel gegen seinen Pfarrer aufbegehrte.
Er, der von Wohltätigkeit überschäumte, hatte die Türen von Gebäuden im Besitz der Pfarrgemeinde für einer unbegrenzte Anzahl afrikanischer Immigranten geöffnet. Und sehr schnell war das Viertel- vorher sauber-ordentlich und friedlich- zu einem unbewohnbaren Ort geworden.
Schlägereien, kleiner Rauschgifthandel, sexuelle Belästigungen, Drohungen, Einschüchterungen, open-air-Erledigung körperlicher Bedürfnisse: kurz gesagt die übliche Choreographie, gegen die wir Italiener schon eine Hornhaut gebildet haben.

Resultat: Kinder die zu Hause eingeschlossen wurden, geschlossene Rolläden, Bürger-Patrouillen in den Straßen
Offensichtlich haben diese letzten Ereignisse dann die Sozialzentren und die schönen Seelen der Gutmenschen aufbegehren lassen. Die Liga Nord war dann auf die Straßen gegangen und die Scheinwerfer der Medien gingen an, blendend hell, über einem Stück Provinz - das bis dato ruhig war.

Der wahre Verantwortliche für diesen Saustall (tut mir leid, Anlehnung an ein Wort des Papstes) war der Pfarrer, eine total inkompetente und inadequate Person. Aber im Fernsehen fuhr er fort, die Härte der Herzen seiner Pfarrkinder zu beklagen, deren schwerer Mangel an Solidarität nur der Verachtung und des Tadels wert sei.

Dieser Mann war das perfekte Beispiel eines außerordentlichen Mißverständnisses der Katholischen Lehre. Wie es deine andere Wange ist, die hingehalten werden soll, sind es deine Taschen, in die du greifen sollst, wenn Dein Herz von Nächstenliebe überquillt, und nicht die eines anderen, der als Nächsten jemanden anderes lebt als du.




Hier ein anderes Beispiel: bei der Wallfahrt einer Gruppe ins Heilige Land, wurde uns ein begleitender Pfarrer zugeteilt.  Der uns während der gesamte Pilgerfahrt nicht seine ständigen Loblieder auf unsere "jüdischen Brüder" und unsere "muslimischen  Brüder" ersparte.
Und er ersparte uns sein -ich sage nicht angeekeltes- aber fast- Gesicht, wenn wir unsere Rosenkränze hervorholten und den Rosenkranz lateinisch rezitierten, was uns in seinen Augen als "rechte" oder "integristische" Katholiken klassifizierte. Anders gesagt: das absolut Böse.

In Zeiten der Verwirrung, wie die in der wir leben, wo die Priester die Laien machen und die Laien den Priester, zeigt jeder sein Verständnis des "wahren Christentums", das zum Jakobinismus wird, weil er vorgibt, von allen zu verlangen, das zu bekennen,

So kommt es oft vor, daß irgendein Leser mir erklären will, wie sich die Heiligen betragen haben. Mir. Nachdem ich mich mit (heiliger) Geduld gewappnet habe, antworte ich, daß Katholiken Christus nachahmen sollen und nicht die Heiligen.
Das, was die Heiligen taten, ist weit davon entfernt, einer den anderen zu imitieren,
Und jene, die bevor sie irgendeine kuriale Biographie gelesen haben, schicke ich zurück zu den ernsthaften Essays. Die sind sicher ermüdend, mit so vielen Seiten, Fußnoten, Bibliographien.
Aber es ist die einzige Möglichkeit, das Christentum kennen zu lernen, das der Fakten und nicht das sentimentale des "do it yourself"-Affektes.

Also gut, die Tatsachen sagen uns, daß als die mittelalterlichen franziskanischen Theologen festgestellt hatten, daß einige zu reich waren und viele andere viel zu arm, haben sie keine Einbruchs-Invasionen in die Häuser der Reichen organisiert, sondern christlicherweise  nach einer Lösung gesucht, die niemandem Unrecht tat, selbst nicht den Hartherzigen.
Sie haben den "Monte di Pieta" erfunden (den Berg der Barmherzigkeit), von Spenden der Reichen guten Willens alimentierte Institutionen, an die die Armen sich wenden konnten, um aus ihrer Not herauszukommen. ( Sie boten die Möglichkeit, sich gegen geringen Zins oder gratis Geld zu leihen).

Ich erspare Ihnen die Namen dieser Theologen, weil die Kirche sie gut kennt und sie alle kanonisiert hat, Das sind die wahren Heiligen. Die Wohltätigem von heute sind vielleicht guten Glaubens, aber Heiligkeit ist intelligent.
Afrika und den Mittleren Osten auf dem Weg nach Italien zu durchqueren, in der Hoffnung, daß sie nach Italien in den ganze Westen ausschwärmen können, das ist Ideologie, nicht Heiligkeit.
Es ist nicht einmal Güte. Wie alle Ideologien gründet sie sich auf den Hass gegen einige, nicht auf die Liebe für alle. Und wie alle Ideologien wird sie im Desaster enden.

Quelle:Rino Camilleri, La Nuova Bussola Quotidiana


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