Samstag, 23. April 2016

Die verrückte Barmherzigkeit

Der spanische Schriftsteller und Journalist Juan Manuel de Prada schreibt auf dem Portal "religionenlibertad" harschen Klartext über eine Christliche Barmherzigkeit, die die materiellen Bedürfnisse vor die spirituellen stellt. Gefunden haben wir ihn bei BenoîtXVI-et-moi.
Der Bezug des Textes zu einem Ereignis der allerjüngsten Vergangenheit ist unübersehbar.
Hier geht´s zum Original:  klicken

                                     "DIE VERRÜCKTE BARMHERZIGKEIT"

Chesterton hatte uns gewarnt, daß die moderne Welt von den alten christlichen aber verrückt gewordenen Tugenden überschwemmt werden wird.
Und wie können Tugenden verrückt werden?
Sie werden wahnsinnig, wenn sie von einander isoliert werden.
So wird z.B. die christliche Barmherzigkeit eine verrückte Tugend, wenn sie von der Wahrheit getrennt wird, oder noch expliziter, wenn die Werke der materiellen Barmherzigkeit denen der spirituellen Barmherzigkeit entgegen gestellt werden.

Vor dieser Gefahr hatte uns schon Donoso Cortes gewarnt, indem er eine Kirche vorhersagte, die sich damit zufrieden gibt, sich der körperlichen Nöte der Armen anzunehmen und damit endet, ein Instrument im Dienst der Welt zu werden, die, während sie sich um das körperliche Wohlergehen der Bedürftigen sorgt, gleichzeitig ihre Seelen zerstört.
Eine Kirche, die wegen der materiellen Bedürfnisse der Menschen (...) dringend erwünscht wäre und sich nicht darum kümmerte, das Wohl ihrer unsterblichen Seelen sicher zu stellen, würde aufhören Kirche zu sein, und ein Instrument der Welt werden, in einer Welt, die offensichtlich diesem unbalancierten, verrückten Aktivismus applaudieren würde.

Um die Wirkung dieser verrückten Barmherzigkeit, der die Welt applaudiert, besser zu verstehen, muß man zurückgreifen,und zwar eher als auf gewisse Theologenfrösche aus dem Weihwasserbecken (die uns eine sirupartige Version der Barmherzigkeit anbieten, die dieser Tugend komplett widerspricht) beispielsweise auf den Film "Viridiana" des als "Pfaffenfresser" bekannten Regisseurs L.Bunuel-(weil die Pfaffenfresser immer die besseren Theologen sind)
Die Protagonistin Viridiana -die sich am Selbstmord-Tod ihres Onkels schuldig fühlt-entscheidet sich, auf ihr Klausurleben als Nonne zu verzichten und statt dessen eine Gruppe von Bettlern und Vagabunden bei sich aufzunehmen, Sie bietet ihnen ein Dach und Essen an (Werke der materiellen Barmherzigkeit) und vernachlässigt das Heil ihrer Seelen, das sie durch ihr Gebet wirkungsvoller hätte sichern können.




Unvermeidlich lassen die Bettler und Vagabunden auf pharisäerhafte Weise  erkennen, daß die verrückte und aktivistische Barmherzigkeit Viridianas der Verrückten, sie alle gut gemacht hat , aber sobald sich ihnen die Gelegenheit bietet, greifen sie sei an, und bestehlen und vergewaltigen sie, sie zeigen sich als Vandalen, machen sich gleichzeitig auf sakrilegische Weise über Viridianas Glauben lustig und  improvisieren ein orgiastisches Mahl, mit dem sie das Letzte Abendmahl parodieren,



                                                     "Abendmahl"Szene aus dem Film Viridiana


Das ist das Mindeste, was derjenige verdient, der aus Barmherzigketi einen unausgewogenen Aktivismus zeigt und den Feind ins Haus eintreten läßt.

Und noch einmal zu Viridiana- in ihrer Kultur der verrückten Barmherzigkeit - wird die Sünde des Exhibitionismus noch nicht einmal begangen, diese Sünde, die heute die bevorzugte Dekoration der verrückten Barmherzigkeit ist.
Ein Exhibitionismus, der vor den Kameras vollführt wird, in einer schockierenden und sakrilegischen Parodie dessen, was Christus in der Bergpredigt gepredigt hat "Achtet darauf , daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Menschen übt." "Wenn du also Almosen gibst, soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut," usw. Das ganze Predigen Jesu ist ein Kampf gegen das Herausstellen von Tugenden.

Das ist es, was Jesus predigt, der Kampf ohne Waffenstillstand gegen die Zurschaustellung der Tugenden, die sobald sie zur Schau gestellt werden, aufhören solche zu sein und gegen die, die aus ihrem Zur-Schau-Stelleen einen modus vivendi gemacht haben.

Authentische christliche Barmherzigkeit schaut zuerst auf das Seelenheil des Bedürftigen, und wenn diese einmal sichergestellt ist, kümmert er sich um die materiellen Bedürfnisse.
Das ist es, was der Hl. Paulus mit Onesimos tut, dem heidnischen Sklaven, den er zuerst zum Christentum bekehrte und taufte und den er, nachdem sein Seelenheil gesichert ist, zu Philemon schickt, der ihn bei sich aufnimmt,

Diesen Prozess umzukehren (oder das, worum sich der Hl. Paulus bemüht, zuerst und ohne zu zögern zu tun, sine die aufzuschieben) ist eine verrückte Barmherzigkeit, der die Welt augenscheinlich rückhaltlos applaudiert.

Quelle: religionenlibertad, J.M.de Prada, BenoîtXVI-et-moi





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