Mittwoch, 6. April 2016

George Weigel - Das G-Wort ist ausgesprochen.

George Weigel schreibt bei "First Things" über die Christenverfolgung im Mittleren Osten und begrüßt, daß jetzt-ganz offiziell das "G-Wort"-Genozid-verwendet wird. Wir können nur hoffen, daß dieser Verbal-Neuerung auch Taten folgen, die die Lage für die Verfolgten verbessert.
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                      "NACHDEM DAS G-WORT AUSGESPROCHEN WURDE."

"In der frühen Kirche wurden Glaubenszeugen, die gefoltert aber nicht getötet wurden, als "Märtyrerzeugen" bekannt. Es ist eines der großen Privilegien meines Lebens, solche Männer und Frauen gekannt zu haben,
Tschechische Priester, die Jahre als Sklavenarbeiter in Uranminen verbrachten, Litauische Priester und Nonnen, die zum Perm-Camp 36 verurteilt wurden, ein ukrainisch-griechisch-katholischer Gelehrter, der die bis in die Knochen dringende beißende Kälte des Sibirischen Winters kannte, wegen seiner Treue zu Christus und dem Bischof von Rom.
Diese modernen  Märtyrerzeugen sind Teil der großen "Wolke von Zeugen",die eine lebendige Verbindung zwischen der Kirche jetzt und hier und der Versammlung der Erstgeborenen, die im Himmel sind"  (Hebräer 12; 1, 23)

Ich hüte die Erinnerung an und die Freundschaft mit diesen großen Seelen wie einen Schatz.
Jede ihrer Geschichten ist bemerkenswert, und auch die ...die sie zeigten, als ich sie kennen lernte- den Sinn, den sie ganz natürlich, daß es ein Privileg war, für den Glauben zu leiden.
Vergleichende Martyrologie ist in der Gesellschaft solcher Helden unangebracht.
Dennoch hatte keiner der Märtyrerzeugen, die ich kennenlernte, eine Geschichte wie Pater Douglas Bazi, aus der Chaldäisch-Katholischen Kirche von Erbil, den ich vor 3 Wochen getroffen habe.
Einfach weil der Christ ist und Katholischer Priester,sind Pater Bazi die Zähne ausgeschlagen worden seine Nase zertrümmert, sein Rücken einem Hammer bearbeitet worden.

Und das passierte, bevor der IS  große Teile des Iraks in eine Killing-zone verwandelte, in der christliche Leben automatisch auf dem Spiel steht.
Heute lebt Pater Bazil mit seinem exilierten Volk in der autonomen Kurdischen Region des zerfallenden Iraks.
Der ISIS-Angriff auf sein Volk, erzählte er mir- war nur der letzte von 8 verschiedenen Angriffen auf Chaldäische Katholiken während der letzten 100 Jahre, die das, was einmal eine Bevölkerung von 3 Millionen war auf verbliebene 180.000 reduzierte.




In der brutalen Politik der Region, in der der Rückzug der Amerikaner weitere 7 Dämonen, schlimmer als die ersten - heraufbeschwor, sind die chaldäischen Christen besonders gefährdet, weil die - wie Pater Bazi es ausdrückt - das Spiel nicht so spielen können wie die anderen, sie können sich nicht in Rache-Morden ergehen, weil ihre Religion ihnen verbietet, das zu tun.

Pater Bazi war in Washington,um im Repräsentantenhaus für sein Volk zu zeugen. Wenige Stunden nachdem wir gesprochen hatten, stimmte das Repräsentantenhaus dafür, die Angriffe des IS auf Christen, Yeziden und Schiiten, in den von ihm kontrollierten Gebieten des Iraks und Syriens als Völkermord zu beschreiben. Das Neue und Begrüßenswert in Kerrys Aussage war, die Christen als Ziel eines Völkermordes zu erwähnen.

Das wäre nicht passiert, ohne die unermüdliche, dauerhafte Arbeit der Menschenrechtskämpferin Nina Shea, die für Wiedergutmachung für die verfolgten Christen des Mittleren Ostens kämpfte, mit einer Zähigkeit, die den höchsten Respekt verdient.

Das wäre nicht ohne die Führung des Kongressabgeordneten Jeff  Forstenberry aus Nebraska passiert, der die Resolution ins Haus einbrachte, die am 14. März passierte, während Pater Bazi von der Galerie aus zuschaute.
Und Kerrys Äußerung hätte es nicht gegeben, ohne den Nachdruck eines Reports "Völkermord an den Christen des Mittleren Ostens", das die Knights of Columbus und die Organisation "In defense of Christians" vorbereitet haben.
Ein bemerkenswert detaillierter Bericht über die antichristlichen Verfolgungen und Zerstörungen und Schlächtereien, der an den Außenminister adressiert war und eine kurze juristische Begründung enthielt, warum das G-Wort ins Spiel gebracht werden müsse und die Sache wurde an die Kriminalabteilung des Justizministeriums und an den Sicherheitsrat der UN weitergeleitet.

Pater Bazi war sich bewußt, daß das Aussprechen des G-Wortes für sein Volk nichts verändern würde. Aber er begrüßte die Resolution im Kongress, die Aktionen der Regierung, weil es die fortdauernden Grausamkeiten bei ihrem richtigen Namen nennt und so seinem Volk Hoffnung gibt, daß jemand weiß und sich jemand kümmert.
Dieses Kümmern sollte sich jetzt darauf erstrecken, den Chaldäischen Katholiken dabei zu helfen, ihre Gemeinden im Westen wieder aufzubauen.

Quelle: George Weigel, First Things

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