Samstag, 30. April 2016

Gestern Abend in Rom


Marco Guerra   berichtet für La Nuova Bussola Quotidiana  über das gestrige Ereignis an der Fontana di Trevi . Wir greifen darauf zurück, weil in unserem Land ÖRM und Politik sich lieber
über mögliche Verletzungen von Rechten von Muslimen in ihren Moscheen durch Überwachung sorgen und öffentlich darüber palavern, während das Schicksal noch so vieler abgeschlachteter  Christen von ihnen als Neuheiden der verschiedenen modernen Götzenreligionen ( Mammon,
Macht, Sex und Gaia) achselzuckend als nicht weiter erwähnenswerte Petitesse betrachtet wird.
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            "DIE FONTANA DI TREVI: ROT FÜR DAS BLUT DER MÄRTYRER"

"Freitag Abend wurde die Fontana di Trevi in rotes Licht getaucht, um an das Blut der christlichen Märtyrer unserer Tage zu in erinnern.
Die Initiative zu dieser Aktion kam von der italienischen Sektion der Päpstlichen Stiftung Hilfe für die Kirche in Not.
Sie sollte die Scheinwerfer auf die zahlreichen christlichen Kinder, Frauen und Männer richten, die
in allen Teilen der Welt aus Hass auf den Glauben verfolgt und ermordet werden.

Auf den schneeweißen Marmor des berühmtesten Brunnens der Welt, gerade erst in seiner Pracht nach langen Restaurierungsarbeiten wieder erstanden, wurden außerdem Bilder aus den Gebieten
der Welt projiziert, in denen Christen verfolgt werden.
Augenblicke, in denen der Schleier des Verschweigens, der darauf abzielt die Massaker und Leiden zu leugnen, die den Christen zugefügt werden, die in jenen Gebieten des Mittleren Orients, Asiens und Afrikas leben, wo radikale Gruppen wüten,die Hass und Gewalt säen.
Und in der ungewohnten Stille an diesem sonst von Horden fremder Touristen belebten Ort folgten die Fotos von entweihten Gemälden, zerbrochenen Kruzifixen, dem Erdboden gleichgemachten Kirchen und dann die Gesichter von Asia Bibi, Don Andrea Santoro und der 21 äthiopischen Kopten, in orangefarbenen Overalls an libyschen Stränden von Söldnern des IS enthauptet.





Vom selbsternannten Islamischen Staat in Syrien und im Irak zu Boko Haram in Nigeria, über die Verfolgung durch den Staat und ein ungerechtes Gesetz gegen Blasphemie in Pakistan.
Jeden Tage wird das Millionen von Christen zustehende Recht auf Religionsfreiheit verletzt.
Jeden Sonntag riskieren Tausende von ihnen ihr Leben, um sich in einer Kirche zu vereinen ohne zu fragen, ob sie lebend zum Mittagessen zurück kehren.



Martyrium bedeutet Zeugnis und die Seelen der privilegierten westlichen Christen, die auf dem Platz dabei waren, wurden - als Beispiel für viele andere- durch 4 Zeugnisse des Martyriums erschüttert, von den Zeugnissen einer Mitschwester der Schwestern der Missionare der Barmherzigkeit, die im vergangenen März im Yemen ermordet wurden, von Professor Shahid Mobeen, Gründer der Vereinigung Pakistanischer Christen in Italien und Freund von Shabaz Bhatti, dem katholischen Minister für die Minderheiten in Pakistan, der 2011 ermordet wurde, von Maddalena Santoro, Schwester von Don Andrea Santoro, 2006 in der Türkei ermordet und von Luka Loteng, Student in Kenia, als Repräsentant seiner 2015 auf dem Campus von Garissa ermordeten Altersgenossen.

Im Verlauf des Abends haben auch der Präsident von Kirche in Not International, Kardinal Mauro Piacenza, der Präsident von Kirche in Not Italien, Alfredo Mantovano und Msgr. Antoine Audo, Bischof von Aleppo, der Märtyrerstadt in Syrien gesprochen


                     

Rede von Kardinal Mauro Piacenza_

"An diesen Abend sind wir hier, im Herzen dieser Stadt, in der die Heiligen Apostel Petrus und Paulus und eine riesige Schar von Glaubenszeugen ihr eigenes Blut aus Treue zu Jesus Christus vergossen und so u.a. die erste Seite der Gewissensfreiheit geschrieben haben und in der wir eher fähig sind, die Mission der Stiftung Hilfe für die Kirche in Not zu verstehen,
Sie steht auf und verteidigt die verfolgten Christen, um die Leiden zu lindern. Ihre Stimme ist die eines unbequemen Propheten, der provoziert und dazu anstiftet, das einzig notwendige zu tun: die nach Brot und Gerechtigkeit Hungernden, in denen wir Jesus sehen, zu speisen. Man betet und handelt, damit die Herzen der Menschen sich öffnen, um die Tränen Gottes zu trocknen, wo 
immer er sie weint. Man muß auch sogar die Verfolger lieben und erziehen, die Kirche als einen Körper zu verstehen.

Man könnte sich auch fragen, ob es in Zukunft noch verfolgte Christen geben wird, denen man helfen kann. Erinnern wir uns also an die Worte Christi: "Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen" (Joh. 15, 20) 
Solange es Christen gibt, wird es auch verfolgte, arme, ungeschützte Christen geben,
Ununterbrochen zieht der Schatten des Blutes durch die menschliche Geschichte, seit dem Tag als Kain die Hand gegen seinen Bruder Abel erhob, bis zu den durch Gewalt Getöteten dieser Tage und wir wissen, daß dieses Drama geheimnisvollerweise bis zum Ende der Geschichte weitergehen wird.
Welchen Sinn  kann diese dramatische Blutspur haben? Daß Gott ein Gott ist, der das zuläßt?

Zentrum des Kosmos und der Geschichte ist Christus und sein am Kreuz vergossenes Blut, sein durch die Lanze vergossenes Blut, das die Macht hat, den Sinn des Leidens ganz und für immer zu verändern.
Sicher bleibt das Böse das Böse und bleibt in dem Sinn immer unauslöschlich, wenn man es nicht mit dem Guten, mit aller kraft und allen Kräften der Menschen guten Willens bekämpft.
Gedenken wir an diesem Abend des Blutes der christlichen Märtyrer, vergossen durch Gewalt von Menschen und durch die Sünde der Welt. 
Wie Papst Franziskus sagt: " Auch das Schweigen und das Verschweigen sind Sünde."

Seien wir uns bewußt. daß dieses Blut durch Christus erhoben und durch seine Göttliche Macht in ein "Opus salutis" verwandelt wurde, ein Werk der Rettung, weil es mit der erlösenden Passion des einzigen Erlösers verbunden ist, und so zu einer stellvertretenden Buße wird.
In den letzten Jahrzehnten, die gerade durch das wertvolle Gefüge des interreligiösen und interkulturellen Dialogs beeinflußt wurden, haben wir verschiedene Wege gesucht, um einander zu begegnen. jemand hat behauptet, man könne anonymer Christ sein, andere daß das Christentum ein möglicher Weg unter anderen sei und nicht Der Weg, um Gott zu begegnen.

Demütig bekenne ich, daß die christlichen Märtyrer und mit ihnen alle Christen, eine wahre Aussendung als Vikare befolgen, für Christus, durch Christus und in Christus, zum Nutzen aller Menschen,
Und deshalb- während wir uns zum Lob um sie scharen- und mit ihren Familien um die gewaltsam Getöteten weinen, richten wir eine Hymne an Gott zum Lob für diese Brüder, die in die Herrlichkeit des Paradieses eingetreten sind, mit der Palme des Martyriums in der Hand und mit der Krone der Glorie gekrönt.
Wir sind sicher, daß die einzige Rettung, die Christus uns am Kreuz gewonnen hat, heutzutage durch sie auch zu uns kommt, auch weil das Christentum eine strukturell martyrologische Dimension hat, die es noch fruchtbarer macht, im Glauben, in der Liebe und in der Zukunft,
Einen besondern Dank möchte ich an die Organisatoren dieser Initiative richten, an die, die sie ermöglicht und die daran gearbeitet haben, in dieser Stadt, dem Ort, wo der Glaube von Milliarden und die Bewahrungsstätte eines riesigen spirituellen Erbes aufeinander treffen, das nicht ein Museum der Erinnerungen ist sondern das sich lebendig in der Konstruktion der Zivilisation der Liebe ausdehnen muß."

"Allerheiligste Maria, Königin der Märtyrer. unterstütze unser tägliches Zeugnis im Martyrium 

der Geduld und mache uns empfänglich für die Bedürfnisse derer, die in Gefahr sind und bereite uns auf die höchste Begegnung mit dem Erlöser vor, die dann geschehen wird, wenn Gott es will." 

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana




   

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