Donnerstag, 28. April 2016

Vatileaks-II-Prozess

A. Gagliarducci kommentiert bei ACI-Stampa den Fortgang des Vatileaks II-Prozesses vor dem Vaticanischen Tribunal. Hier geht´s zum Original:  klicken


                 "VATILEAKS II,  JETZT BEGINNEN DIE ZEUGENANHÖRUNGEN"


                         Anhörung beim Vaticanischen Tribunal Foto: L'Osservatore Romano / ACI Group

Die Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen Chaouqui, Msgr. Abbondi und Msgr.Vallejo wurden intensiver und das ließ an einen "Freundschaftsbund"denken, weil dieser modus operandi eine Anomalie war.

Die COSEA -Begegnungen, enthüllte Fralleoni, spielten sich hinter verschlossenen Türen im Büro Vallejos ab, nicht am Sitz der Kommission in Santa Marta.
Fralleoni wußte damals nichts von den Treffen, sagte aber, daß Msrg.Vallejo zu ihm über eine Trennung von den Vaticanischen Museen gesprochen habe, um sie in eine Stiftung zu verwandeln.- so wie es Msgr Abbondi schon Jahre vorher gedacht hatte,


Nach dem Zeugnis von Fralleoni verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Vallejo und dem Personal der Präfektur kontinuierlich, die Arbeit der COSEA ging nicht voran, so sehr, daß die Ex-Nr.2 der Präfektur in der Einschätzung durch die Angestellten bei "unfähig und ein Faulpelz" landete in einem schlechter werdenden Klima, bis hin zu physischer Gewalt wie "Stöße und Schubsereien." von Msgr. Vallejo. Fakten die an die zuständigen Institutionen gemeldet wurden.

Fralleoni betonte auch, daß Msgr. Vallejo aber Chaouqui als "wertvolle Person" einschätzte, wichtig für die Beziehung zu den Medien", so sehr, daß er darauf bestand, sie in die Kommission aufzunehmen,
Dann sprach Fralleoni über einige relevante Episoden. Bevor er die Arbeit bei COSEA aufnahm, sagte Fralleoni, zeigte Vallejo dem Buchhalter einen USB-Stick mit der kompletten Akte des Scarano-Falles", Material das von der Italienischen Staatsanwaltschaft stammte, Chaouqui ausgehändigt worden, und der Msgr. Vallejo dazu diente, zu zeigen, wie man Zugang zu vertraulichen Dokumenten bekommen konnte.
Fralleoni sprach dann auch über die dauernde Anwesenheit von McKinsey und KPMG in der Präfektur- über die Bürostunden hinaus.
Dann sprach er von schwerwiegenden Unregelmäßigkeit: dem Entschluss einige Dokumente zu fotokopieren,"Kontoauszüge der IOR über alle Lagerbestände des Hl. Stuhls, wichtige Dokumente, die die Causa dei Santi betrafen und ein Bündel Akten über die Bilanzen und Verbindungen der Päpstlichen Basiliken. Eine Anomalie, weil diese Dokumente schon im Archiv der Präfektur waren und in elektronischer Form der COSEA zur Verfügung standen.
Fralleoni glaubte an eine außerinstitutionelle Nutzung der Akten und stellte fest, daß
man in dem Augenblick, in dem man versuchte, zu verstehen, sah, wer gegen die Reformen und den Willen des Hl.Vaters war.

Dann hat Fralleoni von einem Kofferset gesprochen, das 2014 für die COSEA c/o Präfektur ankam. "Maio behauptete" sagte Fralleoni,"daß es Ordner für die Tätigkeit der Kommission waren, aber der Chef sah ihn mit einem dieser Koffer weggehen"

Das liest sich wie der Bericht von Radio Vatican, daß "an diesem Punkt Francesca I. Chaouqui im Gerichtssaal mehrmals laut und gestikulierend die Stimme erhob, um zu kommentieren und sich an den Gerichtspräsidenten zu wenden, um zu sagen, daß es nur Koffer waren und daß sie erklären könne, warum sie in ihrem Besitz waren."

Fralleoni bemerkte auch, daß einige Passagen in den Büchern (von Nuzzi und Fittipaldi) ihn an eine Art Kontrolle denken ließen, weil es war, als habe irgendwer etwas anderes gefilmt als das Gehörte. Mir wurde gesagt"fügte er hinzu, "daß es in der Präfektur Abhöranlagen gab, aber das kann ich nicht bestätigen."

Fralleoni ist nicht mehr im Vatican beschäftigt, er wurde am 29.Oktober 2015 aus dem Dienst in der Präfektur beurlaubt, weil seine Rolle nicht mit seinem Auftrag als Präsident der Stiftung Bambino Gesu und der Stiftung Padre Luigi Maria Monti zu vereinbaren seien, Aufträge von denen-wie er bestätigte- Msgr. Vallejo Kenntnis hatte. Und der hatte die Suspendierung unterschrieben, aber Fralleoni weiß nicht, ob das wirklich seine eigene Entscheidung war."
Quelle: ACI Stampa, A Gagliarducci


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