Montag, 23. Mai 2016

Das Katholische Gebetsfrühstück in Deutschland - eine Fiktion.

Man stelle sich vor, in Berlin würde es einmal im Jahr ein gemeinsames Frühstück von hochrangigen Politikern und Kirchenleuten geben:
Wie so oft bei diesen Treffen wären alle dabei. Hochrangige Politiker aus Regierung und Opposition und ebenso hochrangige Kirchenleute. Und natürlich die "engagierten Laien", die gerne bei solchen Anlässen ihre Wichtigkeit demonstrieren.  Auch die Creme de la Creme der Medienvertreter wäre bei solchem Anlass sicher dabei, denn in einem glanzvollen Rahmen würde getafelt, was das Zeug hält. Und es würde über Gott und die Welt geredet. Man würde sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich die eigene Wichtigkeit bestätigen.
Dann würde der Bundestagspräsident - der derzeit wichtigste Katholik im Land - eine Rede halten.
Natürlich würde er nicht, wie sein amerikanisches Pendent (Speaker Ryan) über seinen Glauben reden, seine Glaubenserfahrungen einbringen und sein tägliches Glaubensleben als etwas selbstverständliches betrachten. Wir können uns denken, was dem deutschen Parlamentspräsidenten bei einer solchen Gebetsbegegnung einfallen würde ... es wurde in den letzten Jahren sehr stark und sehr laut kommuniziert.

Sie ginge es dann weiter - aber dann würde den verdutzten Anwesenden ein wirklicher Katholik präsentiert. Als Gastredner würde Kardinal Sarah, der Autor des Buches "Gott oder Nichts" - und Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung eine bemerkenswerte Rede halten.
Nach dem ersten Schreck könnte Kardinal Sarah von den Versammelten sicher einen freundlichen verhaltenen Beifall erhalten ... aber im Laufe des Gesprächs wäre Schockstarre angesagt.
Kardinal Sarah würde vor die Versammelten treten und die gleiche Rede halten, die er vor dem amerikanischen  Catholic Prayer Breakfast gehalten hat.
Er forderte dort die anwesenden katholischen Politiker auf, " gegen die Verbannung Gottes aus der Gesellschaft zu kämpfen und Widerstand zu leisten gegen die ideologische Kolonialisierung". So könnten die Christen helfen, gegen die weltweite Bedrohung der Familie und der Religionsfreiheit zu bestehen." Weiter sprach von der "dämonischen Genderideologie" und "der Auslösung kulturellen und ideologischen Drucks, der versucht, die Christen von ihrem Gewissen zu trennen..."


Die gesamte Rede des Kardinals kann man hier bei CNA-Deutschland in deutscher Übersetzung nachlesen und es ist einfach grandios, wie Kardinal Sarah zu seinem Glauben steht und dessen Wahrheit verkündet - unerschrocken, ein wahrer Fels in der Brandung.

Und jetzt muss ich ehrlich zugeben, dass ich bei einer solchen Veranstaltung gerne mal "Mäuschen" spielen würde, um live mitzuerleben, was danach passieren würde.

Als erstes würde ich zum Ende der Rede erst mal Beifall hören - aber dann? Betroffenes Schweigen. Nicht, weil Kardinal Sarah die Wahrheit ausgesprochen hat. Sondern darüber, dass Kardinal Sarah es gewagt hat, in diesem Rahmen so wenig politisch korrekt zu sein und dem einen oder anderen Kirchenvertreter, die ja gerade dabei sind, die Christen von ihrem Gewissen zu trennen, einen Spiegel vorzuhalten,
Und sobald das Buffett geräumt wäre, würden sich zuerst die Medienvertreter nach draußen begeben, um das "politisch unkorrekte Zeug" sofort in die Welt hinaus zu tragen, mit der Drohung, dass solches Verhalten bei den deutschen Kirchenvertretern nicht geduldet würde. Die anderen würden noch erschrocken weiterdiskutieren, wie man diesen Angriff auf die (Danke Dr. Kissler) "Eiapopeia-Verkündigung" möglichst stillschweigend unter den Teppich kehren könnte. Oder man versucht ein weiteres Mal eine Erklärung zu finden, warum dieser Mann aus Afrika so gar nicht "auf Linie" ist, obwohl er doch schon so viele Jahre an der Kurie arbeitet. Ja, und da käme dann bei mir das große Gähnen, weil diese Erklärung kennen wir ja schon: Die bösen Afrikaner wurden ja schon von Kardinal Kasper beschimpft, weil sie ihm während des 1. Teils der Familiensynode in "die Parade gefahren" sind. Und mindestens genauso hübsch war dann die Erklärung von Herrn Odendahl bei katholisch.de ....

Mäuschenspielen kann halt manchmal ganz schnell langweilig werden.

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