Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Krise der Kirche, Primat & Unfehlbarkeit des Papstes, Unzerstörbarkeit der Kirche und Pflicht zum Widerstand. Teil 4 der Rede Roberto De Matteis.

Fortsetzung und Ende der Rede über die Krise in der Kirche, die Roberto De Mattei im Life-Forum gehalten hat;

"Der Papst ist nicht wie Jesus Christus, ein Menschen-Gott. In ihm ist keine Göttlichkeit, die sein Menschsein aufnimmt. Er hat keine zwei Naturen, eine menschliche und eine göttliche in einer Person. Der Papst hat nur eine Natur und ein Person, eine menschliche, er trägt die Marke der Ursünde und zur Zeit seiner Wahl nicht in der Gnade bestätigt. Er kann sündigen und Fehler machen, wie jeder Mensch, aber seine Sünde und Irrtümer sind schwerwiegender als die aller anderen Menschen, nicht nur wegen der größeren Konsequenzen, sondern auch weil jede Handlung, die nicht mit der Göttlichen Gnade übereinstimmt, so viel größer ist, weil die Hilfe, die er vom Hl. Geist bekommt größer ist.

Dennoch gibt es neben dem Römischen Primat und der Unfehlbarkeit eine dritte Glaubenswahrheit, die als Dogma betrachtet werden kann, sogar wenn die Kirche es nie in einem eigenen Dekret verkündet hat, das Dogma der Unzerstörbarkeit der Kirche. (Diese)Unzerstörbarkeit wurde durch Jesus Christus selbst bestätigt, als er sagte: "Du bist Petrus und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden." (Matth.16,18) 

Was bedeutet Unzerstörbarkeit? Sie bedeutet nicht, daß die Kirche keine Fehler macht. Sie bedeutet, wie Theologen erklären, daß die Kirche am Ende der Welt mit sich selbst identisch sein wird, ohne Veränderung ihres Wesens, das Jesus Christus ihr gegeben hat.

Unzerstörbarkeit ist eine übernatürliches Eigenschaft der Kirche, die nicht nur bedeutet, daß sie nicht verschwindet, sondern auch daß sie sich nicht verändern wird. Sie wird genau so bleiben, wie Jesus Christus sie gegründet hat, bis zum Ende der Welt. Die Kirche wird immer bleiben mit ihren Charakteristika, ihrer Konstitution, ihrer Lehre- identisch in sich selbst: ein Glaube, monarchisch und hierarchisch in der Form, sichtbar organisiert, ewig......, für alle Menschen und Zeiten gleich, ohne daß eine Konversion oder Rekonversion möglich wäre.
Das Dekret "Lamentabilis" des Hl. Pius X, verdammt die Proposition 53  der Modernisten, nach dem "Die organische Konstitution der Kirche ist nicht unveränderlich: aber die Christliche Gesellschaft nicht weniger als die menschliche Gesellschaft sollte Subjekt einer fortwährenden Evolution sein." 

Die Kirche ist unzerstörbar und dennoch- in ihrem menschlichen Teil kann sie Irrtümer begehen und diese Irrtümer, dieses Leiden kann durch ihre Kinder und sogar durch ihre Diener verursacht werden.
Die Institution  wird mit den Menschen verwechselt, die sie repräsentieren. 
Die Stärke des Papsttums kommt  nicht aus der Heiligkeit Petri genau so wenig wie Petri Fehlbarkeit Schwäche bedeutet: weil es die öffentliche Person des Papstes, nicht seine private Person, an die Jesus die Worte richtete: "Du bist Petrus, auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen."

Der Papst ist weder Jorge Bergoglio noch Joseph Ratzinger. Er ist-vor allem anderen-wie es uns der Katechismus lehrt- der Nachfolger Petri und der Vikar Jesu Christi auf Erden.
Das nimmt dem mystischen Leib Christi nichts von seiner Größe oder Unzerstörbarkeit. Heiligkeit ist eine unauslöschliche Eigenschaft der Kirche, aber das bedeutet nicht, daß ihre Hirten, selbst die höchsten Hirten bzgl. ihres persönlichen Lebens nicht fehlbar sind sogar in der Ausübung ihrer Mission.



Wenn Jesus sagt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwinden werden, hat er nicht versprochen, daß es keine Angriffe von Seiten der Hölle auf sie geben werde . Er möchte lieber, daß wir einen Blick auf die heftige Schlacht werfen.
Es wird kein Fernbleiben von diesem Kampf geben, aber es wird auch keine Niederlage geben. Die Kirche wird triumphieren.

Die Hauptarbeit der Hölle ist die Häresie. Die Häresie wird nicht über den Glauben der Kirche siegen.

Das Dogma der Unzerstörbarkeit berichtet uns von 2 Wahrheiten; die erste ist, daß die Kirche kontinuierlich in Konflikten und Ziel von Angriffen ihrer Feinde ist: die zweite ist, daß die Kirche ihre Feinde besiegen wird und die Geschichte erobern. Dennoch ohne Kampf gibt es keinen Sieg und das ist eine Wahrheit, die unser Leben als Söhne und Töchter der Kirche berührt, aber einfach auch als Männer und Frauen.

Der Satz "Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden" ist das selbe wie "Am Ende  wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren" das unsere Liebe Frau von Fatima verkündet hat. Ein Ereignis, das sich dieses Jahr zum 99-mal jährt.
Am 3. Januar 1944 richtete Unsere Liebe Frau  prophetische Worte an Schwester Lucy, die vor dem Tabernakel betete. Schwester Lucy erzählt: 
"Ich fühlte meinen Geist durch ein Lichtmysterium, das Gott ist, überflutet und in IHM sah und hörte ich die Spitze einer Lanze wie eine Flamme die Erdachse berühren und sie bebte: Berge, Städte und Dörfer mit ihren Bewohnern werden begraben. Das Meer, die Flüsse und Wolken überschreiten ihre Grenzen, sie überfluten und reißen in einem Strudel unzählige Häuser und Menschen mit sich: das ist die Reinigung der Welt von der Sünde, die sie überschwemmen.
Haß, Ehrgeiz provozieren den zerstörerischen Krieg: Nachdem ich mein Herz rasen fühlte sagte eine sanfte Stimme in meinem Geist: In der Zeit: ein Glaube, eine Taufe, eine Kirche, Heilig, Katholisch, Apostolisch. In der Ewigkeit : der Himmel." Dieses Wort Himmel füllte mein Herz mit Frieden und Glück so sehr, daß ich- ohne mir dessen bewußt zu sein, lange Zeit wiederholte "Himmel, Himmel"

"Ein Glaube, eine Taufe, eine Kirche, Heilig, Katholisch, Apostolisch," 
Die Worte unserer Hl Frau sind die selben wie in der Bulle Papst Bonifaz´VIII , "Unam Sanctam" in der er am Ende des Mittelalters an die Einzigargtigkeit des Erlösungswerkes erinnert. 
"Der Glaube verpflichtet uns zuzugeben und zu behalten, daß es nur eine Kirche gibt, Heilig, Katholisch und Apostolisch" (....) außerhalb derer wir keine Erlösung oder Vergebung der Sünden (....) finden. In ihr gibt es nur einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe (Eph- 4,5).

Und der Aufruf am Ende "Himmel! Himmel!" scheint sich auf die dramatische Wahl zwischen dem Himmel, dem Platz wo die Seelen gerettet sind und ewige Glückseligkeit erreichen, und der Hölle, dem Platz wo die Verdammten ewigem Leiden unterworfen sind, zu beziehen.

Die Kirche öffnet nicht die Pforten der Hölle sondern die Pforten des Himmels.

Die Kirche umfaßt nicht nur den Papst und die Bischöfe sondern alle Gläubigen, Priester, Nonnen, Mönche und Laien. Göttlicher Beistand ist ihr zugesichert bis zum Ende der Welt und das wird sie davor bewahren, verloren zu gehen oder geschwächt zu  werden. Das bedeutet, daß die Kirche in der Geschichte Augenblicke von Desorientierung und ....erleben kann, aber im Ganzen gesehen, 
Sie wird die Gläubigen nie ins Verderben führen.  

Jesus nach seiner Auferstehung erscheint ein zweites mal am See von Tiberias und sagt zu seinen Aposteln: "Ecce ego vobiscum cum omnibus diebus usque ad consummationem saeculi" (Matth. 28, 20) "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Zeiten."

Diese Worte bekräftigen nicht nur, daß die Kirche unzerstörbar ist -weil sie göttlichen Beistand hat- sondern sie erinnern auch daran, daß Gott uns nicht unbefolgbare Gesetze gegeben hat. 
Jesus ist mit uns, jeden Tag, in allen Situation und unter allen Umständen. Die Gebote zu befolgen ist nicht unmöglich, weil mit Hilfe von Gottes Gnade alles möglich ist. 
Das ist es, was wir uns vom Papst wünschen würden, daß er uns daran erinnert, wenn er uns im Glauben bestärkt.

Nie in dieser ganzen Zeit hatten wir das Gefühl, so dringend einen Halt zu brauchen, ein Licht, das uns leitet, einen Felsen an dem wir uns festhalten können. Und dieser Felsen kann nur Petrus sein.
Petrus, nicht Simon. Bei Petrus suchen wir das Wesentliche, den Sinn und das Unveränderliche. Menschen, alle Menschen selbst die Größten, vergehen. Prinzipien bleiben und unter ihnen ist eines das alle anderen aufrecht hält: der Römische Primat.

Wir wissen ganz genau,daß nur die höchste und feierlichste Stimme dem Prozess der Selbstzerstörung ein Ende bereiten kann: die Stimme des römischen Pontifex, des Einzigen,dem die Möglichkeit gegeben wurde, das Wort Christi zu erklären und sich selbst zum unfehlbaren Sprecher des Glaubens zu machen . Wir wissen (auch) daß ein Papst zur Selbstzerstörung der Kirche beitragen kann, indem er sogar in Häresie verfällt und in dem Fall verpflichtet unser Gewissen uns, ihm zu widerstehen.

Amoris Laetitia räumt dem Gewissen einen fundamentalen und einzigartigen Platz in der Beurteilung moralischer Handlungen ein (§303) . Aber Amoris Laetitia entläßt das Gewissen aus der Objektivität der Moral, obwohl wir unsere Entscheidungen auf Moral, Glauben und Vernunft begründen wollen . Das Licht des Glaubens, wie das Licht der Vernunft ist uns nicht fremd: es erleuchtet die Herzen und das Gewissen jedes einzelnen getauften Menschen, weil das Gewissen nichts anderes ist, als die Stimme der Wahrheit in unserer Seele, Aus diesem Grund kann die unbegrenzte Liebe, die wir für den Papst haben, uns niemals dazu bringen, gegen unser Gewissen zu handeln.

Am Tag des Gerichts werden wir allein vor Gott stehen, mit unserem Gewissen, ohne Päpste oder Bischöfe, ohne Verwandte und Freunde und ohne jede Möglichkeit, uns oder andere zu belügen und Gottes Blick wird durchdringend sein und unser Gewissen wie ein Blitz erhellen, Die, die ihrem Gewissen mit reinen Zielen folgten, die objektiven Richtlinien des Glaubens und der Vernunft als Urteilskriterium benutzen, können  nicht irren, vorausgesetzt, daß Gott ihren Weg bereits erleuchtet hat,
Wir können  nichts tun, was gegen den Glauben und Vernunft ist. ER erleuchtet uns mit der Gabe des Glaubens und der Gabe der Vernunft, durch die  der Glaube unterhalten wird.Wir können nichts tun, was gegen Glauben und Vernunft ist, nichts das auf irgendeine Weise  entgegengesetzt oder zweideutig ist, weil Gott nicht widersprüchlich ist,
Er ist immer erleuchtend, einfach. Er ist sich selbst gleich in seiner Einheit und in seiner Dreifaltigkeit,

Das Schiff der Kirche scheint von den Wellen überrollt zu werde und der Herr scheint zu schlafen (auf eine Weise) wie an dem Tag mit dem Sturm auf dem See von Tiberias. Wenden wir uns also ihm zu : "Exsurge quare onbdormis Domine? Exsurge (ps.42,43) " 
Wach auf Herr! Warum scheint es so, als ob Du schläfst?

Vielleicht war das der Appell der Hl. Catharina von Siena an IHN vor dem  Mosaik von Giotto an jenem weit entfernten  Januartag 1380. Und vielleicht ist es kein Zufall , daß dieses Jahr die traditionelle Anbetungsstunde vor dem Allerheiligsten Sakrament für die Teilnehmer am Marsch für das Leben in der Basilika Santa Maria Sopra Minerva, wo unter dem Hochaltar der Körper der Hl. Catharina von Siena ruht, 

Laßt uns in dieser Anbetungsstunde nicht nur um Hilfe für den Marsch für das Leben bitten sondern auch für die Hl. Mutter Kirche, mit einem intensiven Appell an den Herrn "Exsurge quare obdormis Domine? Exsurge!"

Quelle: R.De Mattei,

  





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen