Montag, 23. Mai 2016

ein Fundstück der besonderen Art

Heute  in der Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag ging es darum, dass Dreifaltigkeit nichts anders bedeutet, als das Person Sein Gottes, dass Gott also kein abstraktes, allgemeines Prinzip ist, wie die Philosophen aller Zeiten, mehr oder weniger ausdrücklich,  annehmen, sondern Person und als solche ein personales Verhältnis, Liebe, zu uns Menschen haben kann, bis dahin, dass Gott in Jeus Christus Mensch wird und für uns stirbt. Um das klar zu machen, versuchte er uns vorzustellen wie ein Gott beschaffen sein würde der eben nicht Person ist, sondern  ein abstraktes Prinzip oder eben gar nicht da.
Es ist ja ein Unterschied ob ich mir Gott denke als abstraktes, aber gutes Prinzip, was aber nur die Hälfte der Miete ist, wie schon Professor Ratzinger in "Einführung in das Christentum" feststellt, die frühe Kirche hat sich für den Gott der Philosophen entschieden, den Urgrund allen Seins, den unbewegten Beweger, das ist aber der Gott der uns liebt, wie Blaise Pascal in seinem Memorial feststellte "Feuer, der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, nicht der Philosophen der Gelehrten. Dennoch fällt es in Gott und nur in Gott zusammen, der lebendige Gott, der liebende Gott und eben der Gott der Philosophen,
Davon noch mal unterscheiden muss man die richtigen Atheisten für die es nichts gibt, was irgendwie göttlich ist, Nun ist ja die Sache mit den  Atheisten in unseren Breitengraden so, dass es christliche Atheisten sind, die zwar die Idee eines Gott ablehnen, aber dennoch davon ausgehen, dass es gut ist gut zu sein. soweit ich das verstanden habe.
Auf jeden Fall hat   Horkheimer,  als konsequenter, aber denkender Atheist zuende gedacht,  was ist, wenn es wirklich keinen Gott gibt. Horkheimer hat das so gesagt:

Der Gedanke, dass die Gebete der Verfolgten  in höchster Not,
dass die der Unschuldigen, die ohne Aufklärung ihrer
Sache sterben müssen,
dass die letzten Hoffnungen auf eine übermenschliche
Instanz kein Ziel erreichen und dass die Nacht,
die kein menschliches Licht erhellt, auch von keinem
göttlichen durchdrungen wird,
ist ungeheuerlich.

Ich denke es ist uns gar nicht mehr klar, wie ungemein tröstend, gut und wohltuend die Botschaft von Gott der liebt, ist.



 Manchmal denke ich, es ist mit dem Glauben wie mit einem Fenster, nirgendwo sieht man die Flecken so, wie auf dem Fenster. und egal wie man putzt, sobald die Sonne kommt, sieht man da und dort einen geschlampten Schlieren, oder neue Flecken, weil es schon wieder geregenet hat, oder wer an die Scheibe gedatscht hat. Manchmal denke ich die Kritiker der Kirche gleichen Leuten, die so auf die Flecken fixiert sind, dass sie am liebsten das Fenster abschaffen wollen,  Aber wenn man die Flecken nicht haben will und entweder das Fenster zumauert, dann hat man gar kein Licht und wenn man die Scheiben rausschägt, dann keinen Schutz mehr vor Kälte und Nässe.
Wir leben nun, um den Vergleich weiter zu strapazieren,  in einer Welt für die Fenster, nehmen wir sie als Bild für die Durchlässigkeit des Hauses der Menschen auf Gott hin, selbstverständlich sind, so dass wir gebannt auf die Flecken im Fenster (die Sünden der Mitglieder der Kirche) starren und gar nicht mehr die Besonderheit und Nichtselbstverständlichkeit von Fensterglas sehen.

Als ich noch via google das Horkheimer Zitat suchte bin ich dabei auf ein uraltes Spiegel Interview mit besagtem Max Horkheimer gestoßen, hier klicken
Ewig  lang das Interview und am Ende geht es, (das Interview ist von 1970) um die  die drohende absolute Verwaltung der Welt der einige durch die psychedelischen Drogen versuchen zu entfliehen.und da sagt Horkheimer den überraschenden Satz "nun ja die Welt wird langweilig werden" der Spiegel komplett überrascht  fragt "warum" und da sagt Horkheimer:

"Man wird das Theologische abschaffen. Damit verschwindet das, was wir "Sinn" nennen, aus der Welt. Zwar wird Geschäftigkeit herrschen, aber eigentlich sinnlose...."

und entwickelt dann keine positive Utopie, sagt zwar es wird so sein und wie man das begründen wird, sieht auch die vollkommene Befriedigung  all Bedürfnisse aber all das hebt das negative nicht auf, und gibt dem Leben auch nicht, dennoch seinen Sinn,

Nun sagen wir, so "Was für ein Glück, das Gott sich nicht an die Zukunftsvisionen der Philosophen halten muss!"

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