Montag, 23. Mai 2016

Evangelium von Heute



In jener Zeit

17lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?

18Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.

19Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!

20Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.

21Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!

22Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

23Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!

24Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!

25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

26Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden?

27Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.

die missverständliche Interpretation scheint mir zu sein, dass man heutzutage meint, es reiche die Reichen zu kritisieren um sich das Recht herauszunehmen die Gebote nicht beachten zu müssen.

Mich fasziniert an dem Gleichnis, wie selbstverständlich Jesus auf den Geboten besteht "Du kennst sie doch!" sagt er zu dem jungen Mann.
Naja wer von uns kann schon sagen, "All diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt!" aber erst dann, wenn wir das tun, dann begreifen wir wohl, dass uns immer noch was fehlt und dann kommt das, "gib allen irdischen Besitz her, und dann folge mir nach!"
Mir scheint das immer auch zu sagen, "erst dann wenn du an nichts mehr hängst, dann kannst du mir nachfolgen"
Die Jünger haben das wohl begriffen, denn sie sagen, dass ja unter  diesen Bedingungen  gar keiner mehr gerettet werden kann.
Man kann nun das ganze Gleichnis gesellschaftspolitisch verstehen, also das ganze als Aufforderung verstehen, Verhältnisse zu schaffen, dass alle Gebote, außer dern Nummern 1,2,3,4 und 6 befolgt werden, was löblich ist, auch und weil es ja nicht schlecht ist.
Die fehlenden Gebote lass ich mal weg, darum geht es hier nicht.
Man kann nun das Gleichnis auch so verstehen, dass es am besten sei den reichen, frommen  Jünglingen zur Vollkommenheit zu verhelfen, indem man dafür sorgt, dass es solche gar nicht mehr gibt, wenn ich manche Predigt zum Thema richtig verstanden habe. 

Allerdings muss ich sagen, ich  bin  jedesmal, wenn ich das Gleichnis lese, froh, dass ich nicht das Problem des reichen Jünglings habe, aber, wie gesagt, wenn man Reichtum nun nicht liest als, "ganz viel Geld haben" sondern so, wie die Apostel es verstehen, (haben sie doch alles aufgegeben um Jesus nachzufolgen), also als das Hängen am Materiellen, als das sich Sorgen um die eigenen materiellen Bedürfnisse, dann, ja dann habe auch ich ein Problem.
Nur und jetzt kommt der eigentliche Punkt der das mit dem "es ist unmöglich" und "für Gott doch nicht" auflöst.
Für jeden von uns kommt der Moment, wo er alles materielle loslassen muss, wo alles Geld und Gut, alles Spenden und alle Für- und Vorsorge nichts mehr hilft, egal wie gut intelligent und klug man gewirtschaftet hat, oder wie nett die Menschen zu einem sind, und das ist der Moment des Todes.

So kommen wir also alle mal dahin alles loslassen zu müssen, um dann zu Christus zu kommen, vor dem wir dann mit leeren Händen dastehen,
So und nachdem ich  nun so dumm dahergeschwallt habe, gucken wir mal was die Kirchenväter so dazu meinen:
da finden wir in der schon erwähnten Catena Aurea folgendes:


20 Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
21 Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!
Es ist doch eine Frage wert, warum der Herrn ihn liebte, obwohl er ihm dann nicht folgte. Das heißt doch, daß er der Liebe wert war, weil er in seinem bisherigen Leben die Gebote von Jugend an befolgt hatte. Gegen Ende zu büßte er nicht die frühere Liebe ein, gelangte aber auch nicht zur Vollkommenheit. Wenn er auch das Maß des Menschen nicht überschritt, da er der Vollkommenheit Christi nicht folgte, so war er doch keines Vergehens schuldig; denn er hielt das Gesetz wie es einem Menschen nur möglich ist. Und darin liebte ihn Christus. (Chrysostomus)
[...] und gib das Geld den Armen: Nicht Schauspielern oder Leuten, die Unzucht treiben. Und weil es auch viele Arme gibt, die nicht demütig sind, sondern Trunkenbolde oder irgendeinem anderen Laster ergeben, darum fügt der Herr hinzu: Und folge mir nach. (Theophylactus)

22 Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
23 Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!
24 Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
25 Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Der Herr sagt nicht, daß der Reichtum schlecht ist, sondern diejenigen, die ihn so haben, daß sie ihn hüten. Man soll ihn nicht so "haben", daß man ihn zurückbehält, sondern ihn für notwendige Dinge gebrauchen, zum Dienst am Menschen. (Theophylactus)
Zwischen Geld haben und es lieben ist ein gewaltiger Unterschied. Daher sagt auch Salomo nicht: Wer Reichtum hat, wird keine Frucht davon haben, sondern: Wer den Reichtum liebt (Koh 5,9). Und der Herr sagt nicht, daß es unmöglich ist, sondern daß es schwierig ist für diejenigen, die auf Geld vertrauen, ins Reich Gottes einzutreten. (Beda)
"Kamel" kann hier entweder das Tier bedeuten, oder die dicken Taue großer Schiffe. (Theophylactus)

26 Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden?
Obwohl die Schar der Armen, die ohne Reichtum die Rettung finden kann, unvergleichlich größer ist, so verstanden doch die Jünger, daß alle, die den Reichtum lieben, auch wenn sie ihn nicht erwerben können, zu den Reichen gerechnet werden. (Beda)

da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.

Auch wenn Petrus nur wenig verlassen hat, so nennt er das doch "alles".; denn auch das Wenige vermag mit Banden zu fesseln. Auch der, welcher weniges verlassen hat, ist seligzupreisen. (Theophylactus)

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