Montag, 30. Mai 2016

Fronleichnam 2016 - der Wettbewerb um die Schlagzeilen

Wir wissen ja nicht erst seit gestern, dass es eine Rivalität zwischen dem Erzbischof von München und Freising und dem Erzbischof von Köln gibt.
Der erstere wäre gerne der zweitere geworden, aber der andere hat ihm den Posten via Berlin weggeschnappt.
Wenn man etwas genauer hingeguckt hat, konnte man das über die Jahre schön beobachten.
Meistens geriet der Kölner ins Hintertreffen. Hatte doch der Münchner durch seinen DBK-Vorsitz bessere Kontakte in die Medien und in die Politik.

Doch an Fronleichnam konnte der Kölner zum erstenmal einen richtigen Treffer landen. Er griff eine Idee auf, die der Papst bei seinem Besuch in Lampedusa schon mal angedacht hatte - nur dass in Köln alles ein bisschen größer und spektakulärer war:
Für viel Geld wurde ein Holzboot aus Malta importiert und vor dem Domplatz aufgestellt. Das Fest der Freude über die Einsetzung der Eucharistie sollte also für die Kölner ein Fest der Betroffenheit werden. Aber für den Kardinal wurde es zum Erfolg. Die Medien berichteten eifrig und er war fast überall das Top-Thema.... 1:0 für Köln also ....

In München genossen wir derweil den sonnigen Marienplatz, der endlich einmal wieder der Kirche gehörte, so wie die ganze Innenstadt an diesem Tag.
Zum Einzug sangen wir des Lied
"Frohlocket nun und singet laut"(GL715, in dessen 3. Strophe es heißt
"Mein Volk horch auf, ich mahne dich/
Ich bin Dein Gott, dein Retter/
vergiss es nicht, o hör auf mich: 
lass doch die fremden Götter/
Willst Du verstockt und undankbar,
treulos auf mich nicht hören,
lass ich Dein Tun und Sinnen gar
in Unheil sich verkehren"

Das konnte man sich gut merken - und es war dann auch notwendig, denn die weitgehend moderate Predigt hatte dann doch den einen oder anderen Stolperer in Sachen Relativierung und "alle Religionen sind gleich ... ", oder der Verwechslung des ersten und zweiten Gebotes. Kann ja mal passieren. Und die meisten haben es wahrscheinlich sowieso nicht gemerkt. Die Betroffenheit drehte sich bei uns dann eher um Fußball (ich lasse meine Vermutungen außen vor *grins).
Der BR hatte sich dann in seinem Rundschau-Magazin an den Relativierungen festgehalten, was aber nicht über die bayerischen Grenzen hinausdrang und ansonsten die schönen Bilder von der Prozession gezeigt. Die war auch in diesem Jahr wieder besonders schön. Die ganze Stadt leuchtete und stand unter dem Zeichen des Herren. 

Es war eine große Freude für alle die dabei waren, und deshalb steht es in meinen Augen auch ganz klar 2:1 für München. Das Licht des Herrn in die Welt zu bringen, ist ja schließlich der Sinn des Fronleichnamsfestes. Und das geht ganz ohne Schlagzeilen.

Unserem Kardinal hat es offensichtlich nicht so gut gefallen, denn er gab dann auf dem Katholikentag von sich:



Hätte er ruhig machen können, denn er hat ja gute Leute in seinem Umfeld und dann wäre das ganze auch noch ein bisschen bayerischer geworden. 
So - wie wir es dann am Sonntag beim Fronleichnamsfest der Stadtpfarrei St. Peter erleben durften.

Erstmal war es schön zu sehen, dass der heilige Petrus uns von dem angekündigten Gewittersturm verschonte und so zogen wir nach der heiligen Messe durch den südlichen Teil der Münchner Altstadt - bei strahlendem Sonnenschein. Die Bilder waren wunderschön mit vielen Trachten, die Vertreter der Zünfte (u.a. die Schäffler) trugen ihre Zunftkerzen, eine Frauengruppe eine Marienstatue.  Der Chor zog ebenso mit wie die Bläser, die schon die Messe begleitet hatten. Wir beteten an 4 Altären, hörten das Evangelium, brachten unsere Fürbitten vor Gott und empfingen den eucharistischen Segen.  Auf dem Weg von einer Altarstation zur nächsten beteten wir Rosenkranz und sangen zum Lobe Gottes. Die Glocken läuteten, bevor wir an der nächsten Kirche ankamen und die von den Kindern auf die Straße gestreute Blüten wiesen uns den Weg. Die letzte Station war an der Stadtpfarrkirche St. Peter und danach zogen wir wieder in die Kirche ein. Nach dem "Te deum" empfingen wir den eucharistischen Segen und vor dem Auszug sangen wir die Bayernhymne. So gehört sich das in einer bayerischen Pfarrei. 
Da müssen wir in München wohl noch etwas warten, bis wir auch mal zum Abschluss auf dem Marienplatz die Bayernhymne singen können - aber ich werde die Hoffnung nicht aufgeben!

Der Münchner Kardinal hatte dann ja in Leipzig Gelegenheit wieder ordentlich loszuholzen und alles das loszuwerden, was er in München nicht sagen wollte (durfte?) ... Leipzig ist weit weg ... aber ob's die Scharte mit der Medienpräsenz wieder wettgemacht hat?



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