Samstag, 7. Mai 2016

Roberto De Mattei über die aktuelle Krise der Kirche , Teil 1

Professor Roberto De Mattei, Historiker und Kirchengeschichtler von Rang hat in einer Rede vor dem römischen Life-forum die aktuelle Kirchenkrise in ihren historischen Kontext gestellt. LESEN! 
Der erste Teil umfaßt die Geschichte vom Anfang bis einschließlich Papst Pius V,die auch die Geschichte Europas ist. Diese Kirche und dieses Europa wollen die Europapolitiker unserer Zeit nicht, ihnen hätten sie den-jedenfalls heute- angemaßt nach Karl dem Großen benannten Preis sicher nicht verliehen, 
rorate caeli hat die Rede veröffentlicht. Hier geht´s zum Original:  klicken                                    

        "DIE  KIRCHENKRISE IM KONTEXT DER KIRCHENGESCHICHTE"

Im Evangelium benutzt Jesus viele Gleichnisse um die Kirche, die er gegründet hat, zu beschreiben. Eines der passendstem ist das Bild des Schiffes, das vom Sturm bedroht ist (Matt.8, 23-27)
Dieses Bild ist oft von den Kirchenvätern und den Heiligen benutzt worden, wenn sie die Kirche als Schiff auf hoher See beschreiben, durchgeschüttelt und von den Wellen hin und her geworfen und das in Stürmen lebt, ohne je von den Wellen überspült zu werden.

Gut bekannt im Evangelium ist die Szene vom Sturm auf dem See Tiberias, den unser Herr beruhigt: "tunc surgens imperavit ventis et mari" (Matt, 8,26) Als die Päpste in Avignon waren, malte Giotto die Szene, wie Petrus auf einem sturmgepeitschten Boot auf einem berühmten Mosaik dargestellt ist, 
das an der Giebelwand von Alt Sankt Peter gefunden wurde und nun im Atrium der neuen Basilika zu sehen ist.                                       

Während der Fastenzeit 1380 gelobte die Hl.Catharina von Siena, jeden Morgen in die Petersbasilika zu gehen und vor diesem Bild zu beten, Eines Tages, am 29.Januar 1380, um die Stunde der Vesper als Catharina ins Gebet vertieft war, kam Jesus aus dem Mosaik heraus und legte das Schiff der Kirche auf ihre Schultern, Die Heilige-überwältigt von einem solchen Gewicht- fiel bewußtlos zu Boden, Das war der letzte Besuch von Catharina, die den Papst immer ermahnt hatte, das Schifflein der Kirche ohne Angst zu führen,in St. Peter
Durch 2000 Jahre Geschichte hat das mystische Schiff der Kirche alle Stürme und Unwetter bewältigt.
Während der ersten 3 Jahrhunderte wurde die Kirche gnadenlos von den Römischen Kaisern verfolgt,
In dieser Periode-zwischen dem Hl.Petrus und Papst Melchiades, einem Zeitgenossen von Kaiser Konstantin gab es 33 Päpste. Jeder von ihnen ein Heiliger und außer zwei, die ins Exil gingen, starben die übrigen 30 als Märtyrer.

Im 5 Jahrhundert kollabierte das Römische Imperium und die Kirche mußte auch aus sich selbst heraus den Invasionen entgegen treten, erst durch die Barbaren dann durch den Islam, die vom 8. Jahrhundert christliche Länder in Afrika und Klein-Asien eroberten, die seit damals nie wieder zum rechten Glauben zurück geführt wurden.

In den Jahrhunderten von Konstantin bis zu Karl dem Großen gab es 62 Päpste. Unter ihnen waren   der Hl. Leo der Große, der alleine Attila, die Geißel Gottes überwandt, der Hl. Gregor der Große, der unermüdlich.gegen die Langobarden kämpfte, der Hl.Martin  I, der in Ketten zur Chersones (Krim) ins Exil geschickt wurde und der Hl. Gregor III, der in ständiger Lebensgefahr und unter Verfolgung durch die Byzantinischen Kaiser lebte. Dennoch finden wir mit diesen großen Verteidigern der Kirche auch Päpste wie Liberius, Vigilius und Honorius, die im Glauben schwankten.
Honorius insbesondere wurde durch seinen Nachfolger, den Hl. Leo II als Ketzer verdammt

Karl der Große stellte das Christliche Reich wieder her und begründete die Christliche Zivilisation des Mittelalters. Auch diese Ära des Glaubens war nicht ohne Böses, wie Simonie, moralische Laxheit des Klerus und Rebellion gegen die Kathedra Petri durch die Christlichen Kaiser und Herrscher. Nach dem Tod Karls des Großen, zwischen 822 und 1046 gab es 45 Päpste und Gegenpäpste, von denen 15 abgesetzt und 14 gefangen gesetzt, exiliert und ermordet wurden.
Die Päpste des Mittelalters erlebten Kämpfe und Verfolgungen, von Paschalis I zum Hl. Leo IX bis zum Heilige Gregor VII, der letzte Papst des Mittelalters, der kanonisiert wurde und verfolgt im Exil starb.
Das Mittelalter erreichte seinen Höhepunkt im Pontifikat von Innozenz III, aber die Hl. Luitgardis hatte Visionen, in denen der Papst ihr völlig mit Flammen bedeckt erschien und ihr sagte, daß er bis zum Jüngsten Gericht im Purgatorium bleiben müsse, wegen dreier schwerer Fehler, die er gemacht habe. Der Hl. Robert Bellarmin kommentierte: "Wenn ein Papst, so würdig und so geschätzt, dieses Schicksal erleidet, was wird den anderen Klerikern, Religiösen und Laien geschehen, die sich selbst durch ihre Untreue beschmutzen.

Im 14. Jahrhundert während des 70-jährigen Exils des Papsttumsin Avignon, dem eine Krise folgte , genau so schrecklich wie die Arianische: das große Schisma des Westens die das Christentum zwischen zwei und dann drei Päpsten aufteilte, mit dem Problem kanonischer Legitimität, das bis 1417 nicht gelöst wurde.  Dann folgte ein Zeitalter scheinbarer Ruhe, die Periode des Humanismus. die in Wirklichkeit die Vorbereitung einer neuen Katastrophe war: die Protestantische Reformation des 16. Jahrhunderts. Abermals reagierte  die  Kirche kraftvoll. Aber im 17. und 18. Jahrhundert kroch die erste Häresie, diedrauf achtete, nicht von der Kirche getrennt zu werden in ihr Herz und blieb dort: der Jansenismus.  

Die Französische Revolution und Napoleon versuchten das Papsttum zu zertören, konnten es aber nicht. Zwei Päpste, Pius VI und Pius VII wurden aus Rom verschleppt und gefangen gehalten-
1799 als Pius VI in Valence starb, gab die Stadtverwaltung die Nachricht seines Todes dem Direktorium bekannt und stellte fest, daß der letzte Papst der Geschichte begraben worden sei.
Von Bonifaz VIII, dem letzten Papst des Mittelalters bis zu Pius XII, dem letzten präkonziliaren Papst, gab es 68 Päpste, von denen bis jetzt nur zwei von der Kirche kanonisiert wurden: der Hl. Pius V und der Hl. Pius IX und zwei selig gesprochen: Innozenz XI und Pius .  
Alle befanden sich im Mittelpunkt wütender Stürme.
Der Hl. Pius V kämpfte gegen den Protestantismus und belebte die Hl. Liga gegen den Islam, die den Sieg  bei Lepanto erfocht. Der selige Innonzenz XI kämpfte gegen den Gallikanismus und war der
Urheber der Befreiung Wiens von den Türken.
Der große Pius IX widerstand mutig der Italienishen Revolution, die ihm 1870 die Heilige Stadt entwandt. Pius X kämpfte gegen eine neue Häresie: den Modernismus, Synthese aller Häresien- die die Kirche zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert tief infiltrierte.

Fortsetzung folgt
Quelle : rorate caeli, R.De Mattei


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